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Willi Eschtruth: Ein echtes Dorfkind aus Krauthausen

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Von: Harald Triller

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Stolz auf sein geliebtes Heimatdorf: Das wunderschön gemalte Bild von Krauthausen hat einen festen Platz im Wohnzimmer von Willi Eschtruth.
Stolz auf sein geliebtes Heimatdorf: Das wunderschön gemalte Bild von Krauthausen hat einen festen Platz im Wohnzimmer von Willi Eschtruth. © harald triller

PORTRÄT: Willi Eschtruth liebt das Landleben und lässt das Ehrenamt sprechen.

Krauthausen – „Ich bin ein Dorfkind und darauf bin ich stolz, denn wir Dorfkinder sind aus gutem Holz. Ich bin ein Dorfkind, was kann es Schöneres geben, als auf dem Land zu leben.“

Diese erste Strophe vom Erfolgshit der Party-Rock-Gruppe „Die Dorfrocker“ lässt sich perfekt auf Willi Eschtruth ableiten, denn der 78-jährige Vereinsmeier ist im Mai 1944 in Krauthausen geboren und hält dem Dorf noch heute die Treue. Er liebt das Landleben über alles und lässt seit Jahrzehnten das Ehrenamt ganz im Sinne der Gemeinschaft von Krauthausen sprechen.

Schon als Jugendlicher fühlte er sich zur Feuerwehr hingezogen, wo er neben der technischen Schulung auch noch als Hornist die Alarmierung auslöste: „Das war quasi eine Art Sirene, mit meinen lauten Tönen habe ich die Aktiven der Einsatzabteilung am Sonntagvormittag zur wöchentlichen Übung wachgerüttelt“, schwenkt er direkt weiter zur Tischtennisabteilung, die er als junger Bursche in der damaligen Spiel- und Trainingsstätte, dem Gasthaus Meißner, mitgegründet hat. Und über 50 Jahre gehörte er dem gemischten Chor bis zur Auflösung an und übte dabei zehn Jahre das Amt des zweiten Vorsitzenden aus.

13 Jahre Ortsvorsteher

Mit der Gebietsreform wurde Willi Eschtruth 1972 in den Ortsbeirat gewählt und hat von 1993 bis zu seinem Ausstieg 2006 mit großem Engagement als Ortsvorsteher die Geschicke in Krauthausen gelenkt. „Ich bin nach so vielen Jahren auf eigenen Wunsch ausgeschieden, kann aber voller Stolz sagen, dass wir gerade in diesen 13 Jahren enorm viele Projekte ehrenamtlich mit der Dorfgemeinschaft umgesetzt haben“, erklärt der pensionierte Bundesbahnbeamte, dass er, weil die Stadt Sontra keinen Schriftführer mehr für die Sitzungen des Ortsbeirates stellte, auch dieses Amt in Personalunion ausübte.

Viele Preise gewonnen

Die Verschönerung des Dorfbildes hat ihm als Ortsvorsteher immer ganz besonders am Herzen gelegen. „So haben wir an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen und sind dank unseres akribischen Arbeitseinsatzes von den jeweiligen Bewertungskommissionen mit vorderen Plätzen belohnt worden, wie wir anhand der entsprechenden Urkunden auch nachweisen können.“

In seiner Zeit als Ortsvorsteher hat er sich auch nicht nehmen lassen, die regelmäßigen Sammlungen für die Kriegsgräbervorsorge selbst in die Hand zu nehmen: „Auch heute gehöre ich noch zum Kreis der Spender und verfüge über die Mitgliedskarte“, sagt er beim Gespräch mit unserer Zeitung und kann weiter berichten, dass er in Anerkennung seiner vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten bereits im Jahre 2000 vom damaligen Sontraer Bürgermeister Gerhard Büchling mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet wurde.

31 Jahre Kassierer

In der örtlichen Feuerwehr war Willi Eschtruth nicht nur, wie bereits beschrieben, als Hornist aktiv, von 1967 bis 1998 führte er 31 lange Jahre die Kassengeschäfte, gründete die Jugendfeuerwehr mit und zeichnete auch beim Brandschutznachwuchs für die Finanzen verantwortlich: „Für dieses Wirken, freilich auch in Verbindung mit meiner 60-jährigen Mitgliedschaft, durfte ich mich in diesem Sommer über die Verleihung der goldenen Ehrennadel freuen.“

Treuer Gewerkschaftler

Eine Ehrung wurde ihm auch von der Gewerkschaft der Eisenbahner (EVG) verliehen, der er auch als Pensionär noch immer angehört. Mehr als 15 Jahre stand Willi Eschtruth als Vorsitzender, Kassierer und Schriftführer an der Spitze der Gefriergemeinschaft vor, und die Mitgliedschaften im Kirchenvorstand sowie im Friedhofsausschuss stuft er unter „selbstverständlich“ ein.

Für Vereinsarbeit in Personalunion ist der 78-Jährige ganz offensichtlich geboren, denn auch bei der Jagdgenossenschaft war er von 1994 bis 2018 Vorsitzender, Kassierer und Schriftführer. „Gerne erinnere ich mich an die Grillnachmittage und gemütlichen Feiern, auch Ausflugsfahrten mit dem Bus standen auf der Agenda bei uns.“

Liebe zum Chorgesang

Und die Liebe zum Chorgesang, die ist bei Willi Eschtruth besonders ausgeprägt. Vor rund zwei Jahren hat er sich der Chorgemeinschaft Blankenbach-Wölfterode angeschlossen, scheut die Fahrten von Krauthausen aus zu den Übungsstunden nicht und bereichert seit der jüngsten Versammlung den Vorstand als stellvertretender Schriftführer.

Dank an die Ehefrau

Die Größenordnung der vielen ehrenamtlichen Arbeitsabläufe war aber nur zu schaffen, weil Ehefrau Gisela, die er 1967 vor den Traualtar führte und in der Freizeit gerne mit ihr wandert und mit dem Rad fährt, in vollem Umfang hinter ihm stand. Sohn Timo machte damals die Familie komplett, als er 1968 das Licht der Welt erblickte. Inzwischen hat auch Enkeltochter Inken Oma und Opa große Freude mit dem Urenkel Jakob bereitet, der im Januar seinen ersten Geburtstag feiert.

Willi Eschtruth kann auch auf ein turbulentes Berufsleben zurückblicken. Seit er als Kind bei Verwandtschaftsbesuchen in Asmushausen Züge vorbeifahren sah, wollte er Bahner werden: „Das war zunächst nicht möglich, so lernte ich 1958 den Beruf des Maurers, habe aber 1969, dank meiner vielen Schulungen und guten Prüfungen den Weg zur Bundesbahn gefunden und bin als Betriebsinspektor in den Ruhestand gegangen.“ (Harald Triller)

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