Schafkrankheit hat nun auch den Werra-Meißner-Kreis erreicht

Neu-Eichenberg. Die Schafkrankheit Schmallenberg-Virus breitet sich aus. Erstmals ist der Erreger nun im Werra-Meissner-Kreis nachgewiesen worden. Mitte Januar sei in einem Betrieb in Neu-Eichenberg ein Lamm mit Missbildungen zur Welt gekommen.

Untersuchungen des Landeslabors in Gießen hätten den Verdacht bestätigt. „Ich rechne damit, dass nach und nach weitere Krankheitsfälle bei Rindern, Schafen und Ziegen bekannt werden“, sagte Dr. Eckhard Schinkel vom Fachdienst Veterinärwesen des Werra-Meißner-Kreises. „Zurzeit läuft die Ablammsaison, in der die Erkrankungen offenkundig werden.“

Weitere Fälle werden aus benachbarten Kreisen gemeldet. Im südniedersächsischen Landkreis Northeim sollen ein Dutzend betriebe betroffen sein, teilte die dortige Veterinärbehörde mit.

Nach Angaben des Werra-Meißner-Kreises wurde das Schmallenberg-Virus in Europa erstmals in den Niederlanden im Frühherbst 2011 identifiziert, danach in weiteren EU-Mitgliedstaaten, schließlich auch in Deutschland. Bei Rindern äußert sich das Virus mit hohem Fieber, sinkender Milchleistung und Lahmheit.

Schafhalter hätten bisher vor allem missgebildete und totgeborene Lämmer gemeldet, sagte Kreissprecher Jörg Klinge. Die Tiere kämen zum Beispiel mit Wasserkopf, verdrehten Gelenken oder einer deformierten Wirbelsäule zur Welt und seien nicht lebensfähig. „Ein Risiko für den Menschen besteht nicht“, sagte Klinge.

Bislang sei unklar, ob der Erreger neu eingeschleppt wurde oder schon länger unerkannt in Europa vorkommt. Es gelte keine Anzeige- oder Bekämpfungspflicht. Der Infektionsweg und die Ausbreitung des Erregers seien noch nicht vollständig geklärt. Das Schmallenberg-Virus werde durch Stechmücken, übertragen. Deshalb rate der Kreis insektenabwehrende Mittel bei Schafen und Rindern einzusetzen werden. Ein Impfstoff sei nicht verfügbar.

Bei möglichen Verdachtsfällen sollten sich Tierhalter mit dem Fachdienst Veterinärwesen in Verbindung setzen. Dann können Art und Umfang möglicherweise erforderlicher Untersuchungen abgestimmt werden.

Kontakt: Fachdienst Veterinärwesen, Tel. 0 56 51 / 959 20.

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