Unternehmer droht Anzeige

Sieben-Meter-Krater: Feldweg einfach weggebaggert

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Gewaltige Erdmassen wurden mit schwerem Gerät bewegt: Von dem ehemaligen Weg, laut Bürgermeister Burkhard Scheld Eigentum der Gemeinde Herleshausen, ist nichts mehr zu erkennen. Die mit Flatterband gekennzeichneten Schilder markieren den ehemaligen Verlauf des Weges.

Herleshausen. Plötzlich war der Feldweg weg: Noch vor rund einer Woche führte ein befestigter Weg am Steinbruch zwischen den Herleshäuser Ortsteilen Wommen und Breizbach entlang.

Heute klafft dort ein gigantisches Loch – etwa sieben Meter tief, ausgehoben mit schweren Maschinen.

Aktualisiert um 11.30 Uhr.

Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld spricht von Wild-West-Methoden: „Der Weg war Eigentum der Gemeinde. Mit einer solch rabiaten Aktion eigenmächtig Tatsachen zu schaffen, ist schlichtweg illegal.“ Der Verursacher scheint mit dem Sontraer Bauunternehmen Petrasch bereits gefunden. Dessen Inhaber Reiner Petrasch hat bereits Post von der Gemeinde Herleshausen erhalten: „Bis nächste Woche Freitag hat er Zeit, den Weg in seiner ursprünglichen Form wieder herzustellen“, sagt Scheld. Komme das Unternehmen der Forderung nicht nach, werde vonseiten der Gemeinde Strafanzeige gestellt.

Über den Grund für den angeblichen Wegeklau könne laut Scheld nur spekuliert werden. Tatsache aber ist, dass ein Konkurrenz-Unternehmen vor zwei Monaten ein an den bestehenden Steinbruch angrenzendes Gebiet erworben hat. Diese Fläche, für die bereits eine Abbau-Genehmigung vorliegt, reicht bis zu dem Areal, an dem künftig die Bauarbeiten zur Autobahn 4 beginnen sollen. „Wird ein neuer Steinbruch eröffnet, ist das eine potenzielle Goldgrube“, sagt Scheld.

Doch der einzige Weg, über den der Konkurrent auf sein Grundstück gelangen konnte, war ein gemeindeeigener Feldweg. Eben der, welcher vor gut einer Woche einem gigantischen Loch gewichen ist.

Das sagt Reiner Petrasch

„Für das besagte Gebiet in der Gemarkung Wommen besitzen wir sowohl eine gültige Abbau-als auch eine Bundesimissionsschutz-Genehmigung vom Regierungspräsidium“, sagt Reiner Petrasch, Inhaber der Firma Petrasch aus Sontra. „Diese Genehmigungen schließen eindeutig auch Arbeiten an der Fläche des strittigen Weges ein.“ Das dieser in den vergangenen 25 Jahren überhaupt, wie von der Gemeinde behauptet, als befestigter Weg existiert habe, will Petrasch nicht bestätigen. „Seit 25 Jahren ist unser Unternehmen dort tätig. Seitdem wurde dort Ackerbau betrieben.“

Hier ist der Krater

Feldweg am Steinbruch bei Herleshausen weggebaggert

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