Naturcamp lehnt Kooperation mit Heimathafen ab

Schwimmende Ferienhäuser am Ostufer - Investorin stellt Pläne vor

So könnten sie aussehen, die schwimmenden Ferienhäuser am Werratalsee. Die Schwimmhäuser auf dem Bild liegen am Südufer des Geierswalder Sees an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen.
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So könnten sie aussehen, die schwimmenden Ferienhäuser am Werratalsee. Die Schwimmhäuser auf dem Bild liegen am Südufer des Geierswalder Sees an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen.

Ihr Projekt schwimmender Ferienhäuser hat jetzt eine Thüringer Unternehmerin für das Ostufer des Werratalssees vorgestellt. Auch das dort ansässige Naturcamp Meinhard stellte seine Pläne vor.

Schwebda/Grebendorf – Weitere zwei der insgesamt vier potenziell am Ostufer des Werratalsees interessierten Investoren haben ihre Konzepte am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Bauausschusses der Gemeinde Meinhard vorgestellt.

Die Schwimmhäuser

„Wenn wir neue Kraft brauchen, gehen wir um den Werratalsee – das ist wie eine Kur für uns“, sagt Steffi Oßwald zu Beginn ihrer Konzeptvorstellung. Die Thüringer Unternehmerin will am Ostufer bei Schwebda in einem ersten Schritt vier bis fünf schwimmende Ferienhäuser bauen – fest verankert an einem circa 45 Meter langen Steg, der in den See ragt. Die nicht motorisierten Häuser sind zirka vier bis fünf Meter breit und 14 Meter lang, sollen eine Terrasse haben und mit zwei Schlafzimmern einer Familie Platz bieten. „Wir wollen dort einen Ort schaffen, wo Menschen Stille finden, wenn sie es wollen, aber ebenso auch aktiv sein können“, sagt Steffi Oßwald.

Dieser Gedanke kooperiere aus ihrer Sicht auch gut mit dem bereits vorhandenen Werratalsee Naturcamp Meinhard, aber auch mit den kürzlich von der Grebendorfer Familie Wiesmann präsentierten Plänen einer Gastronomie und Wohnmobilstellplätzen.

Ein Nebeneinander mit dem „Heimathafen“ – die geplante Gastronomie von Christian Mehler – schließt sie für ihr Projekt eher aus. „Wir haben Bedenken, dass es einen Konflikt mit dem Ruhebedürfnis der Ferienhausbewohner geben kann“, sagte sie.

Investition von einer Millionen Euro

Nach den Vorstellungen der Unternehmerin, die am Ostufer etwa eine Million Euro investieren würde, sollen die Ferienhäuser „idealerweise“ ganzjährig vermietet werden. Die Preise pro Nacht hat sie für die Nebensaison von Januar bis März mit etwa 110 Euro kalkuliert, während der Hauptsaison mit 150 bis 160 Euro. „Dafür kann dann dort aber auch eine ganze Familie mit Kindern wohnen.“

Problem: Schlechte Wasserqualität

Von der Gemeinde erwartet die Unternehmerin ein klares Votum. Denn schon jetzt gäbe es für die Schwimmhäuser einige Hürden zu überwinden. Die Gemeinde müsste den Bebauungsplan für das Ostufer ändern. Bevor das nicht geschehen ist, könnte Oßwald nicht mal eine Bauvoranfrage stellen. Ein weiteres Problem sieht sie in der schwankenden Wasserqualität des Sees, wofür sie sich eine Lösung wünscht. Für die Schwimmhäuser will sie ein Exklusivrecht am Werratalsee haben, auch mit der Option der Erweiterung um noch mal vier bis fünf Häuser. Stehen könnte die Anlage ihren Einschätzungen nach etwa Mitte 2023.

Naturcamp Meinhard

Rainer Klippert, seit inzwischen acht Jahren mit seinem Verein „Werratalsee Naturcamp Meinhard“ Anrainer am Ostufer, sagte am Donnerstag: „Die Idee der Schwimmhäuser ist das Beste, was uns in den letzten Jahren angetragen wurde.“ Das Konzept passe zum Naturcamp wie „Deckel auf Topf“.

Gute Bewertungen auf sozialen Netzwerken und Camping-Portalen

Gemeinsam mit seinem Sohn Jonas schilderte Klippert die Arbeit seines Vereins, der nicht nur das Camp betreibt, sondern im Gegenzug der Einnahmen aus dem Parkplatz das Ostufer für die Gemeinde pflegt. „Dass Basic-Camping in ist, haben wir schon vor acht Jahren erkannt“, sagt Klippert. Die Gästezahlen des Camps seien jährlich gestiegen und lagen zuletzt bei 15 000 in sechs Jahren – Familien, Radfahrer, Pfadfinder, Schulklassen. „Wir sind keine Eintagsfliege“, sagte er und verwies auf Top-Bewertungen aus sozialen Netzwerken und Campingportalen.

Regionale Produkte vermarkten

Künftig könne man regionale Produkte mit vermarkten, überregionale Sportevents generieren, den Strand um ein Schlammbad erweitern und einen Streichelzoo einrichten. Vorstellbar sei auch, den Verein in ein Unternehmen umzuwandeln, privates Geld zu investieren. Dafür brauche es aber einen Pachtvertrag von deutlich mehr als fünf Jahren.

Eine Kooperation mit der „Heimatalm“ und Christian Mehler lehnt Klippert kategorisch ab. Als Unternehmer sei „Mehler nicht ernst zu nehmen“ und als „Mitarbeitender ist er für uns nicht interessant“.

Eine Botschaft gab Klippert den Anwesenden am Donnerstag noch mit: „Einfach verjagen lassen wir uns nicht, wir werden mit allen legalen Mitteln dafür kämpfen, dass unsere Idee weiterlebt.“ (Stefanie Salzmann)

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