Heimathof am Johannesberg öffnet am 22. August

Ulfen: Heimathof am Johannesberg öffnet nach aufwendiger Umgestaltung

Die Burgbergschenke, ein Bestandteil des Anwesens am Johannesberg in Ulfen.
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Die Burgbergschenke, ein Bestandteil des Anwesens am Johannesberg in Ulfen.

Für seine Idee erklärten Ulfens Ortvorsteher viele für verrückt, letztendlich hat es sich aber gelohnt. Nach dem Umbau öffnet nun der Heimathof am Johannesberg.

Ulfen – Im August 2020 konfrontierte Ulfens Ortvorsteher Michael Stein die Bürger aus dem Sontraer Stadtteil mit einer mutigen Idee: Ein in die Jahre gekommenes Anwesen am Johannesberg soll in Eigenarbeit zu einem Heimatmuseum umgestaltet werden. „Viele erklärten mich für verrückt“, sagte der 47-Jährige. Aber sein Plan ging auf.

Am Sonntag, 22. August ab 10 Uhr, will der Heimat- und Förderverein Ulfen den sogenannten Heimathof der Öffentlichkeit vorstellen. Den Gästen wird dabei das traditionelle Landleben mit seinen geschichtlichen, geologischen, handwerklichen und regionalen Besonderheiten näher gebracht. Für Speis und Trank ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Ab 10 Uhr beginnt auf dem Gelände des Heimathofes ein Gottesdienst. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Männergesangsverein aus Ulfen, ehe Alm-Musik die Gäste in Stimmung bringen soll. Für die Kinder wird Dosenwerfen angeboten und eine Malecke wird eingerichtet.

Das Wohnzimmer, das Schlafzimmer und die Küche fanden Stein und sein Team vor rund 400 Tagen in dem Wohnhaus aus dem Baujahr 1800 noch so vor, wie es vor zehn Jahren verlassen wurde. Die Möbel wurden restauriert und instand gesetzt. Übernachtungen in dem historischen Gebäude können ab sofort gebucht werden.

Als Stein den Zimmerschrank öffnete, blickte er auf eine in französisch verfasste Lohnsteuerklärung aus dem Jahr 1809: „Damals gehörten wir noch zum Königreich Westfalen und der Bruder von Napoleon saß im Schloss Wilhelmshöhe.“ Ein paar Treppenstufen weiter steht Stein in der Schusterwerkstatt. Die Geschichte des Hauses wird hier für nachfolgende Generationen erlebbar und ist zum Greifen nah.

Gemälde von Johann Georg Pforr (1745-1789) sind in einer kleinen Stube zu sehen. Der in Ulfen geborene Maler spezialisierte sich in der Goethezeit auf Pferdemalerei und wurde von seinen Zeitgenossen „als der deutsche Wouwerman“ bezeichnet.

Neben Utensilien (unter anderem Sicheln, Dreschflügel und Sensen) lassen Bilder aus der Geschichte Ulfens die Gäste in die Historie eintauchen. Auf 20 Quadratmeter können Gäste im Gewölbekeller zusammenkommen. Stein erzählt, dass es zwei Löcher gab, über die einer Sage nach Wichtel eingedrungen sind und Vorräte gestohlen haben.

„Es ist ein Hof der Geschichte, der Geschichten und der Geschichtenerzähler“, sagte Stein. Er hofft, dass die Menschen die Geschichte beim Betreten des Hofs aufsaugen und dann in der Burgbergschenke zusammenkommen: „Bestenfalls nach einer schönen Wanderung über unseren Premiumwanderweg P20.“

Info: Öffnungszeiten immer sonntags von 14 bis 18 Uhr

Von Marvin Heinz

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