Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge soll entstehen

Chaos um Verkauf des Sontraer Feriendorfs - noch kein Mietvertrag

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Eschwege. Das Sontraer Feriendorf, in dem eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen soll, ist entgegen ersten Berichten noch nicht verkauft. Auch ein Mietvertrag mit dem Land Hessen besteht noch nicht.

Zwar haben Investoren gestern einen Kaufvertrag unterzeichnet, „doch solange nicht bezahlt ist, gehört das Dorf noch mir“, sagte Betreiber Johannes Rat gestern auf WR-Anfrage.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte die Pläne gestern in einer Pressemitteilung öffentlich gemacht und darin angekündigt, dass ab dem 10. Oktober bis zu 500 Flüchtlinge dort einziehen sollen. Stand gestern ist das Dorf aber laut Rat noch bis kommenden Freitag, 9. Oktober, mit Schulklassen aus Frankfurt belegt. Vorbereitende Arbeiten würden den geplanten Einzug dann um einige Tage verzögern.

Die Investoren wollen sich erst am Montag zu dem Projekt äußern, bestätigten aber, dass es zwar Gespräche mit dem Land Hessen gebe, aber man noch keinen Mietvertrag unterzeichnet habe.

Wie es zu der Fehlinformation kommen konnte, bleibt offen. Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel, verwies an die Landesministerien als Verantwortliche beim Kauf und Anmieten von Immobilien. „Wir stehen ständig unter dem Druck, so schnell wie möglich die Öffentlichkeit zu informieren“, sagte Conrad. Generell würden Informationen aber erst weitergegeben, wenn er grünes Licht vom Ministerium bekommen würde. Dieses war am Freitagnachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Stadt Sontra hat derweil reagiert. Man prüfe das Vorkaufsrecht und die damit verbundene Möglichkeit, das Feriendorf selbst zu kaufen. Dass dies geschieht, halte er allerdings für unwahrscheinlich, sagt Bürgermeister Thomas Eckhardt. Das Gelände steht laut Johannes Rat seit Mai zum Verkauf. Den jetzt vereinbarten Preis wollte er nicht nennen.

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