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Schulkinowoche: Rassismus, Homosexualität und soziale Medien sind Thema

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Blick hinter die Kulissen: Filmpädagoge Joachim Elsler (links) und Drehbuchautor Arne Dechow beantworten Fragen der Schüler.
Blick hinter die Kulissen: Filmpädagoge Joachim Elsler (links) und Drehbuchautor Arne Dechow beantworten Fragen der Schüler. © Sarah Hildmann

Hundelshausen – Für etwa 80 Schüler der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode gab es diese Woche eine ungewöhnliche Unterrichtseinheit. Anstatt die Schulbank zu drücken, machten es sich die Schüler in der Kino-Kirche in Hundelshausen in bequemen Kinosesseln gemütlich.

Im Rahmen der „SchulKinoWochen Hessen“ wurde den Neuntklässlern der Film „Toubab“ gezeigt, der letztes Jahr unter Corona-Bedingungen in den Kinos lief. „Wir sind froh, dass durch die SchulKinoWochen die Möglichkeit besteht, dass mehr Jugendliche den Film im Kino ansehen können“, erklärt Arne Dechow, der Drehbuchautor des Films. Auch die Klassenlehrer freuten sich über die Chance, den Schülern das klassische Kinoerlebnis wieder näher bringen zu können und so das Interesse an einem Kinobesuch aufleben zu lassen. „Der Kinobesuch wurde mit einer Projektwoche zum Thema Respekt verknüpft und verschiedene Aspekte des Films wie Abschiebung und Homosexualität wurden aufgegriffen und vorab im Unterricht behandelt“, erläutert Klassenlehrer Andreas Bernart. Eine Schülerin berichtet, dass sie sich sehr auf den Film freue. Der Trailer habe sie positiv überrascht, er sei nicht so langweilig wie befürchtet.

In dem etwa anderthalbstündigen Film geht es um Babtou, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut mit der Polizei in Konflikt gerät und nun in den Senegal abgeschoben werden soll, da er, obwohl er in Deutschland geboren wurde, keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Als einzigen Ausweg gehen Babtou und sein bester Freund Dennis eine Scheinehe ein und werden dabei nicht nur mit Rassismus und Homophobie, sondern auch mit den starren Regeln der behördlichen Bürokratie und der Macht der sozialen Medien konfrontiert.

Besonders Themen wie Rassismus, Homosexualität und soziale Medien sind bei Jugendlichen sehr aktuell und stoßen auf großes Interesse. „Die Schüler sollen vor allem auch für die erzählerische Intention des Films sensibilisiert werden. Wie entsteht so ein Film und welche Botschaft soll er vermitteln?“, betont Dechow. Gemeinsam mit dem Filmpädagogen Joachim Elsler nimmt er sich daher nach der Filmvorstellung Zeit für ein Gespräch, um die Fragen der Schüler zu beantworten. Vor allem geht es dabei um einen Blick hinter die Kulissen. Wie funktioniert so ein Dreh eigentlich, wie lange dauert er und wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Neben der Sensibilisierung für die Entstehung des Films und einer Inspiration für zukünftige Filmschaffende, ist besonders auch die Medienkompetenz ein wichtiges Ziel der Schulkinowochen.

Von Sarah Hildmann

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