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Ortsbilder im Werra-Meißner-Kreis verändern sich

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Von: Stefan Forbert

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ARCHIV - 11.08.2011, Baden-Württemberg, St.peter: Ein Arbeiter installiert auf einem Dach eine Solaranlage. Um die Klimaschutzziele der künftigen Ampelkoalition zu erreichen, müssen aus Sicht des Branchenverbands Solar Cluster bis 2030 allein auf Hausdächern in Baden-Württemberg täglich rund 150 neue kleine Photovoltaikanlagen installiert werden. (Zu dpa «Solarenergieverband: 150 neue Photovoltaikanlagen pro Tag nötig )
Solarmodule statt Tonziegeln bestimmen bald die Optik von immer mehr auch denkmalgeschützten Gebäuden. © Rolf Haid

In den Dörfern im Werra-Meißner-Kreis dürften sich die Ortsbilder demnächst hier und da deutlich verändern.

Werra-Meißner – Nicht nur auf etlichen Scheunendächern, wie schon seit geraumer Zeit festzustellen, werden großflächige, bei Sonnenschein sich spiegelnde Photovoltaik-Module die von rötlichen bis dunkelbraunen Tonziegeln geprägte Optik ablösen. Auch in den alten Ortskernen wird manche Fachwerkkulisse durch Solaranlagen auf Dächern ein verändertes Aussehen bekommen.

Grund dafür ist eine neue Richtlinie für die Denkmalbehörden in Hessen. Danach ist das Installieren von Solaranlagen auf und an denkmalgeschützten Gebäuden in der Regel zu genehmigen. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) will das so, weil man wegen des zunehmenden Klimawandels und der Energiekrise in Folge des Überfalls der Ukraine durch Russland in Sachen Energieversorgung umsteuern müsse.

Im Zuständigkeitsbereich der Unteren Denkmalschutzbehörde des Werra-Meißner-Kreises wurden schon im vorigen Jahr gleich 27 Anträge gestellt, Solaranlagen auf denkmalgeschützten Häusern zu errichten. Knapp 90 Prozent der Anträge seien positiv beschieden worden, teilte Kreissprecher Jörg Klinge auf Anfrage mit. Und abgelehnt wurde seiner Antwort zufolge keiner. Bei einigen Anträge sei mangels vollständiger Angaben eine abschließende Entscheidung nicht möglich gewesen.

Ob die Behörde aufgrund der neuen Richtlinie 2023 mehr denkmalschutzrechtliche Anträge abzuarbeiten hatte, vermochte der Kreissprecher nicht zu sagen: Oft seien die dazu getroffenen Entscheidungen Bestand eines gesamten Baugenehmigungsverfahrens. Denkmalschutzrechtliche Anträge sind zu stellen, wenn ein Kulturdenkmal beseitigt oder versetzt, umgestaltet oder instand gesetzt werden soll.

Da kommt es bei einer denkmalgerechneten Sanierung neben dem Erhalt des Denkmalwertes und dem äußeren Erscheinungsbild auf das Verwenden „geeigneter Baustoffe und Konstruktionen“ an, erläuterte Klinge. „Ein fundamentales Ziel der praktischen Denkmalpflege ist der nachhaltige Substanzerhalt der Denkmale und der verbauten Baustoffe.“ Um Bauschäden zu vermeiden, werde besonders Augenmerk darauf gerichtet, dass Baustoffe wie dichtende Putze und Farbanstriche und ungeeignete Dämmmaterialien von den Bauherren nicht verwendet werden.

Broschüre soll bei der Planung helfen

Auch wenn die Richtlinie in Hessen geändert wurde, beantragt und genehmigt werden müssen Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden nach wie vor. Um die Hausbesitzer dabei zu unterstützen, gibt es vom Landesamt für Denkmalpflege jetzt eine Broschüre mit Anregungen für denkmalverträgliche Lösungen und der Beschreibung, worauf man etwas bei der Wahl der Module und bei der Anbringung achten muss: hessenlink.de/handreichungsolaranlage  (sff)

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