Unbekannter zog im Streit eine Waffe

Mann schießt 24-Jährigem in Sontra in den Bauch: Flucht endet in NRW

Sontra. Bei einem Streit in Sontra ist am Sonntag ein 24-Jähriger durch einen Schuss schwer verletzt worden. Der Täter flüchtete. Am Montag wurde der Göttinger in Nordrhein-Westfalen festgenommen.

Aktualisiert am 12. Februar, 13.55 Uhr - Der mutmaßliche Täter aus Göttingen soll am Sonntag gegen 17.30 Uhr einen 24-Jährigen in der Schlossstraße in Sontra angeschossen haben. Grund war laut Staatsanwaltschaft wohl ein familiärer Streit. Dabei zog der mutmaßliche Täter eine Schusswaffe und schoss dem 24-jährigen Mann in den Bauch.

Der 44-jährige Göttinger floh mit einem Auto vom Tatort. Durch eine überregionale Fahndung habe man ihn am Montag gegen 2.20 Uhr in Bergneustadt bei Gummersbach festnehmen können, teilten Staatsanwaltschaft Kassel und die Polizei Werra-Meißner in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Der Täter hatte dort einen Verkehrsunfall. Die weiteren Ermittlungen dauern noch an.

Opfer gehörte Islam-Gruppierung an

Das Opfer wurde in ein Eschweger Krankenhaus eingeliefert und befindet sich auch am Montagmittag noch im kritischen Zustand, so die Polizei.

Nach Informationen des Landesverfassungsschutzes gehört das Opfer einer Gruppierung an, die den Internetauftritt "Im Auftrag des Islam" verwaltet und als Anhänger des so genannten Kalifatstaates gilt. Polizeisprecher Jörg Künstler versicherte auf Anfrage aber, dass es sich hierbei definitiv um familiäre Streitigkeiten gehandelt habe. Einen Zusammenhang zwischen Tat und Gesinnung gebe es nicht.

Die Sontraer, die in der Nähe wohnen, haben die Schüsse teilweise gehört – manche aber bekamen nichts mit. Alle waren sich jedoch einig, dass es ein mulmiges Gefühl sei, wenn so etwas vor der eigenen Haustür passiere.

Hintergrund: Das ist der Kalifatsstaat

Der Kalifatsstaat hat laut Verfassungsschutz das Ziel, in Deutschland einen auf der Scharia beruhenden islamischen Staat zu errichten. Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele sehe der als legitim an. 2001 und 2002 habe das Bundesministerium des Innern den Kalifatsstaat verboten. „Seitdem agieren die verbliebenen Anhänger in Deutschland (700) und Hessen (60) konspirativ und streben die Reorganisation der zerschlagenen Struktur an“, heißt es. Es zeige sich, dass vormalige Anhänger des Kalifatsstaats zum Teil in das ideologisch verwandte salafistische Spektrum überwechseln. Dadurch fehle es dem Kalifatsstaat an jüngeren Anhängern.

Hier ist die Schlossstraße in Sontra

Schüsse auch in Kassel

Der Fall aus Sontra ist bereits der zweite mit Schusswaffen des Wochenendes. Bereits am Samstag war ein 52-jähriger Schmuckhändler in Kassel durch einen Schuss in den Kopf verletzt worden. 

mit dpa

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