Austausch ist ein Grundbedürfnis

Seniorenbewegung Weißenborn trifft sich nun seit genau zehn Jahren

Immer flott unterwegs: Wenn die Weißenbörner und Rambacher der Seniorenbewegung nicht gerade im Ort unterwegs sind, machen sie auch mal Tagesausglüge etwa nach Lindewerra, Kassel und Frankfurt. Archivfoto: Privat/nh
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Immer flott unterwegs: Wenn die Weißenbörner und Rambacher der Seniorenbewegung nicht gerade im Ort unterwegs sind, machen sie auch mal Tagesausglüge etwa nach Lindewerra, Kassel und Frankfurt. Archivfoto: Privat/nh

In Weißenborn schenken sich die Dorfältesten gegenseitig Zeit. 27 Frauen und 15 Männer treffen sich alle 14 Tage für drei schöne Stunden – und das nun schon seit zehn Jahren.

Weißenborn – Mehr braucht es nicht, um das Miteinander zu pflegen. Ins Leben gerufen wurde die Seniorenbewegung damals von Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Entstanden ist sie aus einer Bürgerbefragung und dem Projekt „Älterwerden in Weißenborn“ heraus.

Schon am ersten Treffen nahmen über 20 Senioren teil, weitere kamen innerhalb kurzer Zeit dazu. Ein klares Zeichen. Selten verpasst einer der 42 Senioren einen Termin, die im Rambacher Dorfgemeinschaftshaus und der Begegnungsstätte in Weißenborn stattfinden.

„Und wenn es doch mal so ist, dann hat das immer einen triftigen Grund“, betont Arno Mäurer, Sprecher der Seniorenbewegung. Auch wenn die Senioren gut im Gemeindeleben integriert sind, sei es doch viel wert, wenn sie mit Gleichaltrigen zusammenkommen, sagt er. Denn die Menschen teilen oft eine gemeinsame Vergangenheit, gemeinsame Gedanken und gemeinsame Sorgen. „Der Austausch über diese Dinge ist ein Grundbedürfnis“, sagt Arno Mäurer.

Auf die Treffen fiebern viele der Senioren regelrecht hin, weiß der Ehrenbürgermeister. Besonders schwer sei daher das erste Jahr der Coronazeit gewesen. „Wir haben ein Jahr lang pausiert, vor allem für die Alleinstehenden war das eine schwere und sehr einsame Zeit“, sagt er.

Die Menschen haben sich nach den Kontakten gesehnt. In dieser Zeit habe er versucht, den Menschen Mut im Gemeindeblättchen zu machen. Umso größer war die Freude, als die Treffen in den vergangenen Monaten wieder stattfinden konnten. Wegen der steigenden Coronazahlen haben die Senioren die für heute geplante Feier anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Seniorenbewegung aber leider wieder abgesagt. „Das holen wir nach“, sagt Thomas Mäurer. Auf dem Programm stehen bei den regelmäßigen Treffen zum Beispiel gemeinsames Singen, Spaziergänge, Kaffee und Kuchen und natürlich das Geschichtenerzählen aus alten Zeiten.

Beim Singen werden die Senioren von Hildegard Ruhlandt auf der Ziehharmonika begleitet, das selbst zusammengestellte Liederbuch umfasst mittlerweile weit über 120 Stücke. „Wir sind ein richtiger Gesangsverein“, sagt Arno Mäurer. Unterstützt wird die Seniorenbewegung durch die Betreuerinnen Anita Holzapfel und Rosi Roth, Karin Hardt hat die Küche im Rambach übernommen. „Wir fühlen uns bei unseren Betreuerinnen sehr wohl und sicher“, sagt Arno Mäurer. Zur Sicherheit trägt auch der von den Senioren gewählte Sicherheitsbeauftragte Rainer Schmidt bei, der bei den Treffen regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen aufklärt. Denn ältere Menschen seien besonders häufig betroffen – etwa durch den Enkeltrick oder einen Schockanruf. Von der Polizei wurde er dahingehend ausgebildet, seine Expertise zu solchen Thema gibt er gerne an alle Bürger weiter.

Weitere interessierte Senioren sind bei der munteren Truppe immer gern gesehen. „Gönnt euch drei schöne Stunden alle 14 Tage, dann wird der Alltag nie zur Plage“, reimt Hobbydichter Arno Mäurer. (Jessica Sippel)

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