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Ulrike Hildebrandt ist die musikalische Leiterin von sieben Chören

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Von: Harald Triller

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Leitet sieben Chöre: Ulrike Hildebrandt, mit dem Violinschlüssel auf dem WR-Sofa, würde heute ihre Vorstände zur früheren Nachwuchsförderung animieren.
Leitet sieben Chöre: Ulrike Hildebrandt, mit dem Violinschlüssel auf dem WR-Sofa, würde heute ihre Vorstände zur früheren Nachwuchsförderung animieren. © Harald Triller

Sie ist die Leiterin von fünf Erwachsenen- und zwei Kinderchören, hat selbst fünf Kinder, darüber hinaus engagiert sich Ulrike Hildebrandt aus Frankershausen noch halbtags in ihrem Lehrberuf als Rechtsanwalts- und Notargehilfin in einer Kanzlei.

Frankershausen – Da bleibt die Frage, ob bei ihrem Pensum die Woche nicht ein paar Tage mehr als sieben haben müsste? „Nein“, antwortet die 48-Jährige prompt, denn alles sei reine Organisation, die freilich viel Koordination verlange. Ehemann Timo, unterstützt seine Frau bei der Musik und der Erziehung der Kinder mit besten Kräften. „Es ja nicht mit den Übungsstunden von Montag bis Samstagvormittag abgetan“, erzählt sie aus ihrem Alltag.

Auf sie warten auch permanente Fortbildungen mit Fahrten nach Wiesbaden, Frankfurt oder Borken, Zeit für die Literaturauswahl ihrer Lieder, die sie mit den Chören einstudiere, und Konzerte und andere öffentliche Auftritt sowie Chorfreizeiten. Nebenbei sagt sie, dass sie seit 2018 ehrenamtliche Chorleiterin des Sängerkreises Mittelwerra ist und den Posten der Kinder- und Jugendreferentin beim Mitteldeutschen Sängerbund (MSB) seit 2021 ausübt. „Singen im Chor ist wunderschön, mein Ziel ist es, Herzen zum Klingen zu bringen.“

Musikerfamilie

Geboren wurde Ulrike Hildebrandt 1974 in Eschwege, aber aufgewachsen ist sie in Eltmannshausen in einer Musikerfamilie: „Unser Vater hat großen Wert darauf gelegt, dass wir das Spielen von Instrumenten lernen.“ So begann sie klassisch mit vier Jahren mit der Blockflöte und mit sieben saß sie vorm Klavier.

Oft hat sie die Ausbildung verflucht. „Aber heute bin ich dankbar über die erzieherische Konsequenz, die da lautete: kein Musikunterricht, kein Kinobesuch“, erinnert sich Ulrike Hildebrandt auch gerne an die Schulchöre in Reichensachsen und Eschwege.

Natürlich verlangen die eigenen Kinder im Alter zwischen 22 und zehn Jahren, drei Mädchen und zwei Jungen, nach der Mutter: „Auch in der Familie ist die Organisation wichtig, meine Kinder haben alle bei den Meißnerspatzen mitgesungen, aber nur meine älteste Tochter, die mehrere Instrument beherrscht, hatte in Erwägung gezogen, Musik zu studieren.“ Die 20- und die 14-jährige Tochter sowie die Söhne, 17 und zehn Jahre alt, haben sich dem Fußball verschrieben. Ihr Mann begleitet sie als aktiver Sänger nach Eichenberg, Kleinalmerode und Hitzerode.

Start im Ehrenamt

Beim Spielmannszug in Eltmannshausen lernte sie noch die Querflöte, ehe sie sich dem Fanfaren- und Musikzug Frankershausen angeschlossen hat, wo auch 1993 der Funke zur Chorleitertätigkeit auf sie übersprang: „Kantor Eduard Künemuth, der den Kirchenchor in Frankershausen geleitet hat, formte mich mit seiner wunderbaren Art des Vermittelns ein Jahr lang, das ich zudem genutzt habe, um mich in Kassel zur Chorleiterin ausbilden zu lassen.“ Ihre ehrenamtliche Karriere startet 1994 beim Kirchenchor.

Weitere Chöre

Apropos Frankershausen: Da hat sie auch ihr Herz an Ehemann Timo verloren. Und dort beerbte sie 1999 ihren Bruder als Chorleiter des MGV Frankershausen bis zur Auflösung in 2009. Zwischenzeitlich folgte aber schon 2004 die Übernahme des MGV Hitzerode. Und drei Jahre später kamen die Meißnerspatzen hinzu.

Ulrike Hildebrandt: „Ein Kinderchor ist was Besonderes.“ Die Mädchen und Jungen verstellten sich nicht, schummelten nicht, sondern sagten ehrlich, was ihnen nicht gefällt. „Ich gebe zu, mein Anfang 2007 war schwer, es gab nur noch eine Handvoll Kinder, die Neuordnung hat Kraft gekostet, sich aber gelohnt, genau wie mein Kurs zur Kinderchorleiterin in Schlüchtern.“

Mit dem Männerchor aus Bad Sooden-Allendorf ging Ulrike Hildebrandt 2013 eine Partnerschaft ein, und als sie 2014 bei der Liedertafel in Niederhone zur musikalischen Leiterin anheuerte, war es nur eine Frage der Zeit, wann sie beim Nachwuchs, den Bückeberg-Lerchen, einsprang. 2015 wurde es Realität. Im gleichen Jahr zog es sie zum Männerchor nach Eichenberg und 2016 kam schlussendlich der MGV Kleinalmerode hinzu.

Voller Advent

Bei Familiengeburtstagen unter der Woche ist eines klar: Ulrike Hildebrandt ist nicht vor 21.30 Uhr als Gast zu erwarten, auch in der bald beginnenden Adventszeit ist sie an den Wochenenden ausgebucht: „Wer jetzt noch einen Wunsch an mich hat, der kommt zu spät.

Die Sängerkreis-Chorleiterin weiß, dass sie hohe Ansprüche stellt, „aber die Zeiten, dass neue Mitglieder vorsingen müssen, um aktiv dabei zu sein, seien lange vorbei. „Ich mag gerade die Sänger, die nicht zur Stargilde zählen, weil sie in der Regel viele ehrenamtliche Arbeiten übernehmen, sich um die Vereinskasse oder auch um die Noten kümmern“, weiß die 48-Jährige die Wichtigkeit einer guten Gemeinschaft einzuordnen.

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