Seit 25 Jahren trifft sich der Frauengesprächskreis

Glaube und Alltag als Themen: Der Frauengesprächskreis Fürstenhagen mit Johanna Meimbresse (von links), Hannelore Möller, Elsbeth Schmidt (Gründerin), Irene Nölke, Brunhilde Beulshausen, Inge Reuter, Ingrid Mertens, Katharina Albach und Anke Germandi. Foto: Röß

Fürstenhagen. Sie beten, sie singen, sie sprechen miteinander - und sie helfen: Die Teilnehmerinnen des Frauengesprächskreises Fürstenhagen, der seit 25 Jahren besteht.

Noch feiern die Narren am Abend des Rosenmontags ausgelassen in der Fürstenhagener Mehrzweckhalle, als sich nur einen Steinwurf entfernt die Teilnehmerinnen am Frauengesprächskreis der evangelischen Kirchengemeinde in einem Nebenraum des Forellenfänger-Kindergartens treffen.

Nur weil Rosenmontag ist, das 14-tägliche Montagstreffen abzusagen, käme den Frauen nicht in den Sinn. Dafür bedeutet ihnen die Gesprächsrunde einfach zu viel, in denen es um Themen des christlichen Glaubens ebenso geht wie um die fröhlichen aber auch nachdenklichen Dinge aus ihrem täglichen Leben. So singen und beten sie gemeinsam und nehmen biblische Texte zum Anlass, sich mit Fragen zu Familie, Beruf und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Mitunter laden sie auch Referenten ein.

An diesem Montag gehört auch Elsbeth Schmidt zur Runde der neun Frauen. Obwohl die 86-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nur noch gelegentlich dabei ist, liegt ihr der Kreis nach wie vor am Herzen. Kein Wunder, denn die Fürstenhagenerin hat ihn vor 25 Jahren selbst ins Leben gerufen. Zu den Frauen der ersten Stunde gehören Brigitte Schmidt, Irene Nölke, Brunhilde Beulshausen und Anke Germandi, die auch heute noch mit dabei sind.

Elsbeth Schmidt erinnert sich noch an die Anfänge der Frauenarbeit in Fürstenhagen, die ins Jahr 1952 zurückreichen. Damals war Pfarrer Franz Schöffel nach Fürstenhagen gekommen und hatte die Frauenhilfe ins Leben gerufen. Dessen Ehefrau Luise engagierte sich sehr und über zahlreiche Aktivitäten im eigenen Ort hinaus wurde sogar eine Krankenstation in Afrika aufgebaut. Nach Schöffels Ruhestand bekam die Frauenhilfe, bundesweit mittlerweile zum Frauenkreis umbenannt, in Fürstenhagen eine andere Qualität.

Das Bedürfnis, sich wieder intensiver mit den Themen des christlichen Glaubens zu beschäftigen, fand ab 1983 mit der Ära von Pfarrer Gert Merkel wieder die nötige Unterstützung und führte 1990 zur Gründung des Frauengesprächskreises. Die Gruppe engagiert sich auch bei der Ausrichtung von Weltgebetstagen und hilft bei Gemeindefesten und Basaren. Weil es auch ihrem Verständnis von christlicher Nebenliebe entspricht, Menschen in Not zu helfen, spendet sie zudem fortlaufend zu Gunsten des Elternhauses für das krebskranke Kind in Göttingen und unterstützt seit 19 Jahren die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

Einzige Ausnahme war 2015, weil die Gruppe für die Flüchtlingskinder im Erstaufnahmelager in Hessisch Lichtenau Wäsche besorgte.

Hannelore Möller, die Sprecherin der Gruppe, verrät, dass sich die Frauen als nächstes den Kleinkindern der drei Flüchtlingsfamilien widmen wollen, die im evangelischen Gemeindehaus in Fürstenhagen untergebracht sind. (zlr)

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