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Firma Goetel plant Glasfaserversorgung für Hessens kleinste Gemeinde

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Von: Theresa Lippe

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Freuen sich auf schnelles Internet in Hessens kleinster Gemeinde: (von links) Ann-Christin Hahn (Gemeindejugendfeuerwehrwartin), Michael Zukiwski (Projektleiter Kommunalvertrieb Goetel), Johannes Thomas (Wirtschaftsförderung Werra-Meißner) und Bürgermeister Thomas Mäurer.
Freuen sich auf schnelles Internet in Hessens kleinster Gemeinde: (von links) Ann-Christin Hahn (Gemeindejugendfeuerwehrwartin), Michael Zukiwski (Projektleiter Kommunalvertrieb Goetel), Johannes Thomas (Wirtschaftsförderung Werra-Meißner) und Bürgermeister Thomas Mäurer. © Theresa Lippe

Weißenborn – Schnelles Internet für Hessens kleinste Gemeinde: Das ist der Plan von Bürgermeister Thomas Mäurer und der Göttinger Firma Goetel. Damit der in die Tat umgesetzt werden kann, fand nun ein sogenanntes Multiplikatorentreffen statt.

Update vom 21. Juni: Anders als beim Multiplikatorentreffen in Weißenborn vom Projektleiter kommuniziert, wird für das Verlegen der Leerrohre für Glasfaserkabel nicht 60 bis 80 Zentimeter, sondern nur 40 Zentimeter tief gegraben, teilt die Firma Goetel mit.
Ebenfalls sei die Angabe des Mitarbeiters, dass man eine russische Firma für die Bauarbeiten einsetzen werde, scheinbar seitens Goetel missverständlich gewesen. Eine konkrete Baufirma könne erst genannt werden, wenn die konkrete Bauplanung startet.

Multiplikatoren

Multiplikatoren sind Personen, die als Publikationsorgane Fachinformationen weitergeben. In diesem Fall über den geplanten Breitbandausbau in der Gemeinde. In einem Vortrag wurden Hintergründe, Daten, Zahlen und Fakten des Projekts Breitbandausbau von Projektleiter Michael Zukiwski präsentiert, anschließend wurden die Fragen der Multiplikatoren beantwortet. Sie sollen ihr Wissen an möglichst viele Bewohner der Gemeinde weitergeben.

Zur Infoveranstaltung im DGH waren Vereinsmitglieder, Kommunalpolitiker, ein Vertreter der Wirtschaftsförderung Werra-Meißner und Firmen- und Gewerbeinhaber aus der Gemeinde eingeladen. 20 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.

Um die Anwohner der Gemeinde auf den geplanten Ausbau aufmerksam zu machen, hatte die Firma Goetel die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, sie haben Flyer verteilt. Dafür gab es eine Spende über 500 Euro – den symbolischen Scheck dafür nahm Gemeindejugendfeuerwehrwartin Ann-Christin Hahn entgegen.

Glasfaserausbau

Der Ausbau Weißenborn und Rambach kann überhaupt nur stattfinden, wenn mindestens 40 Prozent der Weißenbörner und 40 Prozent der Rambacher vorab Interesse an einem Anschluss bekunden, erklärt Zukiwski. Dafür müssten sich die Anwohner registrieren: „Eine Registrierung ist noch kein verbindlicher Vertrag“, versichert er. „Den Endauftrag geben Kunden erst nach einer finalen Begehung des Bauleiters, vorher besteht keine Verpflichtung.“

Die Bauarbeiten für die Breitbandverlegung würden in kurzen Etappen erfolgen, damit besonders in Rambach die engen Straßen nicht zu lang gesperrt werden müssten.

Netz

Das komplette Netz wird neu verlegt. Dafür werde eine russische Firma Leerrohre in etwa 60 bis 80 Zentimeter Tiefe verlegen, durch die dann die Glasfaserkabel geführt werden. Zukiwski versichert, dass der Anbieter auch abgelegene Höfe und Häuser mit einem Anschluss und schnellem Internet versorgen werde.

Das Breitbandnetz hat eine vergleichsweise hohe Datenübertragungsrate von einem Vielfachen der Geschwindigkeit älterer Zugangstechniken. Kostenlos sei der Ausbau (bis 20 Meter Leitung) für den Endnutzer allerdings nur, wenn er sich in der Vorvermarktungsphase dazu entscheidet. Anschließend tragen Kunden die Kosten für den Ausbau selbst: 699 Euro pro Meter.

Start

Sollte die Quote erreicht werden, beginnen die Bauarbeiten voraussichtlich im Dezember oder Januar, sagt Zukiwski. Wenn alles glatt laufe, seien dann zwischen März und April die Weißenbörner und Rambacher mit schnellem Internet versorgt. Verzögerungen wegen beispielsweise schlechtem Wetter könnten natürlich vorkommen.

Kosten

Der Netzausbau ist für die Bewohner der Gemeinde kostenlos, sagt Zukiwski. Goetel hingegen werde etwa 3,6 Millionen Euro in den Ausbau investieren. „Diese Kosten decken sich für uns dann in fünf bis sechs Jahren durch die Einnahmen der Verträge“, erklärt er. Dabei fallen einmalig 99 Euro Schaltungskosten an. Je nach gebuchtem Tarif variieren Geschwindigkeit und Kosten. So sind es für den kleinsten Tarif mit 50 Mbit/s Download monatlich 39,95 Euro plus einmalig 149 Euro Hausanschlusskosten (diese entfallen bei allen anderen Tarifen mit höherer Leistung). Der größte Tarif umfasst 1000 Mbit/s Download und kostet 79,95 Euro. „Ab September gibt es neue, günstigere Tarife mit mehr Leistung“, so Zukiwski.

Wer bei Fertigstellung des Ausbaus noch an einen Vertrag mit einem anderen Anbieter gebunden sei und trotzdem bei Goetel unterschreibt, könne das schnelle Internet solange kostenlos nutzen, bis der Altvertrag (diesen zahlt man weiter) ausgelaufen sei.

Von Theresa Lippe

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