Schnelle Hilfe im trauten Heim - So funktioniert der Hausnotruf

Im Notfall reicht ein Knopfdruck: Die 85-jährige Margarete Otten fühlt sich mit dem Hausnotruf sicher im eigenen Heim. Foto: Ingo Wagner/dpa

Werra-Meißner. Die meisten wollen auch im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Um auch zu Hause im Notfall schnelle Hilfe zu bekommen, gibt es den Hausnotruf.

Simone Sauthoff und Oliver Reins vom Deutschen-Roten-Kreuz (DRK) Kreisverband Witzenhausen stellten das System jetzt bei einer Sitzung des Witzenhäuser Seniorenrats im Schloss Ermschwerd vor und erklärten die Funktionsweise.

VORAUSSETZUNG 

Das Rufsystem besteht aus einer Basis und einem sogenannten „Funkfinger“. Voraussetzung für die Installation ist eine TAE Steckdose (eine Telefondose mit drei Anschlüssen). Die Basis wird dann über eine Nebenstelle eingesteckt. Die Installation wird vom Anbieter übernommen. Beim DRK dauert das etwa eine Stunde. Die Mitarbeiter erklären auch die Funktionsweise vor Ort.

DIE NOTRUFZENTRALE 

Der Hausnotruf ist mit einer Notrufzentrale verbunden. Beim DRK ist die Zentrale in Kassel und 24 Stunden besetzt. Durch Drücken der Knöpfe an den Geräten, wird man mit der Zentrale verbunden, die im Notfall einen Rettungswagen schickt oder Bekannte alarmiert.

DAS SYSTEM 

Die Basis, ein runder weißer Kasten, steht in der Nähe der TAE Dose. Dazu gibt es ein Mobilteil, den sogenannten „Funkfinger“, mit dem man sich frei in der Wohnung bewegen kann. Er kann um die Hand oder um den Hals getragen werden. Das Funkteil darf allerdings nicht weiter als 50 Meter von der Basis entfernt werden, sonst funktioniert es nicht mehr. Ist der Akku des Funkfingers bald leer, wird eine Benachrichtigung an die Zentrale geschickt.

DIE KNÖPFE 

Der rote Knopf wird im Notfall gedrückt. Innerhalb von 30 Sekunden wird man dann mit der Leitstelle verbunden. Um sich für eine längere Zeit bei der Zentrale abzumelden, weil man nicht zu Hause ist, drückt man den grünen Knopf. Die Leitstelle schaltet das System dann in einen Bereitschaftsmodus. Der gelbe oder bei manchen Geräten weiße Knopf muss jeden Morgen und Abend einmal gedrückt werden, damit die Zentrale weiß, dass alles in Ordnung ist. Wird dieser nicht gedrückt, meldet sich die Zentrale telefonisch, um nach dem Rechten zu fragen.

KOSTEN UND ANBIETER 

DRK: 29,85 Euro monatlich (inklusive Einsätze und Schlüsselhinterlegung), einmaliger Anschlusspreis: 32 Euro. Ab Pflegestufe 0 beträgt der monatliche Preis 11,49 Euro, die Anschlussgebühr verringert sich auf 21,51 Euro.

ASB: 35 Euro monatlich (inklusive Einsätze und Schlüsselhinterlegung), ohne Schlüsselhinterlegung: 18,36 Euro monatlich (liegt eine Pflegestufe vor, kommen keine Kosten auf den Nutzer zu).

AWO: Monatlich kostet der Notruf 18,36 Euro, die Pflegekasse übernimmt diesen Betrag bei Vorliegen einer Pflegestufe. Bei der AWO kommen allerdings Kosten für die Einsätze hinzu. Je 13,05 Euro muss man hier pro 30 Minuten Einsatzzeit bezahlen. Auch hier kann der Haustürschlüssel in einem Safe hinterlegt werden. Dafür fallen monatliche Kosten von 9,10 Euro an.

Kontakt: DRK Witzenhausen: Tel. 0 55 42/93 23 17; ASB Hessen-Nord: Tel. 0 56 73/99 79 17; AWO mobil Eschwege: Tel. 0 56 51/ 30 81 08. 

Von Carolin Hartung

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