Veterinäramt richtet Sperrbezirk in Lichtenau ein

Seuche tötet Bienenbrut

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Sind die Brutwaben optisch in Ordnung, kann mit einer Untersuchung von Futterproben frühzeitig festgestellt werden, ob ein Bienenstand mit Faulbrutsporen infiziert ist.

Hopfelde/Reichenbach – In den Lichtenauer Ortsteilen Hopfelde und Reichenbach ist es zu einem Ausbruch der amerikanischen Faulbrut gekommen, wie der Kreis auf Nachfrage mitteilt. Deswegen wurde das Gebiet in einem Umkreis von einem Kilometer zum Sperrgebiet erklärt. Alle Bienenvölker in diesem Gebiet werden auf die Amerikanische Faulbrut untersucht.

Die Bienenseuche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in Amerika beschrieben, sei aber schon immer in Europa verbreitet, informiert der Kreis. Der Erreger ist das Sporen bildende Bakterium Paenibacillus larvae.

Sporen werden hauptsächlich über räubernde Bienen, kontaminierte Waben beziehungsweise Bienenwohnungen sowie über Honig und Futter verbreitet. Die Larven im Bienenstock würden die Sporen mit dem Futter aufnehmen. Dann werden sie entweder vor oder nach der Verdeckelung der Brutzelle von den Faulbrutbakterien abgetötet. Dadurch werde das Bienenvolk zunehmend geschwächt und stirbt meist spätestens im Winter ab. Die Sporen sind sehr widerstandsfähig und über Jahre infektiös. Für den Menschen sei die Seuche aber absolut ungefährlich, bestätigt Kreissprecher Jörg Klinge.

Als Behandlungsmöglichkeit nennt der Kreis ein Kunstschwarmverfahren, welches aber bei schwachen Völkern oder einer leistungsschwachen Königin wenig Aussicht auf Erfolg hat. Wenn nach dem Gutachten eines beamteten Tierarztes die Seuche dadurch nicht getilgt werden kann, ordnet die zuständige Behörde laut Bienenseuchenverordnung die Tötung der seuchenkranken Bienenvölker an.

Ein Ausbruch der Krankheit sei erkennbar, wenn eine breiige, kaffeebraun verfärbte, fadenziehende Masse in den Brutzellen mit noch nicht eingetrocknetem Zellinhalt festgestellt wird. Eine Früherkennung sei durch die Untersuchung von Futterproben auf Faulbrutsporen möglich.  

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