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14 Tonnen Stromkabel an Autobahn-Baustelle weg

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Von: Stefanie Salzmann

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Schlecht einsehbar: Der Eingang der beiden Röhren am Nordportal des A44-Tunnels Boyneburg bei Wichmannshausen. Aus den Röhren stahl eine Diebesbande jetzt 2100 Meter armdicker Stromkabel.
Schlecht einsehbar: Der Eingang der beiden Röhren am Nordportal des A44-Tunnels Boyneburg bei Wichmannshausen. Aus den Röhren stahl eine Diebesbande jetzt 2100 Meter armdicker Stromkabel. © STEFANIE SALZMANN

Das tut weh: Mehrere Tonnen Stromkabel sind von der Tunnelbaustelle Boyneburg der A44 gestohlen worden. Die Baufirma sichert Baustelle deshalb jetzt massiv.

Wichmannshausen – Nachdem in der Nacht zum Montag (4. Juli) von der A44-Tunnelbaustelle Boyneburg bei Wichmannshausen beinahe die gesamte Baustellenverkabelung aus den beiden Röhren gestohlen wurde, kündigt die bauausführende Firma Züblin Konsequenzen an. Dabei handelt es sich um 2100 Meter armdicker Stromkabel mit einem Gewicht von etwa 14 Tonnen.

„Wir werden diesen Diebstahl zum Anlass nehmen und die Baustelle deutlich umfangreicher absichern“, so der Oberbauleiter der Tunnelbaustelle Andreas Decker. Unter anderem werden die Baustellen am Nord- und Südportal des Tunnels Boyneburg jetzt per Video überwacht.

14 Tonnen Stromkabel weg

Der finanzielle Schaden liegt bei zirka 100 000 Euro. „Das tut schon weh“, sagt Deckert. Versichert sei der Diebstahl nicht. „Das wird die Firma tragen müssen.“ Obwohl die gesamte Baustellenversorgung am Montagmorgen weg war, habe man jetzt bereits Provisorien errichtet, sodass es keinen Verzug im Bauablauf gebe.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hatten unbekannte Täter in den Tunnelröhren zunächst den Hauptverteilerkasten aufgebrochen und abgeklemmt – und zwar unter Spannung. „Die Hellsten waren das nicht, denn über dem Kabel gibt es eigentlich einen großen Hauptschalter“, sagt der kaufmännische Projektleiter Robert Voit. Anschließend durchtrennten die Diebe an insgesamt 17 Verteilerkästen, die alle 100 Meter entlang der Röhren angebracht sind, die Stromleitungen (siehe kleines Bild). Polizei und Bauleitung gehen davon aus, dass die Kriminellen die Kabel vor Ort zerschnitten und dann mit einem Lastwagen abtransportiert haben. Bei den geklauten Stromkabel handelt es sich um 1750 Meter verlegter Leitung und 350 Meter Hochspannungskabel, das sich aber noch auf einer Rolle befand. Insgesamt, so Voit, handele es sich um etwa sieben Tonnen reines Kupfer.

Gekappt: Die Leitungen von 17 Verteilerkästen. Der Schaden beläuft sich auf 100 000 Euro.
Gekappt: Die Leitungen von 17 Verteilerkästen. Der Schaden beläuft sich auf 100 000 Euro. © ROBERT VOIT/Züblin

Deckert und Voit gehen davon aus, dass bei dem großen Bruch mindestens fünf bis sechs Leute dabei waren, die für diese enorme Menge Diebesgut einige Stunden gebraucht haben dürften. „Die waren die Nacht über beschäftigt“, sagt Deckert. In der Zeit seit 2018, als die Firma Züblin mit dem Bau des Tunnels begann, habe es keine größeren Diebstähle gegeben.

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