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Zu Besuch im Café Freiraum der Bürgerhilfe Sontraer Land

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Kommen öfters ins Café: (von links) Zaineb, Zaineb, Farzat mit Mohammed, Senat, Shela und Sheelan.
Kommen öfters ins Café: (von links) Zaineb, Zaineb, Farzat mit Mohammed, Senat, Shela und Sheelan. © julia stüber

Zu Besuch im Café Freiraum der Bürgerhilfe Sontraer Land: Ein Ort, an dem jeder willkommen ist.

Im Café Freiraum in Sontra treffen sich Geflüchtete und Interessierte. Hier kommen die Menschen in den Räumen der Bürgerhilfe ins Gespräch. Wir haben den Treffpunkt besucht.

Sontra – Nach und nach füllt sich das Café Freiraum in Sontra. Menschen sitzen bei Kaffee und Kuchen gemeinsam an den Tischen, unterhalten sich in verschiedenen Sprachen, tauschen sich aus. Denn es ist wieder Mittwoch – Geflüchtete, die beispielsweise in den Gemeinschaftsunterkünften oder in eigenen Wohnungen in Sontra leben, sind in den Räumen der Bürgerhilfe zusammengekommen.

Eine von ihnen ist Jenber aus Äthiopien. Sie packt heute mit an, stellt Tassen und Teller bereit, unterstützt die Ehrenamtlichen Ingrid Sandl und Helga Holzhauer. Trotz so mancher Sprachbarriere zwischen den Helfern: Die Verständigung klappt, mit Händen und Füßen lässt sich vieles klären.

Farid (links) und Mehran sind aus Afghanistan geflüchtet und leben inzwischen in Sontra.
Farid (links) und Mehran sind aus Afghanistan geflüchtet und leben inzwischen in Sontra. © Stüber, Julia

Ein paar Tische weiter sitzt Zaineb. Sie lebt seit fünf Jahren in Sontra, vor sechs Jahren flüchtete sie aus Syrien. Jeden Mittwoch besucht sie das Café Freiraum. „Hier gibt es nette Leute, wir sprechen miteinander, tauschen uns aus“, sagt sie. Deutsch spricht die 44-Jährige schon gut – die Sprache hat sie in einem Kurs gelernt. „Wir sind eine große Familie, wir leben in unserer eigenen Wohnung“, erzählt Zaineb stolz. „Wir sind sehr glücklich hier.“

Im Café Freiraum sind auch viele Kinder und Jugendliche zu Gast. Mehran und Farid sind 17 und 19 Jahre alt und sind aus Afghanistan mit ihren Familien geflüchtet. Mehran erzählt, dass seine Geschwister teilweise noch in Afghanistan sind. Über die Flucht will er aber nur ungern sprechen. Er selbst ist seit neun Monaten in Sontra, geht zur Schule und macht in Witzenhausen eine Ausbildung. Farid lebt seit einem Jahr in Deutschland. Nach Stationen in Gießen und Kassel zog es ihn nach Sontra. Dort wohnt er jetzt seit zehn Monaten. Die Freunde kommen öfters in Café – auch ihnen ist der Austausch mit anderen Menschen wichtig. Und natürlich gibt es auch leckeren Kuchen, schmunzeln die Jugendlichen.

Gemeinsam anpacken: Die Ehrenamtlichen (von links) Helga Holzhauer und Ingrid Sandl sowie Jenber und Sheelan bringen sich im Café Freiraum ein.
Gemeinsam anpacken: Die Ehrenamtlichen (von links) Helga Holzhauer und Ingrid Sandl sowie Jenber und Sheelan bringen sich im Café Freiraum ein.  © Stüber, Julia

Zum ersten Mal im Café Freiraum ist Stefanie, ihre Freundin Annelie hat sie mit hierher genommen. Letztere ist Stammgast. Die 79-Jährige besucht meist die Lebensmittelausgabe der Bürgerhilfe und kommt dann ins Café – so wie viele der Besucher. „Man lernt hier sehr interessante Menschen kennen und kommt mit ihnen ins Gespräch. Die Verständigung klappt irgendwie immer“, sagt Annelie.

Und wenn es eben doch nicht auf Deutsch, Englisch oder eben mit Händen und Füßen funktioniert, dann kommt auch gerne eine Handy-App zum Einsatz, erzählt Natascha Schmidt. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für die Bürgerhilfe und ist zudem die Koordinatorin für Flüchtlinge, Senioren, Kinder sowie Jugendliche in Sontra. Viele Menschen kommen mit Problemen jeglicher Art zu ihr. „Es herrscht einfach ein Vertrauensverhältnis.“ Und das bemerkt der Beobachter auch schnell: Die Gäste sprechen sie an, fragen, lachen, Probleme werden angegangen. Im Café Freiraum ist eben jeder willkommen. Von Julia Stüber

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