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Entflohene Kängurus: Weibchen ist zurück, Männchen streift weiter durch die Wälder

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Von: Stefanie Salzmann

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Vermisst: Dieses Bennetkänguru ist auf der Flucht. Ob es sich noch in der Nähe von Sontra aufhält, ist unklar. Wer das Tier sichtet, sollte die Polizei informieren und den Hund an die Leine nehmen.
Vermisst: Dieses Bennetkänguru ist auf der Flucht. Ob es sich noch in der Nähe von Sontra aufhält, ist unklar. Wer das Tier sichtet, sollte die Polizei informieren und den Hund an die Leine nehmen. © Peter Wieschnewski

Eines der beiden in Sontra entwischten Kängurus wird weiter vermisst. Dabei handelt es sich um das Männchen, das derzeit durch die Wälder streift.

Sontra – Wer demnächst bei Spaziergängen durch Wald und Flur auf ein Känguru trifft, braucht nicht an seinem Verstand zu zweifeln. Man braucht auch nicht zu überlegen, wie weit die Marketingexperten der Filmindustrie es denn noch treiben wollen, um den neuen Streifen über das kommunistische Känguru zu promoten, der gerade in die Kinos gekommen ist.

Bennetkängurus sind am Samstag in Sontra entwischt

Tatsächlich ist derzeit ein männliches Bennetkänguru in der Gegend unterwegs – das Männchen und seine Partnerin waren am vergangenen Samstag aus dem Gehege der Reptilienzoo-Auffangstation bei Sontra entkommen. Dort lebt das Känguru-Pärchen seit vielen Jahren. Gesichtet wurde am Samstagabend jeweils ein Känguru „vergnügt hüpfend“, wie eine Zeugin beschrieb, unter anderem im Bereich des Kirchberges zwischen Gut Wellingerode und Mitterode. Auch am Montagmorgen hatten Zeugen eines der Beuteltiere angeblich auch am Bahnhof Sontra gesehen.

Weibchen ist zurück im Gehege in Sontra

Wie Peter Wieschniewski, Tierpfleger in der Auffangstation, berichtet, hatte sich das Weibchen in dem Bereich hinter dem Zoo aufgehalten – ein Rankommen unmöglich. „Aber heute Morgen konnte ich sie mit Futter anlocken und zurück ins Gehege bringen“, so der Tierpfleger.

Wie die beiden Kängurus, die übrigens nur einen Meter groß sind, entkommen konnten, kann Wieschnewski sich nicht erklären. Der Zaun um die Grünfläche ist zwei Meter hoch und hat kein Loch. „Die Kängurus können nicht hoch, aber ziemlich weit springen“, sagt er – so drei bis vier Meter mit einem Satz.

Das Känguru zu fangen wird schweirig

Die Chancen, das immer noch abgängige männliche Känguru in freier Wildbahn einzufangen, schätzt Wieschnewski als schwierig ein. „Wenn die erst mal in den Wald laufen, finden wir sie nicht mehr.“ Die Tiere im Fall einer Sichtung mit einem Narkoseschuss zu sedieren, sei auch nicht aussichtsreich. „Bis die Narkose wirkt, sind die kilometerweit weg.“

Wer also demnächst ein Känguru trifft, soll sofort die Polizei verständigen und Hunde sollen an die Leine genommen werden, damit sie das Tier nicht verscheuchen. Der Idealfall sei, so Wieschnewski, wenn es gelänge, das Känguru mit Futter (Karotten, Äpfel, hartes Brot, Bananen) in einen Stall oder eine Scheune zu locken. Dort könne es dann sediert und zurück nach Hause gebracht werden.

Das sind Bennetkängurus

Es gibt weltweit um die 70 Känguruarten. Das kleinste ist das Moschusrattenkänguru mit 28 Zentimetern, das größte ist das Rote Riesenkänguru mit 1,65 Meter Körpergröße. Bennetkängurus liegen mit etwa einem Meter so in der Mitte der Beuteltiere. Wenn sie sich schnell bewegen, schaffen sie es auf zirka 30 km/h. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Ost- und Südaustralien und Tasmanien, sie ernähren sich rein vegetarisch und wiegen bis zu 20 Kilogramm. Inzwischen gibt es in Norddeutschland (Mecklenburg-Vorpommern) frei lebende Känguru-Populationen, deren Vorfahren aus Zoos entwichen waren. salz

Sorgen um ein Überleben in unseren Breiten macht sich Wieschnewski indes nicht. Die Bennetkängurus stammten aus der gleichen Klimate wie hier – nämlich Tasmanien. „Die halten bis 20 Grad Minus problemlos aus“, so Wieschnewski. (Stefanie Salzmann)

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