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Expertinnen geben Tipps: So sind Hunde im Auto richtig gesichert

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Von: Theresa Lippe

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Bretonenmischlingshündin Karla ist mit einem Hundegurt auf der Rückbank sicher angeschnallt.
Bretonenmischling Karla ist mit einem Hundegurt auf der Rückbank sicher angeschnallt. © Theresa Lippe

Sommerferienzeit bedeutet für viele Urlaubszeit. Da darf der Hund natürlich nicht fehlen. Zwei Expertinnen aus dem Werra-Meißner-Kreis erklären, wie die Vierbeiner richtig im Auto gesichert werden.

Werra-Meißner – Wie transportiere ich meinen Hund sicher im Auto? Eine Frage, die sich derzeit viele Menschen stellen, die ihren Vierbeiner mit in den Urlaub nehmen wollen. Wir haben mit Expertinnen gesprochen, wie die Fahrt für Hund und Halter sicher und entspannt wird.

Sicherung

Die korrekte Sicherung von Hunden im Auto diene zum einen der Überlebenschance des Tieres bei einem Unfall, zum anderen aber auch der Sicherheit des Menschen, erklärt Tierärztin Michaela Seifert aus der Gemeinde Meißner. Außerdem gebe es Probleme mit der Versicherung, wenn der Hund bei einem Unfall nicht adäquat gesichert war. Es sei sehr wichtig, dass der Hund den Fahrer während der Fahrt nicht ablenkt oder stört.

Seifert empfiehlt deshalb für den sicheren Transport eine Hundebox. Im besten Falle vom Autohersteller passgenau für den Kofferraum angefertigt. Dem schließt sich Hundetrainerin Beatrix Eichstädt aus Jestädt an: „Es gibt inzwischen sogar Transportboxen mit Airbags für die Hunde“, berichtet sie.

Es gibt aber auch Transportboxen im Fachhandel: Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die DIN-Prüfnorm eingehalten wird. Die Boxen müssen im Auto gut gegen Verrutschen gesichert werden. In diesen Boxen können sich die Hunde sicher bewegen und sich während der Fahrt gut anlehnen.

So wird’s gemacht: Der Kleine Münsterländer Kurt wird in einer Hundebox im Kofferraum transportiert. Daneben ist ausreichend Platz für Gepäck.
So wird’s gemacht: Der Kleine Münsterländer Kurt wird in einer Hundebox im Kofferraum transportiert. Daneben ist ausreichend Platz für Gepäck. © jens döll

Beide Frauen bestätigen: Ein Hund kann bei einer Vollbremsung zu einem gefährlichen Geschoss werden. Eichstädt: „Das Tier kann einen im Genick treffen oder gegen die Windschutzscheibe schleudern. Beides geht selten gut aus.“

Aus Studien geht hervor: Bereits bei einer Vollbremsung bei 50 km/h kann ein ungesicherter Hund mit einem Vielfachen seines Gewichtes durch das Auto geschleudert werden. Bei einem Tier von 40 Kilogramm sind das schnell Kräfte von bis zu 2000 Kilo, die dann wirken.

Klimaanlage

„Die Klimaanlage kann für den Hund gefährlich werden“, sagt Trainerin Beatrix Eichstädt. Viele Halter denken, dass die Abkühlung dem Hund guttue – so wie dem Menschen. Doch vor allem kleine Hunde und Welpen werden häufig im Fußraum des Beifahrersitzes transportiert. „Wenn die Kühlung für auf 18, 19 Grad gestellt ist und der Hund die kalte Luft über eine längere Zeit abbekommt, kann es schnell zu einer Unterkühlung kommen“, mahnt sie. Seifert ergänzt: „Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die Klimaanlage nicht zu kalt eingestellt und nicht direkt auf den Hund gerichtet ist.“

Dies entspricht ungefähr dem Gewicht eines Nashorns. Wer keinen Platz für eine Box hat, kann sein Tier mit einem entsprechenden Gurtsystem auf der Rückbank anschnallen. Das sei für die Hunde aber häufig unbequemer, sagt Eichstädt. Netze oder Gitter, die den Fahrzeuginnenraum zum Kofferraum abtrennen, sollten zum Wohl des Hundes nur als eine begleitende Absicherung genutzt werden.

Tipps

„Gewöhnen Sie Ihren Hund von Anfang an ans Autofahren, damit die Reise in den Urlaub nicht die erste lange Fahrt für das Tier ist“, rät Veterinärin Michaela Seifert. Außerdem sollten die Halter mit ihrem Hund vor der Fahrt eine große Runde Gassi gehen, „damit das Tier sich lösen kann“. Zudem empfiehlt die Tierärztin aus der Gemeinde Meißner, Hunde vor der Autofahrt nicht zu füttern, damit sie sich nicht übergeben müssen. „Wichtig ist aber, dass regelmäßig Pausen gemacht werden, damit der Hund etwas trinken kann und man ein paar Schritte mit ihm geht.“

Zu guter Letzt mahnt die Tierärztin: „Hunde, egal wie klein, gehören während der Autofahrt nicht auf den Schoß.“ Sie könnten im schlimmsten Falle dem Fahrer ins Gesicht springen und einen Unfall verursachen. „Man gefährdet also nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen.“

DAS SAGT DIE POLIZEI

Hunde werden als Ladung im Auto angesehen, die Polizei halte sich bei Kontrollen also an das Gesetz zur Ladungssicherheit (§ 22 StVO), erklärt Jörg Künstler, Pressesprecher der Polizei Eschwege. Darin heißt es: „Die Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Zusätzlich darf auch die Sicht nicht beeinträchtigt werden.“ Nicht korrekt gesicherte Hunde können teuer werden.

Verstöße gegen § 22 StVO und ihre Kosen:

Tier nicht angemessen gesichert: 30 Euro Bußgeld, keinen Punkt.

Tier nicht angemessen gesichert mit Gefährdung: 60 Euro, 1 Punkt.

Tier nicht angemessen gesichert mit Sachbeschädigung: 75 Euro, 1 Punkt. (tli)

Von Theresa Lippe

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