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So lief die erste Online-Übertragung der Stadtverordnetenversammlung Wanfried

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Von: Theresa Lippe

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Livestream aus Wanfried: Stavo-Vorsitzender Klaus Kremmer am Freitag.
Livestream aus Wanfried: Stavo-Vorsitzender Klaus Kremmer am Freitag. © Theresa Lippe

Als erste Kommune im Werra-Meißner-Kreis hat Wanfried am Freitagabend die Stadtverordnetenversammlung live im Internet übertragen.

Wanfried – Der Livestream der Wanfrieder Stavo war ein voller Erfolg: Teilweise waren 110 Geräte der Übertragung zugeschaltet, wobei davon ausgegangen werden kann, dass vor einigen Bildschirmen mehr als eine Person saß. Zum Vergleich: In der Regel nehmen an den Wanfrieder Stavos um die zehn Besucherinnen und Besucher teil.

Die Umsetzung

Umgesetzt von Medienwerk Eschwege und Benjamin Kleinpeter gab es für alle Zugeschalteten glasklare Klang- und Bildqualität. Aus gleich zwei Perspektiven war die Sitzung zu verfolgen: mit Blick aufs Rednerpult und den Vorsitzenden Klaus Kremmer und mit Blick in den Saal, sobald es um Abstimmungen ging. Kein Wackeln, kein Rütteln, keine Tonaussetzer: Die Umsetzung wirkte durchweg professionell.

Besonders hilfreich war zudem die eingeblendete Powerpoint-Präsentation, in welcher die Tagesordnungspunkte und Anträge mitgelesen werden konnten. Wer vorab verpasst hatte, sich die Tagesordnung runterzuladen, konnte also trotz allem den Überblick behalten, was bei gleich 18 Punkten sicher nicht geschadet hat.

Die Vorteile

Egal ob am Schreibtisch, vom Sofa oder aus der Badewanne – durch den Livestream können zahlreiche Menschen die Stavo verfolgen, die sich für Kommunalpolitik interessieren.

Mal ganz davon abgesehen, dass eine Teilnahme aus den eigenen vier Wänden (oder aus dem Urlaub) schlicht komfortabler ist, auch die Zeit der An- und Abreise wird eingespart und somit bei vielen sicher auch das Benzingeld. Auch die Interessierten, die nicht mehr ganz so mobil sind und im Dunklen lieber zuhause bleiben möchten, können dank Livestream nun wieder aus erster Hand erfahren, was bei den Stadtverordnetensitzungen abgestimmt und diskutiert wurde.

Die Nachteile

1000 Euro pro Sitzung lässt es sich die Gemeinde noch weitere fünfmal kosten, die Übertragung durch ein professionelles Unternehmen durchführen zu lassen. Geld, was sicher manch Parlamentarier lieber an anderer Stelle investieren würde. Sicher eine Summe, die als Kritikpunkt herhält.

Aktuell bleibt es ausschließlich beim Livestream. Wer also lieber zu einem späteren Zeitpunkt ein Video der Stavo anschauen möchte, egal ob auf Youtube gespeichert oder als Download auf der Gemeindehomepage, hat dazu derzeit keine Möglichkeit. Über eine etwaige Speicherung der Videos wird nach der Testphase von sechs Übertragungen beraten, so Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Der Ursprungsantrag zur digitalen Übertragung der Stadtverordneten-Sitzungen in Wanfried stammt von der Fraktion Die Linke, die ihrerseits forderte, die Kosten der Übertragungen möglichst gering zu halten.

Die Mitglieder

„Wie man sieht, hat sich der Versuch, im Kreis voranzugehen und den ersten Schritt zu wagen in jedem Fall gelohnt“, lautet das erste Feedback von Antonia Krämer (Die Linke). Roland Eisenberg (CDU) zeigt sich ebenfalls begeistert: „Toll, alles hat geklappt.“

Reiner Graf (FWG) fühlte sich durch die Übertragung nicht gestört. „Das Modell ist aber noch ausbaubar. Aktuell können die Zuschauer ja nicht an der Fragerunde teilnehmen.“

Positiv, aber auch kritisch äußert sich Erwin Neugebauer (SPD): „Die Zuschauerzahl war höher, als ich erwartet hatte. Mich als Parlamentsmitglied haben die Kameras auch nicht gestört.“ Jedoch sei nach der Testphase zu evaluieren, ob das Format mit den aktuellen Kosten so beibehalten werden sollte.

Gebhard: „Wenn die Einschaltzahlen auch bei den kommenden Sitzungen so bleiben, bin ich zufrieden.

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