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Der Kaisermantel ist Schmetterling des Jahres – Im Kreis ist er oft anzutreffen

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Von: Stefanie Salzmann

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Einer der schönsten und auffälligsten Schmetterlinge: Der Kaisermantel, der jetzt zum Schmetterling des Jahres gewählt wurde. In unserer Region ist er noch häufig in Waldrandnähe anzutreffen.
Einer der schönsten und auffälligsten Schmetterlinge: Der Kaisermantel, der jetzt zum Schmetterling des Jahres gewählt wurde. In unserer Region ist er noch häufig in Waldrandnähe anzutreffen. © Horst Roth/nh

Orangefarben leuchten seine zarten Flügel, verziert sind sie mit braunen Flecken: Der sogenannte Kaisermantel ist Schmetterling des Jahres und auch im Werra-Meißer-Kreis häufig anzutreffen.

Werra-Meißner – Die Hauptflugzeit des Kaisermantels beginnt jetzt – der Schmetterling gehört zu den schönsten und auffälligsten Tagfaltern des Hochsommers und ist auch im Werra-Meißner-Kreis noch regelmäßig anzutreffen.

Jetzt wurde der Kaisermantel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes zum Schmetterling des Jahres 2022 gewählt.

Der Kaisermantel oder Silberstrich (Argynnis paphia) ist ein Schmetterling der Gattung Argynnis aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Er ist mit gut sechs Zentimetern Spannweite der größte mitteleuropäische Perlmuttfalter. Der Name Perlmuttfalter bezieht sich auf ein gemeinsames Merkmal dieser Falter: die perlmuttartig schimmernden Flecken auf der Unterseite der Flügel. Alle Perlmuttfalter haben auch eine orangefarbene Oberseite mit einem Muster aus dunklen Flecken.

Die Flügeloberseite des Kaisermantels ist leuchtend orangefarbenen, auf der Unterseite trägt er ein schmales, silbrig schimmerndes Band, das auch zu dem Namen „Silberstrich“ geführt hat.

Der Lebensraum

Kaisermäntel leben an sonnigen Waldrändern, auf blütenreichen Waldlichtungen und Waldwiesen besonders im Bergland. Sie sind typische Waldschmetterlinge und verlassen den Wald selten. Kaisermäntel sind in den Wäldern fast ganz Europas verbreitet. Das gesamte Verbreitungsgebiet erstreckt sich dann weiter über Russland und den Iran bis nach China und Japan.

Die Lebensweise

Der Kaisermantel bildet eine Generation im Jahr. Die Hauptflugzeit der Falter beginnt im Juni, erreicht in Juli und August den Höhepunkt und klingt im September aus. Sie sind dann an den Blüten der Brombeeren, Flockenblumen, Skabiosen, Disteln und an den Blütenständen der Wald-Engelwurz, des Wasserdosts und an anderen, blühenden Hochstauden häufig entlang der Waldwege und oft mit vielen anderen Edelfaltern zu beobachten.

Die Paarung

Hier locken die tief orangefarbenen Männchen mit „Duftschuppen“ auf den Vorderflügeln die etwas blasseren Weibchen an. Diese legen nach der Paarung die Eier in geringer Höhe an der Rinde von Bäumen ab, die in der Nähe von Veilchen wachsen. Im Spätsommer schlüpfen dann die Raupen und fressen zunächst nur ihre Eihülle. Dann verstecken sie sich zur Überwinterung in Spalten der Baumrinde. Im März kriechen die Raupen auf den Waldboden auf der Suche nach Veilchen, von deren Blättern sie sich ernähren.

Tagsüber halten sie sich unter trockenen Blättern verborgen und kommen nur in der Nacht hervor. Sie verpuppen sich als sogenannte Stürzpuppen (das heißt, die Puppe hängt kopfüber) an Pflanzen in Bodennähe.

Auf der Vorwarnliste

Auf der Roten Liste der Tagfalter Hessens (dritte Fassung aus 2009) steht der Kaisermantel auf der Vorwarnliste als eine Art, die merklich zurückgegangen, aber derzeit noch nicht gefährdet ist.

Der Kaisermantel ist ein typischer Bewohner naturnaher Wälder und daher in unserer Region noch regelmäßig anzutreffen. Wenn im Hochsommer die Schmetterlinge um die Blüten der Pflanzen entlang der Waldwege tanzen, lässt er sich gut beobachten.  

red/salz

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