Fehlende Ersatzfläche wird für Landwirte zum großen Problem

Bau der A44: Bauern in Sontra bangen um ihre Existenz

Sontra. Mindestens fünf landwirtschaftliche Betriebe in Sontra sind akut in ihrer Existenz bedroht. Grund dafür ist, dass sie bislang keine Ersatzfläche für die Felder bekommen haben, die sie für den Bau der Autobahn 44 abgeben müssen.

Das berichtet Michael Stein, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, die etwa 120 betroffene Grundstückseigentümer vertritt.

Insgesamt verlieren die Landwirte 86 Hektar Land, als Ausgleich sollte ihnen der Bund Flächen in den Domänen Metzlar und Laudenbach bereitstellen. Dafür müssten diese vom Land Hessen an den Bund überschrieben werden. Das hatte im Oktober 2004 der damalige Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel als Antwort auf eine kleine Anfrage im Landtag bestätigt. Das Problem: 2006 hat das Land die Domänen verpachtet, mit einer Vertragslaufzeit von 18 Jahren.

In einem Schreiben von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir an die Teilnehmergesellschaft wird genau diese langfristige Verpachtung als Grund genannt, warum die Domänen heute als Ersatzflächen nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir fühlen uns belogen und betrogen“, sagt Landwirt Heinrich Schmidt, „jegliches Vertrauen ist verloren gegangen.

Bereits ab dem 1. April müssen einige vom Flurbereinigungsverfahren Sontra-Mitte betroffene Landwirte erste Teilflächen abgeben. „Dabei ist die Fläche, die wir bewirtschaften ohnehin schon viel zu knapp“. Weil die Milchpreise derweil weiter sinken, werden die Betriebe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können.

„Wir fordern für uns die Domäne Metzlar ein“, sagt Michael Stein, „die Auflösung des Vertrages würde das Land vergleichsweise wenig kosten.“ Diese Fläche ist 78 Hektar groß und würde den Bedarf weitestgehend abdecken. Um dem Nachdruck zu verleihen, wird eine Delegation in Kürze nach Wiesbaden fahren, um im Landtag Antworten einzufordern.

Rubriklistenbild: © dpa

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