Diskussion im Gerichtssaal

Spuck-Attacke in Arztpraxis - Jetzt ist das Urteil gefallen

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
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Ein Mann musste sich wegen eines Spuckangriffs in Sontra vor Gericht verantworten. (Symbolfoto).

Im Werra-Meißner-Kreis soll es in Sontra zu einer Spuck-Attacke gekommen sein. Vor Gericht wurde das Anliegen nun geklärt.

Echwege – Die Haftstrafe für einen Spuckangriff in einer Sontraer Arztpraxis wurde zur Bewährung ausgesetzt. Beim Prozess wurde sich um die Frage gestritten, wie das Spucken vonstatten ging.

Zentral um die Frage, ob der 52-jährige Angeklagte aus Sontra mit Absicht in einer Auseinandersetzung einen anderen Mann angespuckt hat, nur aus Versehen Speichel auf dem Gesicht des mutmaßlichen Opfers gelandet war oder ob er vorsätzlich vorher noch extra Schleim hochgezogen hat, bevor er spuckte, drehte sich eine Hauptverhandlung am Dienstag (23.02.2021) vor dem Amtsgericht Eschwege.

Spuck-Attacke im Werra-Meißner Kreis: Angeklagter war schon mehrfach vor Gericht

Nach drei maßgeblich voneinander abweichenden Aussagen von Angeklagten und zwei Zeugen verurteilte das Gericht den 52-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, die zunächst zu einer Bewährung von drei Jahren ausgesetzt wird.

Angeklagt war der 52-Jährige, der sich wegen zahlreicher Straftaten im Zusammenhang mit Drogen und Beschaffungskriminalität unter strengen Führungs- und Bewährungsauflagen befindet, wegen Körperverletzung und Beleidigung sowie wegen Fahrens ohne Führerschein.

Streit in Arztpraxis im Werra-Meißner-Kreis eskaliert: Angeklagter soll vor Spuck-Attacke beleidigt worden sein

Im Dezember 2019 soll der Angeklagte am frühen Abend eine Arztpraxis in Sontra betreten und sich dort an die Spitze der dort wartenden Patienten gestellt haben. Ein 57-jähriger Mann aus Sontra, der dort ebenfalls wartete und jetzt im Prozess als Zeuge auftrat, habe ihm gesagt, er solle sich hinten anstellen. Daraufhin soll es zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen den Männern gekommen sein, bei der der Angeklagte dann seinem Kontrahenten ins Gesicht gespuckt haben soll. Dieser habe ihn zuvor als „Junkie und Knacki“ beschimpft.

Während der Angeklagte aussagte, dass ihm höchstens im „Eifer des Gefechts“ Speichel aus dem Mund gekommen sei, schilderte sein Opfer, dass der Angeklagte „erst hochgezogen und ihn dann angerotzt“ hatte.

Attacke im Werra-Meißner-Kreis: Zeuge schlug Angeklagtem vor Jahren ins Gesicht

Eine weitere Zeugin hingegen, die ebenfalls in der Arztpraxis als Patientin am Tresen gewartet hatte, erinnerte sich, dass der Streit der beiden Männer in einem vorgelagerten, nicht einsehbaren Windfang stattgefunden habe und bestätigte zumindest, dass sie ein deutliches Spuckgeräusch gehört hatte.

Die beiden Männer sind sich seit Kindertagen flüchtig aus Sontra bekannt, bestätigten beide am Dienstag vor Gericht. In vorausgegangenen Jahren hatte es immer wieder Pöbeleien zwischen den Männern gegeben, vor drei Jahren schlug der Zeuge den jetzt Angeklagten auch mit einer Ohrfeige.

Werra-Meißner-Kreis: Angeklagter zeigt sich einsichtig nach Spuck-Attacke

Nach kurzer Aussprache mit seinem Anwalt räumte der Angeklagte am Dienstag dann ein, dass er möglicherweise doch vorsätzlich gespuckt habe, sich aber nicht genau erinnere. Den Vorwurf des Fahrens ohne Führerschein hatte gleich zu Beginn der Hauptverhandlung eingeräumt.

Dass das Gericht die verhängte Haftstrafe gegen den Angeklagten trotz zweier begangener Straftaten während der Bewährungszeit erneut zur Bewährung aussetze, begründete die Vorsitzende Richterin mit dessen guter Sozialprognose. Der Mann, dessen Strafregister bis in die frühen 1980er-Jahre zurückreicht, habe sich seit dem Vorfall nichts zuschulden kommen lassen, nehme regelmäßig an seinem Substitutionsprogramm teil und erfülle bisher weitestgehend seine Bewährungsauflagen. (Stefanie Salzmann)

In Nordrhein-Westfalen bedrohte ein Mann einen Supermarkt-Mitarbeiter mit einer Spuck-Attacke. Dabei schrie er die Worte „Ich habe Corona!“. Opfer einer solchen Attacke wurde auch ein Zugbegleiter im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, als er die Fahrkarten von Schwarzfahrern kontrollieren wollte.

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