Schnee sorgt für Stillstand

Werra-Meißner-Kreis: Schulen zu, Busse fahren nicht, Hauptstraßen sind offen

Das THW und die Feuerwehr aus Witzenhausen waren am Sonntagabend im Einsatz, weil Bäume aufgrund der Schneelast auf die B451 zu stürzen drohten.
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Das THW und die Feuerwehr aus Witzenhausen waren am Sonntagabend im Einsatz, weil Bäume aufgrund der Schneelast auf die B451 zu stürzen drohten.

Der mit Macht über das Land gekommene Winter hat den Werra-Meißner-Kreis weiter fest im Griff und sorgt für Behinderungen.

Werra-Meißner ‒ Insbesondere in der Nacht zu Montag legte Frau Holle noch einmal kräftig nach, je nach Lage kamen 20 bis 40 Zentimeter Schnee auf die weiße Decke vom Wochenende. Entsprechend sind weite Teile des öffentlichen Lebens in der Region zum Erliegen gebracht beziehungsweise stark eingeschränkt.

Der Busverkehr im Werra-Meißner-Kreis ist eingestellt, die Züge verkehren stark eingeschränkt. Die Verkehrslage war relative ruhig. Der Cantus fährt seit Montagmorgen wieder auf den Strecken Eschwege-Göttingen beziehungsweise Eschwege-Bebra, die Strecke nach Kassel ist allerdings weiterhin gesperrt.

„Wir können bisher überhaupt nicht sagen, wie sich das entwickelt“, sagt Sabine Herms, Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV). „Aber selbst, wenn der Zugverkehr läuft, kann es jederzeit zu Störungen wie vereisten Weichen und umgestürzten Bäumen, die die Gleise blockieren, kommen“, sagt Herms. Daher sollen sich alle Bahnreisenden immer aktuell über die Hotline oder App des NVV über ihre Verbindungen informieren.

Auch die Straßenbahn Linie 4 nach Hessisch Lichtenau ist eingestellt worden und wird voraussichtlich auch bis Mittwoch nicht betrieben werden können, wie Herms mitteilt. Der Schnee verstopft Weichen und Schienenrillen, wodurch die Tram entgleisen oder stecken bleiben könnte.

Die Polizei im Kreis vermeldete wenige witterungsbedingt Unfälle, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Die wichtigsten Straßen durch den Kreis sind frei, die Straßenmeistereien weiterhin im Dauereinsatz.

Eine längere Sperrung der B 451 in Süden von Witzenhausen in Höhe der Papierfabrik wurde durch einen Einsatz des Technischen Hilfswerkes noch am Sonntagabend verhindert. Mithilfe der Drehleiter der Feuerwehr wurden mehrere Bäume gefällt, die wegen hoher Schneelast auf die Straße zu kippen drohten.

Die Schulen werden bis Mittwoch ihre Präsenzpflicht auch für die Abschlussklassen aussetzen. Das Schulamt Bebra stellt es in Absprache mit dem Landkreis den Schulen frei, ihre Präsenzpflicht auch für die Abschlussklassen bis Ende der Woche aufzuheben.

„Die Schulen haben die Möglichkeit, vom Distanzunterricht Gebrauch zu machen“, sagte die Schulamtsleiterin Bebra, Anita Hofmann. Da es auch in den kommenden Tagen nachts und bis weit in den Vormittag sehr kalt werden soll, sei Präsenzunterricht wegen des aufgrund der Pandemie häufig notwendigen Lüftens nicht zumutbar. Eine Notbetreuung für Kinder werde aber gewährleistet. „Überall, wo Bus und Bahn im Schulbetrieb eine Rolle spielt, sollte der Präsenzunterricht entfallen“, sagte Hofmann. Ausnahme seien kleine Schulen, wo alle Kinder zu Fuß kommen könnten.

Straßensperrung wegen schneebehangener Bäume: THW macht B 451 wieder befahrbar

Nur aufgrund eines fünfstündigen Einsatzes des Technischen Hilfswerks in Witzenhausen konnte der durch die widrigen Straßenverhältnisse sowieso schon beeinträchtigte Berufsverkehr die Bundesstraße 451 zwischen Witzenhausen und dem Abzweig nach Dohrenbach nutzen.

Arbeiten bei Eis und Schnee: In luftiger Höhe sägten Helfer des THW Witzenhausen am Sonntagabend mit Hilfe der Drehleiter der Kernstadt-Feuerwehr die schneebehangenen Äste der Bäume neben der B 451 ab.

In Höhe der Papierfabrik im Gelstertal drohte nämlich von fast einem Dutzend hoher Bäume entlang der Strecke Gefahr. Da ein Baum am Sonntagnachmittag bereits umgestürzt war und weitere wegen hoher Schneelast ebenfalls jederzeit hätten umfallen können, hatte die Polizei den Abschnitt südlich von Witzenhausen zunächst voll sperren lassen.

Der Verkehr war derweil über Dohrenbach und Roßbach gen Witzenhausen umgeleitet worden.

Schließlich konnte aber das THW organisiert werden, es wurde um 17.40 Uhr alarmiert. 19 Helfer rückten mit fünf Fahrzeugen an, darunter ein Kipper mit Kran und Holzgreifer und ein Flutlichtmast für die Ausleuchtung des Einsatzortes.

Bei Eis und Schnee fällten die THWler manche Bäume direkt über der Wurzel, berichtete Einsatzleiter Andre Guthardt. Bei anderen wurden die besonders mit Schnee behangenen, weit ausladenden Äste abgesägt. Um überhaupt in diese Höhen zu gelangen, war die Kernstadt-Feuerwehr um Unterstützung durch ihre Drehleiter gebeten worden.

Gegen 22.45 Uhr, als der THW-Trupp wieder in seinem Standort in Unterrieden einrückte, wurde der Streckenabschnitt nach Räumen und Reinigen durch die Straßenmeister wieder für den Verkehr freigegeben.

Es habe sich um eine technisch schwierige Aktion gehandelt, die gut gelungen sei, wurde dem THW seitens der Straßenmeisterei Witzenhausen auch großes Lob gezollt.

Baum fällt: Im ausgeleuchteten Schneegestöber fällt gerade ein Baum auf die Bundesstraße, aus sicherer Entfernung beobachten von einigen der Helfer.

THW-Ortsbeauftragter Andre Guthardt wiederum freute sich, dass sich eine Vorsorgearbeit am Samstag schnell gelohnt hat. Denn da hatten die ehrenamtlichen Helfer bereits Schneeketten auf allen Fahrzeugen aufgezogen. Daher kamen sie auch problemlos über die verschneiten Pisten zum Einsatzort. (Stefan Forbert, Evelyn Ludolph und Stefanie Salzmann)

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