Was bedeutet diese Acht?

Waldbauer Hubertus von Roeder macht mit 8 im Wald auf Klima-Kampagne aufmerksam

Will den Wald für künftige Generationen erhalten: Hubertus von Roeder (rechts) mit (von links) Schwiegertochter Madeline von Roeder, Sohn Maximilian von Roeder und Enkel Valentin.
+
Will den Wald für die nächsten Generationen erhalten: Hubertus von Roeder (rechts) mit (von links) Schwiegertochter Madeline von Roeder, Sohn Maximilian von Roeder und Enkel Valentin.

Mit einer riesigen und leuchtenden 8 am Schlierbachswald bei Wanfried will Waldbesitzer Hubertus von Roeder die Bevölkerung neugierig machen.

Völkershausen – Schon von Weitem leuchtet die überdimensional große orangene Acht Autofahrern an der Straße entgegen. Sie steht im Schlierbach am Waldrand Richtung Völkershausen. Was soll das? Genau diese Frage erhofft sich Waldbesitzer Hubertus von Roeder. Die Acht soll neugierig machen.

Und er gibt auch eine Antwort: „Der Wald ist Klimaschützer Nummer eins.“ Acht Tonnen CO2 kompensiert ein Hektar Wald im Jahr erklärt er.

Durch diese Acht machen Waldbauern bundesweit auf die Informationskampagne „Wald ist Klimaschützer“ aufmerksam. Das Ziel ist eine gerechte CO2-Bepreisung der Klimaschutzleistungen des deutschen Waldes. Das heißt: Überschüssige Tonnen CO2 sollten nicht nur sanktioniert werden, eingesparte Tonnen sollten zudem honoriert werden und den Klimaschutz dadurch gerecht entlohnen, heißt es auf der Webseite der Initiative. Ins Leben gerufen wurde die Kampagne im vergangenen August von Familienbetriebe Land und Forst (FABLF) und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) – Die Waldeigentümer.

Hubertus von Roeder: Wald ist Klimaschützer und Erholungsort

Auch von Roeder ist Mitglied beim hessischen Waldbesitzerverband und bundesweit vernetzt. „Ich hoffe, dass wir von der Bevölkerung mehr und mehr auf die Acht angesprochen werden.“ Das Ziel sei es, ins Gespräch zu kommen und sich über dieses Thema auszutauschen. Es sei wichtig, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, wie es um den Wald steht, was der Wald als Klimaschützer leistet, aber auch als Erholungsort für die Menschen.

Roeder selbst sei es wichtig, die Wälder auch für zukünftige Generationen zu erhalten und aufzubauen, etwa für seinen Enkel Valentin. „Ich bin Waldbauer mit Herzblut. Man leistet etwas für die Allgemeinheit.“ Der Wald sei für die Bevölkerung da und soll auch genutzt werden, sagt er. Sinn der Sache sei keinesfalls, dass Eintritte gezahlt werden sollen.

„Zweck der Kampagne ist es, bei der Politik Gehör zu finden“, sagt er. „Wir brauchen finanzielle Unterstützung.“ Denn auch der niedrige Holzpreis sei im Keller. Was verdient werde, würde direkt reinvestiert.

Zusätzliche Herausforderungen durch den Klimawandel

Borkenkäfer, Hitze, Dürrejahre, Stürme und weitere Veränderungen durch die Klimakrise setzen dem Wald zu. „Wir Waldbauern stehen durch die Klimaveränderungen unter Druck“, sagt von Roeder. „Wir wollen klimastabile Wälder aufbauen.“ Dazu gehören etwa klimastabile Baumarten, erklärt von Roeder, die je nach Standort angepasst werden, wie Buchen, Lärchen und Eichen. Aber auch Douglasien und Küstentannen hätten sich im Anbau bewährt und kämen mit klimatischen Veränderungen gut zurecht.

Zudem verfolge man das Prinzip des Dauerwaldgedankens, nach dem man den Wald ganzheitlich betrachtet und pflegt und auf eine kahlschlagfreie Waldwirtschaft setzt.

Wälder binden über 127 Millionen Tonnen CO2 im Jahr

Knapp die Hälfte des deutschen Waldes wird von 2 Millionen privaten Waldbesitzern bewirtschaftet, heißt es auf der Webseite wald-ist-klimaschuetzer.de. Demnach binden deutsche Wälder über 127 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Aufgabe der Waldbauern ist die Bestandssicherung, der Aufbau und Erhalt klimastabiler Wälder. Um die klimaschützende Funktion des Waldes zu erhalten, werden hiebreife Bäume entnommen, weiterverarbeitet und neue Bäume gepflanzt. In einem Wald ohne Bewirtschaftung ist die Kapazität, CO2 aufzunehmen, laut der Kampagne irgendwann ausgeschöpft. (Von Jessica Sippel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.