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Sicher durch den Sommer: Kinder beim Schwimmen nie aus den Augen lassen

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Von: Konstantin Mennecke

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Waren bei der Personensuche in Rosdorf im Einsatz: Taucher der Kreisfeuerwehr Northeim.
Waren bei der Personensuche in Rosdorf im Einsatz: Taucher der Kreisfeuerwehr Northeim. © Konstantin Mennecke

Werra-Meißner – Mit den hohen Temperaturen in der Region sind nicht nur die Freibäder wieder stark gefüllt, auch die Badeseen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), im Werra-Meißner-Kreis in Eschwege, Großalmerode, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen vertreten, mahnt dazu, insbesondere Kinder nicht aus den Augen zu lassen. Erst am Wochenende kam es im Raum Göttingen zu einem tödlichen Badeunfall.

Dort war ein 25-Jähriger von Tauchern der Kreisfeuerwehr des Landkreises Northeim tot aus einem Baggersee geborgen worden. Der See ist nicht zum Baden freigegeben. Damit solche Unglücksfälle im Werra-Meißner-Kreis nicht passieren, sollten Eltern, Schwimmer und Badeurlauber „möglichst immer an bewachten Badestellen schwimmen und ausgeschriebene Warnhinweise beachten“, teilt Martin Holzhause, Sprecher der DLRG, mit. „Eltern sollten kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und immer in Griffweite bleiben“, so Holzhause. In Binnengewässern sind 2021 bundesweit mindestens 255 Menschen ums Leben gekommen.

Um im Landkreis für Sicherheit an Badestellen zu sorgen, existieren drei Notrufsäulen, die in einem Gemeinschaftsprojekt der DLRG und der Björn-Steiger-Stiftung aufgestellt wurden. Zwei Säulen stehen seit Frühjahr 2021 am Werratalsee in Eschwege, eine dritte Säule am Grünen See in Hundelshausen. Seit Sommer 2020 werden die Notrufsäulen bundesweit aufgestellt. Wie Christian Hoppe, Pressesprecher der Björn-Steiger-Stiftung, auf Anfrage mitteilt, stehen bundesweit 260 dieser Säulen. „Unser gesetztes Ziel ist es, dass jährlich rund 200 dazukommen“, betont Hoppe. Wie schnell das Netz wachsen könne, sei von den Lieferzeiten für die Bauteile wie Solar- und LTE-Mobilfunk-Module abhängig.

Genutzt werden die Notrufsäulen intensiv: 7000 Notrufe sind innerhalb eines Jahres aufgelaufen, 52 am Tag war der Höchstwert, mindestens eine Meldung habe es in den Wintermonaten gegeben. Die Zahl der böswilligen Fehlalarme sei mit zwei bis drei Prozent gering.

Säulen senden Standort per GPS

Rund 4000 Euro kostet jede Notrufsäule, die an zahlreichen Badeseen und Badestellen aufgestellt wurden. Die Säulen arbeiten dank Solarenergie und Anbindung an das Mobilfunknetz vollkommen autark ohne jegliche Kabelanbindung. Die Notrufsäulen sollen es Ersthelfern ermöglichen, auch ohne ein Handy direkt Hilfe rufen zu können. Die Säulen senden beim Notruf ihren GPS-Standort an die jeweilige Rettungsleitstelle, telefonisch wird die Art des Notfalls abgeklärt. kmn

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