Ortsbeirat fordert Sanierung

Straße senkt sich: Risse und schlechter Zustand ärgern in Diemerode viele

Ein Riss in einer Straße, in dem sich Wasser gesammelt, hat ist zu sehen.
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Straße senkt sich: Zwischen der Abdeckung des Pfaffenbachs und der Fahrbahndecke besteht in Diemerode teilweise ein Höhenunterschied von 20 Zentimetern. Ursprünglich befanden sich beiden Bauten auf nahezu identischer Höhe. Durch das entstandene Gefälle kann das Regenwasser nicht richtig abfließen und beschädigt die Straße weiter.

In Diemerode ist die Fahrbahn der Ortsdurchfahrt marode, doch dringenden Sanierungsbedarf sieht Hessen Mobil nicht.

Diemerode – Für den Ortsbeirat und die Einwohner Diemerodes ist es ein echtes Ärgernis: Seit Jahren befindet sich die Ortsdurchfahrt entlang der L 3249 in einem äußerst schlechten Zustand – komplett erneuert wurde die Straße durch Hessen Mobil aber bislang nicht und ist auch nicht in die Sanierungsoffensive 2020 bis 2025 des Landes Hessen aufgenommen worden.

Dabei sind die Mängel offensichtlich: Die Straße weist erhebliche Risse auf, Bordsteine sind an zahlreichen Stellen gebrochen und in ihrer Lage verschoben. Hinzu kommt, dass sich an der Straße „Am Wasser“ und an der „Stölzinger Straße“ mitten im Ort auf mehreren Hundert Metern ein abgedeckter Betonkanal für den Pfaffenbach befindet. Die sich anschließende Fahrbahn hat sich so stark abgesenkt, dass sich zwischen dem Betonkanal, der als Gehweg dient, und der Fahrbahn stellenweise ein Höhenunterschied von 15 bis 20 Zentimetern ergibt.

Straße senkt sich: Zwischen der Abdeckung des Pfaffenbachs (links) und der Fahrbahndecke besteht in Diemerode teilweise ein Höhenunterschied von 20 Zentimetern. Ursprünglich befanden sich beiden Bauten auf nahezu identischer Höhe. Durch das entstandene Gefälle kann das Regenwasser nicht richtig abfließen und beschädigt die Straße weiter.

„Das führt dazu, dass eine Seitenstraße für Fahrzeuge nicht befahrbar ist und eine Privatperson mit dem Auto nicht aus der eigenen Garage kommt, ohne Holzbretter unterzulegen“, sagt Björn Vogel vom Ortsbeirat. Ärgerlich: In Diemerode hat die Stadt Sontra bereits vor über zehn Jahren eine Erneuerung der Kanal- und Wasserleitungen veranlasst, die damals seitens Hessen Mobil aber nicht mit einer Straßensanierung verbunden wurde.

Sanierungsnot ist nichts Neues

„Ich weiß gar nicht, wie häufig wir in den vergangenen zehn Jahren Hessen Mobil gebeten haben, einen Ortstermin zu machen“, sagt Ortsvorsteher Lothar Oschmann. Dazu kam es nie, obwohl der Ortsbeirat und die Stadt Sontra sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, Anträge stellen und die Gefahr beseitigen wollen. 2016 sei die Ortsdurchfahrt auf der Sanierungsliste des Landes gewesen, dann aber kurzfristig wieder heruntergeflogen, so Oschmann.

Bis zu 20 Zentimeter liegen zwischen Straße und Gehweg.

Da sich der Schaden in Diemerode nicht durch den kompletten Ort ziehe, komme die Sanierungsoffensive 2020 bis 2025 des Landes nicht zum Tragen, teilt Leonie Röntgen von Hessen Mobil auf Anfrage mit. Beim Landesstraßennetz habe sich über Jahrzehnte ein Sanierungsstau aufgebaut, die dringlichsten Vorhaben seien nach „objektiven fachlichen Kriterien“ ermittelt worden, so Röntgen. Dazu zählten laut der Sprecherin die Verkehrssicherheit, die Verkehrsbedeutung der Strecken, die Verkehrsqualität sowie der Straßenzustand. „Das heißt, dass allein ein schlechter Straßenzustand nicht automatisch zu einer hohen Dringlichkeit führt“, sagt Röntgen. Für die L 3249 durch Diemerode habe diese Dringlichkeit nicht festgestellt werden können, sodass eine „Erneuerung der Strecke erst nach 2025 vorgesehen“ sei. Punktuelle Schadstellen würden weiter beseitigt, sodass die Ortsdurchfahrt in einem verkehrssicheren Zustand gehalten werde. Die Absenkungen in Diemerode würden aufgrund defekter Bachverrohrungen unter dem Gehweg entstehen, deren Sanierung sich die Stadt Sontra annehmen müsse, so die Hessen-Mobil-Sprecherin.

Die Gespräche gehen weiter

Eine TV-Untersuchung des Betonkanals habe 2018 allerdings ergeben, dass dieser trotz seines Alters (1970er-Jahre) „noch recht intakt“ sei, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt (SPD). Setzungen könnten im Untergrund aber nicht ausgeschlossen werden, was aufwendigere Untersuchungen in Abstimmung mit Hessen Mobil nötig mache.

Bei einer Sanierung des Gehweges und der Verrohrung könne man „sich gegebenenfalls auch um die Straße in den betroffenen Bereichen“ kümmern, so Hessen Mobil. Diesbezüglich wolle man das Gespräch suchen. Eine kurzfristige Lösung könne aber nicht realisiert werden, das obliege laut der Behörde der Stadt Sontra. (Maurice Morth)

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