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Sascha Fissmann ist als Handballer der HSG Datterode/Röhrda/Sontra auch ein perfekter Koordinator

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Von: Harald Triller

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Urgestein der HSG Datterode/Röhrda/Sontra: Sascha Fissmann mit dem geliebten Handball und vor dem Emblem seines Vereins, der HSG Datterode/Röhrda/Sontra.
Urgestein der HSG Datterode/Röhrda/Sontra: Sascha Fissmann mit dem geliebten Handball und vor dem Emblem seines Vereins, der HSG Datterode/Röhrda/Sontra. © Harald Triller

Er war erst sechs Jahre, als ihn das Handballfieber einholte. Auch jetzt, fast 40 Jahre später, kann er nicht loslassen, er betritt das Hallenparkett für die zweite Mannschaft der HSG Datterode/Röhrda/Sontra noch immer mit Freude und Leidenschaft. Dabei denkt Sascha Fissmann nicht daran, dass er in Kürze 46 Jahre alt wird.

Ringgau – In der Ringgauer Handballspielgemeinschaft, der TSV Datterode und der TSV Röhrda, früher erbitterte Kontrahenten, wenn es gegeneinander ging, fusionierten 1982, war und ist er noch heute ein nimmermüdes Juwel.

Seit zwölf Jahren, die eigene aktive Motivation hat zwangsläufig – weil auch körperlich bedingt – ein wenig nachgelassen, erfüllt Sascha Fissmann die Aufgabe als Bindeglied zwischen dem TSV Datterode und der HSG Datterode/Röhrda/Sontra. Dabei beweist er mit viel Übersicht und auch als Koordinator perfekte Qualitäten.

Der Männerwart

„Ja, es gehört zu meinen Aufgaben, dass ich als Männer-Spielwart über unsere Pläne den Vorstand des TSV Datterode, wo ich den Posten als Handball-Abteilungsleiter übernommen habe, in Kenntnis setze, denn die HSG setzt sich ja quasi als Unterabteilung der Trägervereine zusammen“, erklärt der 45-Jährige, dass auch die Aufnahme des TV Sontra in der Saison 2018/2019 den aktuell absolut positiven Weg bereichert.

„Als Männerwart stehe ich bei Verhandlungen mit Spielern oder Trainern mit dem Vorstand der HSG in der Verantwortung. Sicherlich werde ich an meinen Entscheidungen gemessen, aber, da wir eine harmonische und freundschaftliche Zusammenarbeit pflegen, die auf gemeinsamen Gedankengängen basiert, fällt es leicht, an einem Strang zu ziehen“, schwärmt der vielseitig und ehrenamtlich engagierte Handballer vom Gesamtkonstrukt der Spielgemeinschaft, die, auch dank des Einsatzes vom Nachwuchstrainer Sascha Fissmann auf tolle Jugendarbeit bauen kann.

Mit 17 ins Männerteam

Als er mit dem Handball begonnen hat, stand die SG Datterode/Röhrda noch auf jungfräulichen Füßen, aber Sascha Fissmann fand gute Betreuung von erfahrenen Handballern vor, die seine Entwicklung förderten.

„Bis auf ein B-Jugendjahr, als mich der großartige Jugendtrainer Rolf Schröder nach Wanfried rief, habe ich alle Jugendteams der SG durchlaufen und fand schon mit 17 Jahren Aufnahme in der ersten Mannschaft“, macht er deutlich, dass ihm diesbezüglich fast 20 aktive Jahre viele Erfolge bescherten, darunter den Aufstieg in die Landesliga in der Saison 2001/2002 unter Trainer Friedhelm Führer.

Handballverrückte

„In dieser höheren Klasse hat zwar ein anderer Wind geweht, aber die beiden Jahre, bis wieder der Abstieg in die Bezirksoberliga folgte, haben uns trotz allem sportlich weitergebracht“, denkt der variable und torgefährliche Spieler, der seine Qualitäten sowohl auf den Halbpositionen im Rückraum wie auch als Regisseur in der Mitte unter Beweis stellte, an erstklassige Mitspieler wie Henryk Melski oder auch Gernot Weiß, der später als Spielertrainer fungierte.

Beeindruckend war in der Landesliga für ihn, dass die handballverrückten Ringgauer bei den Auswärtsspielen zwei Busse füllten und in der Fremde für Heimatmosphäre sorgten.

Beim Blick auf Besonderheiten erinnert sich Sascha Fissmann gerne an das Benefizspiel für Gheorghe Cojucaru im Jahr 2002. „Der Rumäne hat Ende der 90er-Jahre für uns gespielt, aber nach seiner Rückkehr in die Heimat drückten ihn gesundheitliche Probleme. Wir haben mit dem VfL Wanfried eine Landesligaauswahl gebildet, gegen den Bundesligisten Eisenach gespielt und den Erlös für eine OP nach Rumänien geschickt.“

Spielertrainer der SG

Das heißt aber auch, dass Fissmann seine in der aktiven Zeit erworbenen Fähigkeiten weitergegeben hat. Dabei stuft er die drei Jahre von 2010 bis 2013 als besonders wertvoll ein: „Wir, Daniel Hassenpflug und ich, haben zusammen als Spielertrainer unsere erste Mannschaft in eine gute Spur geführt, was auch daran lag, dass wir respektiert wurden“, macht der gelernte Tischler keinen Hehl daraus, dass er seinen sportlichen Erfahrungsschatz auch mit Freude an den Nachwuchs weitergegeben hat.

„Ich habe schon immer mit Jugendlichen gearbeitet, aber als mein Sohn Ben 2015 bei den Minis seinen Handballweg eingeschlagen hat, musste ich meine Trainingsintensivität selbstverständlich erweitern. Ähnlich verlief mein Engagement, als auch meine Tochter Marie in meine handballerischen Fußstapfen getreten ist“, erklärt Sascha Fissmann, dass er aktuell die männliche D-Jugend – mit dem elfjährigen Sohn Ben – und die weibliche E-Jugend – mit der neunjährigen Tochter Marie – trainiert.

Über 1000 Spiele

Seine persönliche Bilanz ufert in rund 800 Pflichtspielen in den Männerteams der SG und der HSG. Da aber unzählige Pokal- und Turnierpartien hinzukommen, müssen dem Handballer vom Scheitel bis zu Sohle mehr als 1000 Spiele attestiert werden.

„Dabei denke ich, neben bereits erwähnten, auch an Trainer wie Liviu Pavel, den ich aktuell zu einer zweiten Periode zur HSG geholt habe, oder Jürgen Bierling.

Die Frage, wie lange er noch im Einsatz für die „Zweite“ der HSG ist, beantwortet er mit den Worten: „Erst wenn der Körper negative Signale sendet, werde ich das Trikot ausziehen.“ Fissmann, der all die Jahre beim Pfingstturnier in Datterode Mitorganisator war, bedauert sehr, dass dieses Event, das zu den größten in Deutschland zählte, nicht mehr im Handballkalender zu finden ist.

(Harald Triller)

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