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Sechs Tiere in Gehege bei Diedorf von Wolf getötet

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Von: Stefanie Salzmann

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Gerissenen: eine Damwildkuh mit Besitzerin Martina Hauck (links) und Gutachterin Christiane Bebendorf.
Gerissenen: eine Damwildkuh mit Besitzerin Martina Hauck (links) und Gutachterin Christiane Bebendorf. © Heike Herbst/nh

Die Behörde geht „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ von einem Wolfsangriff aus. Sechs Tiere wurden getötet.

Wanfried/Diedorf – Im von Wanfried knapp acht Kilometer entfernten thüringischen Diedorf sind am Mittwoch in einem Damwildgehege mindestens sechs Tiere getötet worden. In dem Wildgatter wurden die Kadaver von einem Hirsch, einem Spießer (einjähriger Hirsch) sowie zwei weiblichen Tieren und zwei Kälbern gefunden. Ein Kalb ist verschwunden. Wie das bürgerschaftliche Infonetzwerk Wolf mitteilt, seien an den getöteten Tieren wolfstypische Kehlbisse festgestellt worden.

Das für Wolfsangriffe in Thüringen zuständige Kompetenzzentrum des Umweltministeriums war am Mittwoch vor Ort und hat Proben für genetische Analysen von den Kadavern genommen. Parallel war auch die unabhängige Rissgutachterin Christiane Bebendorf in Diedorf und hat Proben gesichert. „Die Kehlbisse an dem Spießer und den beiden Alttieren waren sehr deutlich“, so Christiane Bebendorf.

Wolfsangriff: Sechs Tiere getötet

Betrieben wird das 1,3 Hektar große Wildgehege bei Diedorf seit 20 Jahren von der Landwirtsfamilie Hauck. Der Zaun um das Gehege ist nach deren Auskunft zwei Meter hoch. „Wir haben die toten Tiere bei unserer morgendlichen Kontrollfahrt entdeckt“, berichtet Martina Hauck. Um in das Gehege einzudringen, seien die Angreifer, bei denen es sich laut der Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Wolf „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um einen oder mehrere Wölfe handele, unter dem Zaun hindurch. „An einer Stelle haben wir Haare am Zaun gefunden“, so Martina Hauck.

Auch im Werra-Meißner-Kreis ist jetzt eine neue Wölfin nachgewiesen worden. Wie das zuständige Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gestern mitteilte, sei mithilfe der genetischen Analyse einer Kotprobe aus dem Werra-Meißner-Kreis ein neues Wolfsindividuum in Hessen identifiziert werden. Möglich sei dies dank einer aufmerksamen Spaziergängerin geworden, die ihren Fund an den Wolfsberater meldete. Das weibliche Tier mit dem Laborkürzel GW2407f wurde laut HLNUG im vergangenen Jahr im rund 400 Kilometer entfernten Wolfsterritorium Billenhagen in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Für Hessen handelt es sich um den Erstnachweis dieses Tieres.  Von Stefanie Salzmann

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