Filmprojekt an Berufsschule

Schüler in Witzenhausen drehen Krimi

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Ein Maskenbildner ist immer dabei: Als Vorbereitung auf seine Vater-Rolle pudert Sc hülerin Nele Anouk Martin (17) das Gesicht von Lehrer Simon Schmidt ab.

Witzenhausen – Ausgestattet mit einer Videokamera, drehten 25 Schüler der Beruflichen Schulen in Witzenhausen im Rahmen der Thementage einen Film.

Alkohol, Gewalt und Tod waren dabei die vorherrschenden Themen. „Wir haben den Schülern bei der Ideensuche und Umsetzung freie Hand gelassen“, so die beiden Lehrer Simon Schmidt und Kirsten Theis, die gemeinsam die Projektgruppe leiteten.

Keine Angst vor sensiblen Themen

Doch während der vier Thementage wurden nicht nur die einzelnen Szenen für den Film gedreht. Zu Beginn sammelten die Schüler erst einmal Ideen und erarbeiteten gemeinsam ein Konzept. Nachdem sie sich für das Genre Kriminalfilm entschieden hatten, schrieben sie einen groben Handlungsrahmen zu einem sensiblen Thema, welches dennoch nicht tabuisiert werden dürfe: 

Eine Mädchengruppe geht nach ihrem Abiball – leicht angetrunken – nach Hause. Dabei fällt eines der Mädchen unbemerkt zurück. Sie wird von dem Freund einer Freundin gepackt und verschleppt. Dieser vergewaltigt sie zuerst und tötet sie danach.

Selbstorganisation der Schüler ist Teil des Filmprojektes

Für das Filmprojekt wurden Schüler gebraucht, die vor der Kamera als Schauspieler agierten, hinter der Kamera die Szenen filmten und das Schneiden und Zusammensetzen der Aufnahmen übernahmen. „Hier waren die Selbstorganisation und die Stärken der Schüler gefragt“, erklärte Schmidt.

Die Kameraausrüstung für den Dreh stellte das Medienzentrum der Beruflichen Schulen in Eschwege zur Verfügung. Dafür gab es sogar extra eine Einführung in den Umgang mit der Kamera.

Gedreht wurde nicht nur in der Schule. Für einige Filmszenen verlagerten die Schüler ihren Einsatzort an den Waldrand. Das Drehbuch hielten die Schüler bewusst offen und sprachen sich vor den einzelnen Aufnahmen ab. Dann wurde improvisiert und situativ geschauspielert. 

Lehrer und Schulband wirkten beim Dreh mit

Auf vielfachen Wunsch der Schüler wurden auch die Lehrer eingebunden. Diese spielten die Eltern des getöteten Mädchens. Auch die Schulband erklärte sich bereit, beim Filmdreh mitzuwirken, und kam bei den Aufnahmen zum Abiball zum Einsatz.

Nachdem die Szenen gedreht wurden, war das Schnittteam dran. Zuerst mussten sie die Aufnahmen sichten, denn jede Szene wurde mehrmals und aus verschiedenen Perspektiven gedreht. Dann wurden die besten Aufnahmen herausgesucht, bearbeitet und in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt.

Am Ende sollten die Übergänge im Film natürlich flüssig sein, waren sich die Schüler einig.

Das Ergebnis ihrer viertägigen Arbeit präsentierte die Filmgruppe dann am Freitag beim Tag der offenen Tür der Beruflichen Schulen.

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