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Inferno verhindert:150 Feuerwehrleute im Einsatz

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Von: Emily Spanel, Yuliya Krannich

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Landwirte unterstützten die Feuerwehrkräfte im Kampf gegen den Waldbrand an der nordhessischen Kreisgrenze.
Landwirte unterstützten die Feuerwehrkräfte im Kampf gegen den Waldbrand an der nordhessischen Kreisgrenze. © TVnews-Hessen

In Nordhessen fängt am Montagabend (4. Juli) eine riesige Waldfläche Feuer. Die Feuerwehr rückt zu einem Großeinsatz aus.

Update von Mittwoch, 6. Juli: Etwa ein Hektar Wald hat seit dem Montagabend nahe den Sontraer Stadtteilen Blankenbach und Wölfterode in Flammen gestanden. Mehr als 150 Feuerwehrleute aus den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg waren bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags hinein im Löscheinsatz. Die sich anschließenden Aufräumarbeiten wurden gestern Mittag beendet. Bei dem Waldbrand handelt es sich um den größten seiner Art in der Region in den vergangenen Jahren.

Alarmiert wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Werra-Meißner gegen 20.20 Uhr zu einer zunächst „unklaren Rauchentwicklung“. Aus Richtung Wölfterode waren Rauchsäulen bemerkt worden. Die Aktiven lokalisierten das Feuer nach schneller, intensiver Suche. Sogleich wurde Großalarm ausgelöst. „Es bestand die Gefahr einer weiteren Ausdehnung“, sagt Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt. Vom derzeit sehr trockenen Waldboden hätten die Flammen über Totholz, trockene Borke und tief hängende Äste auch auf die Bäume übergegriffen.

Waldbrand: Feuerwehr verhindert Inferno

Im Fortgang des Einsatzes habe sich herausgestellt, dass das Feuer auf dem Gebiet des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ausgebrochen sei. Alarmiert wurde nun auch hier. Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren der Kernstadt und der Stadtteile Sontras, Reichensachsens, der Stadt Eschwege, die Freiwillige Feuerwehr Nentershausen, Aktive aus der Gemeinde Wildeck sowie aus Herleshausen und Wommen. Weiterhin vor Ort waren Einsatzkräfte der Technischen Hilfswerke Eschweges und Witzenhausens, das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Eschwege (Betreuungszug), Beamte der Polizei Sontra sowie der Rettungswagen aus Wichmannshausen. Die örtlichen Landwirte steuerten Wasserfässer mit bis zu zwölf Kubikmetern Fassungsvermögen bei, um die Wasserversorgung sicherzustellen.

Man habe bei der Bekämpfung des Feuers eine „hervorragende Gemeinschaftsleistung“ erlebt, sagte Andreas Vedder vom Gefahrenabwehrzentrum Werra-Meißner.

Keine Hinweise auf Brandstiftung

Wie es zu dem Brand auf der Windwurffläche gekommen ist, ist noch unklar. „Wir haben bisher keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden“, betont das Polizeipräsidium Osthessen. „Der Schaden ist nicht immens. Das steht fest“, betonte der Leiter des Forstamts Rotenburg, Hans-Werner Führer. 15 bis 20 große Bäume seien mit abgebrannt, die dort noch standen. Ob bereits kleine Bäume wieder angepflanzt worden waren, konnte am Dienstag noch nicht geklärt werden. 

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Das war eine ganz knappe Kiste“, sagt André Bernhardt, Stadtbrandinspektor Sontras. Unter anderem bedingt durch die aktuelle Trockenheit der Böden hätte sich der Waldbrand nahe Blankenbach und Wölfterode schnell zu einem Inferno ausweiten können.

„Die Einsatzkräfte haben landkreisübergreifend hervorragend zusammengearbeitet und Schlimmeres verhindert“, lobt André Bernhardt. „Das Zusammenspiel aller Beteiligten war eine top Mannschaftsleistung.“

Dem Lob schließt sich Andreas Vedder, stellvertretender Kreisbrandinspektor Werra-Meißner, gern an. Besonders erwähnenswert sei der Einsatz der örtlichen Landwirte, die mit Zwölf-Kubikmeter-Fässern halfen, die Wasserversorgung schnell aufzubauen und für die gesamte Dauer des Einsatzes sicherzustellen.

Von der nahe gelegenen A44-Baustelle hätten kurzfristig zwei Fahrzeuge mit hohem Wasser-Fassungsvermögen hinzugezogen werden können. Die Stadtwerke Eschwege hätten noch dazu Spülfahrzeuge, die bis zu elf Kubikmeter Wasser fassen können, entsendet.

Rund 150 Feuerwehrleute halfen, den Waldbrand in den Griff zu bekommen.
Rund 150 Feuerwehrleute halfen, den Waldbrand in den Griff zu bekommen. © TVnews-Hessen

„Wir hatten um die 80 000 Liter Wasser auf der Achse“, rechnet André Bernhardt vor. Um schnell die Kontrolle über einen Waldbrand dieser Größenordnung gewinnen zu können, ist eine möglichst hohe Wassermenge entscheidend. Weiterhin sei schnell und reibungslos eine entsprechende Logistik mit Pufferstationen, Pendelverkehr und Einbahnstraßen-Regelung aufgebaut worden. Die Einsatzleitung oblag Kreisbrandinspektor Christian Sasse.

„Zumindest in dieser Hinsicht kam uns die Trockenheit zugute“, berichtet Andreas Vedder: Durch den festen Zustand der Wege hätten die Einsatzkräfte dicht an das Feuer heranfahren können. Bedingt durch den Holzeinschlag in dem Waldstück seien die Wege zudem in einem gut ausgebauten und sehr gut befahrbaren Zustand gewesen. Nachdem die Flammen nach gut zwei Stunden unter Kontrolle gebracht worden waren, eliminierten die Einsatzkräfte tückische Glutnester im Boden. Hilfreich war in diesem Zusammenhang der Einsatz einer Drohne samt Wärmebildkamera.

Der Großeinsatz habe einmal mehr bewiesen, „dass wir hervorragend ausgebildete Rettungskräfte im gesamten Werra-Meißner-Kreis haben, die Tag und Nacht einen herausragenden ehrenamtlichen Job für uns alle leisten“, schreibt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt.

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Sontra - Nahe den Sontraer Ortsteilen Blankenbach und Wölfterode, direkt an der Kreisgrenze zwischen Hersfeld-Rotenburg und dem Werra-Meißner Kreis, hat stundenlang etwa ein Hektar Wald gebrannt. Etwa 150 Feuerwehrleute waren bis in die frühen Morgenstunden hinein im Löscheinsatz.

Gegen 20.20 Uhr am Montagabend (4. Juli) wurden Freiwilligen Feuerwehren aus beiden Landkreisen zu einer „unklaren Rauchentwicklung“ im Freien alarmiert. Entdeckt worden war der Rauch aus Richtung Wölfterode. Die Einsatzkräfte, die zuerst an der Einsatzstelle eintrafen, lokalisierten das Feuer nach intensiver Suche. Sogleich wurde Großalarm ausgelöst, weil mitten im Wald eine Fläche von mindestens 10.000 Quadratmetern Wald brannte. Es bestand die Gefahr einer weiteren Ausdehnung.

Waldbrand in Nordhessen: Feuer nach zwei Stunden unter Kontrolle

Unzählige Löschfahrzeuge und Güllewagen der Landwirte aus der Umgebung lieferten das Löschwasser für die Einsatzkräfte an der Feuerfront. Das meldet TV-news Hessen. Auch das Technische Hilfswerk habe die Einsatzkräfte mit schwerem Gerät unterstützt. Nach zwei Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Dessen Ursache ist noch unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Im Einsatz waren: Feuerwehr Stadt Sontra, Feuerwehr Gemeinde Reichensachsen, Feuerwehr Stadt Eschwege, Feuerwehr Gemeinde Nentershausen, Feuerwehr Gemeinde Wildeck, Feuerwehr Gemeinde Herleshausen, THW Eschwege, THW Witzenhausen, DRK KV Eschwege (Betreuungszug), Polizei Sontra, RTW Wichmannshausen, Landwirte mit Güllefässern (Wasserfässern).

Waldbrand in Nordhessen: Einsatz unter „nicht einfachen Rahmenbedingungen“

„Die Trockenheit macht sich mittlerweile in vielen Bereichen unserer Natur bemerkbar. Daher war und ist es bei diesen Temperaturen auch eine große Herausforderung für alle Einsatzkräfte bei einem derartigen Waldbrand unter nicht einfachen Rahmenbedingungen in einem Waldstück ein Feuer zu bekämpfen“, schreibt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. „Hinzu kam am heutigen Abend noch das viele und teils sehr schwere sowie sperrige Einsatzmaterial samt Fahrzeugen inkl. Trinkwasser in den Wald zu bekommen, was allerdings hervorragend und super koordiniert klappte.“

Waldbrand bei Blankenbach: 150 Feuerwehrleute im Einsatz
Das Feuer hat tiefe Narben im Wald hinterlassen. © Freiwillige Feuerwehr Herleshausen

Der heutige Großeinsatz habe daher einmal mehr bewiesen, „dass wir hervorragend und super ausgebildete Rettungskräfte im gesamten Werra-Meißner haben, die einen herausragenden ehrenamtlichen Job für uns alle und dies Tag und Nacht leisten. Jede/r einzelne Bürger/in sollte und kann dafür nur äußerst dankbar sein.“ (Emily Hartmann)

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