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Dritter Platz für Eschweger Schüler beim Landesentscheid von Jugend forscht

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Von: Emily Spanel

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Ihre Kompetenz wird weiter gebraucht: (von links) Timon Bohnhardt, Alexander Junghans, Maximilian Schmidt, Tom Iwanyzkyj und Noah Sünder präsentieren (hintere Reihe, von links) Studiendirektorin Marion Lentz (OG), Projektbetreuer Lorenz Schöggl und Dr. Birgit Renke (FWS) ihr Projekt. Bald soll es in der Schulpraxis von OG und FWS zum Einsatz kommen. Auch Websites sollen die Schüler künftig programmieren.
Ihre Kompetenz wird weiter gebraucht: (von links) Timon Bohnhardt, Alexander Junghans, Maximilian Schmidt, Tom Iwanyzkyj und Noah Sünder präsentieren (hintere Reihe, von links) Studiendirektorin Marion Lentz (OG), Projektbetreuer Lorenz Schöggl und Dr. Birgit Renke (FWS) ihr Projekt. Bald soll es in der Schulpraxis von OG und FWS zum Einsatz kommen. Auch Websites sollen die Schüler künftig programmieren. © Emily Hartmann

Eschwege – Die Zukunft kann die Eschweger Schülergruppe nicht mehr überraschen – jedenfalls nicht, wenn es um das Thema E-Learning geht. Die Elftklässler Timon Bohnhardt, Tom Iwanyzkyj, Alexander Junghans, Maximilian Schmidt und Noah Sünder haben sie selbst geschaffen.

Für ihre zukunftsweisende Entwicklung einer digitalen Plattform für Lernstandserhebungen (siehe Hintergrund) ist das Quintett in Darmstadt beim Landesentscheid von Jugend forscht, dem renommiertesten Schüler- und Jugendwettbewerb Deutschlands, mit dem dritten Platz ausgezeichnet worden. Zuvor hatten sie den ersten Platz im Regionalentscheid Hessen-Nord in der Sparte Mathematik-Informatik errungen (wir berichteten).

Überrascht, aber glücklich

„Wir sind noch immer völlig baff, aber überglücklich über unsere Platzierung“, sagt Noah Sünder. Denn schließlich sei die Konkurrenz in Darmstadt eine sehr starke gewesen: Insgesamt stellten 43 Teilnehmer 24 Projekte vor; allein in der Sparte Mathematik-Informatik traten sieben Gruppen an. „Vorgestellt wurden unter anderem ein KI-(künstliche Intelligenz) Türschloss mit Gesichtserkennung und ein Pandemie-Simulationsmodell“, ergänzt Tom Iwanyzkyj.

Einschüchtern ließen sich die Schüler des Eschweger Oberstufengymnasiums davon jedenfalls nicht: Am ersten Wettbewerbstag präsentierten sie einer hochkarätigen Fachjury, bestehend aus Informatikern, Akademikern und Astrophysikern, ihr Projekt und parierten auch die kritischste Nachfrage. „Wir waren zum Glück bestens vorbereitet“, sagt Timon Bohnhardt, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern im Vorfeld letzte kleine Fehler im System behoben hatte. „Insgesamt waren es zwei vollgepackte, aber unvergessliche Tage in Darmstadt“, sagen Alexander Junghans und Maximilian Schmidt.

Hohes Niveau und technische Tiefe

Coronabedingt durften keine Begleitpersonen mit den Eschwegern nach Darmstadt reisen; das traf auch Betreuer Lorenz Schöggl. Der Lehrer bietet seit 2018 das Nachmittagsangebot „Informatikpraktikum“ an der Friedrich-Wilhelm-Schule an – hier wurde die Idee zum Projekt erst geboren. „Die Schüler haben mit ihrer Arbeit schließlich ein Niveau erreicht, das in seiner technischen Tiefe weit über das übliche an einer Oberstufe hinausgeht“, lobt Lorenz Schöggl.

„Was will eine Schulleiterin mehr, als eine solche Entwicklung ihrer Schüler von der achten bis zur elften Klasse miterleben zu dürfen“, erklärte Dr. Birgit Renke, Schulleiterin der Friedrich-Wilhelm-Schule. Marion Lentz, stellvertretende Schulleiterin des OG, auf das die Fünf vor Kurzem wechselte, ergänzte, dass der Erfolg der Schüler ein Zeichen für den funktionierenden Verbund der beiden Eschweger Schulen sei.

Das ist die Plattform für Lernstandserhebungen

Unter Anleitung von Lehrer Lorenz Schöggl haben sich die Gymnasiasten zunächst ganz grundsätzlich mit dem Thema „Distanzunterricht“ auseinandergesetzt. „In der Coronapandemie war die Erhebung von Lernständen durchaus ein Problem – für Schüler wie auch für Lehrer“, erklärt Noah Sünder. Denn gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern ist es zwingend nötig, beispielsweise zu skizzieren oder Kurvenverläufe zu analysieren – mit den begrenzten Möglichkeiten der Tastatur aber ist das schier unmöglich. Also mussten die Aufgaben von den Schülern auf Papier gelöst, dann eingescannt, über eine (kostenpflichtige) App an die Lehrer übertragen werden. „Das alles ist einfach viel zu umständlich“, resümiert Lorenz Schöggl.

Entwickelt hat die Gruppe schließlich eine E-Learning-Plattform, in der man ganz einfach mit einem digitalen Eingabestift Prüfungen lösen kann. Das Ganze im Browser; eine Installation von zusätzlichen Tools ist nicht mehr nötig. Eine Marktlücke. Der Einsatz der Plattform ist vielfältig und im Präsenz- sowie im Digitalunterricht möglich.
Die administrative Oberfläche ist sehr klar aufgebaut. Für Schüler ist die Abgabe ihrer Lernstandserhebung ganz einfach über einen Button möglich. Der Vorteil für die Lehrer ergibt sich in der übersichtlichen Strukturierung.

Von Emily Hartmann

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