Sie pflanzen ihre Zukunft

Kinder und Jugendliche forsten Schadholzfläche bei Datterode auf

Zwei Jungen stehen im Wald neben einem Schild auf dem Kinder- Jugendwald Datterode steht“.
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Stehen für Waldschutz: Lucas David (links) und Jannik Ronshausen sind Teil der Aktion „Kinder- und Jugendwald“ bei Datterode. Die Auszubildenden helfen beim Bäumepflanzen und haben eine Zauntür gezimmert.

In der Gemarkung Datterode auf dem Weheleben, pflanzen Kinder und Jugendliche einen Mischwald.

Datterode – Karlo Wieditz von der Waldinteressenschaft hat in Datterode das Projekt Kinder- und Jugendwald gestartet. Der hauptberufliche Berufsschullehrer möchte den Teilnehmern dabei die Pflanzenwelt genauer erklären und gleichzeitig Schadholzflächen aufforsten.

Die Idee, auf dem 0,6 Hektar großen Bereich in der Gemarkung Datterode auf dem Weheleben junge Bäume zu pflanzen, hatte die Waldinteressenschaft mit dem Ringgauer Bürgermeister entwickelt.

„Eigentlich sollten Zugezogene und junge Paare hier Bäume pflanzen“, berichtet Wieditz. Weil die Fläche jedoch abgelegen ist, wurde für dieses Projekt eine andere Fläche in Gemeindenähe ausgesucht. Damit es auf dem Weheleben aber trotzdem wieder grünt, hat Karlo Wieditz kurzerhand einen Kinder- und Jugendwald aus dem mit Büschen überwucherten Bereich gemacht.

Zäune bauen und Bäume pflanzen

13 Teilnehmer haben bisher bei der Pflanzaktion mitgemacht. Wieditz hatte Eltern und Kinder angesprochen und war zunächst auf zögerliche Reaktionen gestoßen. „Dann waren sie aber kräftig dabei. Ein Junge hat die 50 Zaunpfähle freiwillig alleine in den Boden geschlagen“, sagt der Organisator und freut sich.

Er habe mit weniger Teilnehmern gerechnet. Doch gerade jetzt, wo die Coronapandemie die Schüler vor den Computerbildschirmen fesselt, sei die Möglichkeit, einsolches Projekt in der freien Natur umzusetzen so wichtig, sagt der 57-Jährige. Beim Zaun aufstellen, Bäume pflanzen, Löcher ausheben und Lagerfeuer machen halten die Teilnehmer zwar den Abstand ein, wie Wieditz versichert, aber: „Manchmal sitzen die auch einfach nur da und unterhalten sich, das fehlt ja auch.“

Neben der Muskelarbeit sollen die Jugendliche auch etwas für die grauen Zellen tun. „Wir arbeiten mit dem Förster zusammen, der uns dann etwas zur Pflanzenkunde erklärt.“

Jugendwald ist ein Experiment

Die Absprachen mit dem Förster sind für die Teilnehmer des Kinder- und Jugendwaldes ganz besonders spannend, weil die Waldinteressenschaft und Karlo Wieditz nicht nur die Jugend forschen lassen, sondern auch selbst Versuche wagen.

„Mit dem Blauglockenbaum aus China starten wir einen Versuch“, sagt der Lehrer. Die kleine Fläche mache Experimente möglich, denn auf großen Flächen bestehe die Gefahr, dass heimische Arten weiträumig verdrängt würden, so der Naturschützer.

Dabei soll das Projekt zum Aufforsten der Schadholzfläche bei Datterode keine einmalige Aktion sein, wünscht sich der 57-Jährige. „Es wird in den nächsten Jahren weitergehen. Die Kinder und Jugendlichen sollen sich in fünf bis zehn Jahren denken, den Baum habe ich gepflanzt.“

Für seine Projektidee möchte Wieditz auch die Grundschulen begeistern und freut sich auf neue Teilnehmer aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis. Die nächste Pflanzaktion in dem Bereich wird in zwei Wochen stattfinden. Kim Hornickel

Kontakt: Telefonisch unter der 01 60/99 10 65 18 oder per E- Mail an wieditzkarlo@gmail.com

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