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„Sicherer Hafen Weißenborn“ hilft geflüchteten Menschen

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Von: Theresa Lippe

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Helfen ehrenamtlich geflüchteten Menschen: René Skorozewski (links) und Axel Hofmann von der Hilfsgruppe „Sicherer Hafen Weißenborn“.
Helfen ehrenamtlich geflüchteten Menschen: René Skorozewski (links) und Axel Hofmann von der Hilfsgruppe „Sicherer Hafen Weißenborn“. © Theresa Lippe

Eigentlich seien sie gar kein Verein, erklärt Axel Hofmann: „Man könnte sagen, wir sind eine WhatsApp-Gruppe, die auf kurzem Wege geflüchteten Menschen in Not hilft.“

Weißenborn – Gemeinsam mit René Skorozewski und 15 weiteren Mitgliedern bildet er die Hilfsgruppe „Sicherer Hafen Weißenborn“. Beim Namen hätten sie sich an der gleichnamigen Aktion des Bündnisses „Seebrücke“ orientiert.

Eine Hierarchie gebe es bei ihnen nicht, alle seien gleichberechtigt. Jeder helfe mit den Mitteln und Fähigkeiten, die er eben habe, sagt Hofmann. Die einen seien handwerklich begabter und hätten eine Gemeindewohnung renoviert, die anderen seien besser beim Organisieren, die hätten beispielsweise ein „Kino der Begegnung“ auf die Beine gestellt.

Beim „Sicheren Hafen Weißenborn“ liefe alles unbürokratisch ab. Wo Hilfe benötigt wird, werde geholfen – ohne lange Dienstwege, alle arbeiten ehrenamtlich und machen eben das, was sie können. Weder Skorozewski noch Hofmann sind studierte Sozialarbeiter, sie hätten einfach das Bedürfnis, geflüchteten Menschen zu helfen. Skorozewski tat das viele Jahre im Ausland, so beispielsweise in Andalusien, Westafrika und an der Straße von Gibraltar – seit knapp sechs Jahren ist er nun in Weißenborn.

Hofmann hingegen lebt schon lange in Weißenborn, er habe schon 1988 die Fluchtbewegung aus Algerien miterlebt und damals entschieden: „Ich will helfen.“

In den vergangenen fünf Jahren sei der Bedarf an Hilfe für Geflüchtete vermeintlich abgeflacht. Erst seit dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan 2021 sei die Hilfsgruppe in Weißenborn wieder wirklich aktiv geworden.

Mit dem Krieg in der Ukraine sei der Bedarf an Hilfe für Geflüchtete noch mal deutlich angestiegen, erklärt Skorozewski. „In der renovierten Wohnung lebt jetzt eine ukrainische Familie, für die Kinder haben wir Fahrräder organisiert und eine Werkstatt angeboten, in der sie mit uns ihre Räder in Schuss bringen konnten“, berichtet er. Auch Schwimmkurse wurden angeboten.

„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es“ zitiert René Skorozewski den Autor Erich Kästner und fasst damit das Konzept des „Sicheren Hafens Weißenborn“ zusammen.

Offene Anfeindungen gegen die Mitglieder der Hilfsgruppe gebe es nicht, zu manchen Menschen hätte man einfach keinen Kontakt mehr. „Die Region war Zonengrenzgebiet, in der Geschichte war hier schon immer viel Bewegung“, sagt Hofmann. Die meisten Anwohner seien also offen, geflüchtete Menschen in Weißenborn aufzunehmen und willkommen zu heißen.

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