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Eine Airline verliert das Gepäck von einer Familie aus Sontra und allen anderen Flugzeug-Passagieren

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Von: Theresa Lippe

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Diesen Sommer häufiger passiert: Das Gepäck von Urlaubern kommt verspätet oder gar nicht am Flughafen an. Symbo
Diesen Sommer häufiger passiert: Das Gepäck von Urlaubern kommt verspätet oder gar nicht am Flughafen an. (Symbolbild) © dpa/Jonas walzberg

Nach dem Urlaub in Antalya war das Gepäck der Familie nicht mehr auffindbar. Verantwortlich habe sich allerdings niemand gefühlt.

Werra-Meißner – Frisch erholt kam Annika Engel (37) mit ihrem Mann (40) und den beiden Söhnen (10 und 8 Jahre alt) am 9. August am Flughafen in München an, nachdem sie eine Woche Urlaub gemacht hatten. Die Familie aus Sontra fliegt seit knapp zehn Jahren regelmäßig in die Türkei, so auch in diesem Sommer. Doch diese Reise endete für sie im Albtraum.

„Wir haben mehrere Stunden am Flughafen gewartet, aber auf dem Gepäckband tat sich einfach nichts“, berichtet Annika Engel. Bald einen Monat später haben sie ihre drei Koffer immer noch nicht zurück. Genau so, wie alle anderen 46 Passagiere des Flugs der Airline „Sun Express“.

„Wir haben die Flüge online gebucht. Niemand fühlt sich verantwortlich uns zu helfen oder Auskunft zu geben. Der Flughafen München verweist an die Airline, die wiederum an den Flughafen“, sagt die 37-Jährige. Keiner wisse, was mit dem Gepäck der Familie passiert sei.

„Der Knaller war, als uns in München gesagt wurde, dass wir in der aktuellen Lage mit dem Verlust unserer Gepäckstücke hätten rechnen müssen“, berichtet Engel verärgert. So etwas Unverschämtes hätte sie noch nie erlebt. Auch nicht, dass das Gepäck aller Passagiere nicht mehr aufzufinden sei.

Niemand konnte wirklich Auskunft geben

Egal, wen sie kontaktiert hätte, alle hätten ihr eine andere Geschichte erzählt: Erst habe es geheißen, das Gepäck sei mit nach München geflogen und dort nicht aufzufinden, dann hätte man Familie Engel erzählt, ihr Gepäck sei am Flughafen in Antalya geblieben.

Annika Engel: „Wir können bis heute nicht sicher sagen, wo unsere Koffer sind, vermuten aber, dass sie in Antalya gar nicht erst ins Flugzeug geladen wurden.“ Denn ihr Flug hätte Verspätung gehabt und es hätte kaum Bodenpersonal gegeben. Diese Vermutung wurde verstärkt, nachdem ihnen in München gesagt wurde, dass ihre Koffer nach der Landung dort nie gescannt wurden.

„Wir waren einen Tag nach Ankunft noch mal am Flughafen, mein Mann durfte in einem Raum mit Hunderten Koffern nach unserem Gepäck suchen, aber dort war nichts zu finden“, sagt die Mutter. Seither würden sie und ihr Mann alles versuchen, um ihre Sachen zurückzukriegen: Anfragen am AHS Gepäckcenter des Flughafens, Beschwerden eingereicht, Erstattungen beantragt. Bislang erfolglos.

Schaden: 1500 bis 2000 Euro

Der Verlust ist hoch. Engel schätzt den Wert des Gepäcks auf 1500 bis 2000 Euro. „Ich hatte viele Lieblingsstücke eingepackt und wir waren vor Ort shoppen. Unter anderem sind in den Koffern eine Markentasche und neue Schuhe. Auch in Deutschland bestellte Kleidung, für die ich erst nach der Reise die Rechnung erhalten habe“, ärgert sie sich.

Annika Engel hofft darauf, dass das Chaos am Flughafen nach den Sommerferien vielleicht abnehme und die drei Gepäckstücke doch noch auftauchen. „Die Hoffnung schwindet aber von Tag zu Tag mehr“, sagt sie. Aufgeben wolle sie aber nicht. Zukünftig plane sie aber, nur noch mit Handgepäck zu reisen oder ihre Koffer mit GPS-Sendern (beispielsweise Airtags der Firma Apple) auszustatten.

Das sagen lokale Reisebüros

Michael Hobbie, Betreiber des Reisebüros „Auf und Davon“ berichtet, dass seine Kunden bislang Glück hatten. Nur die Wartezeit am Gepäckband sei manchmal etwas länger, da es aktuell wenig Bodenpersonal gebe. Er rät dazu, Hotel und Flug pauschal im Reisebüro zu buchen, um einen Ansprechpartner zu haben.

Gepäck sollten mit einem bunten Kofferband markiert werden. „Wer sich einen neuen Koffer kauft, sollte eine auffällige Farbe nehmen, um ihn besser identifizieren zu können“, rät der Reiseexperte.

Auch Karl Gleim, Betreiber des Reisebüros „Am Markt“ in Eschwege gibt Entwarnung: „Wir hatten diesen Sommer keine Kunden, deren Koffer verloren ging, aber längere Wartezeiten am Gepäckband scheinen aktuell normal zu sein.“

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