Mutter wollte Nachlass ausschlagen

Fall im TV: Fünfjähriger muss heruntergekommenes Haus in Diemerode erben

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Gegenstand des Streits: Dieses Haus in Diemerode hat eine Frau ihrem Urenkel vererbt. Weil das Haus baufällig scheint, wollte seine Mutter das Erbe ausschlagen. RTL präsentierte den Zustand des Hauses in der Sendung „Geht’s noch?!“.

Diemerode/Bonn. Ein Haus zu erben ist für viele großes Glück. Für den fünfjährigen Moritz und seine Mutter Daria Welticke entpuppt sich das Vermächtnis der Uroma als Albtraum.

Denn das Haus in Diemerode scheint baufällig – und ist zudem offenbar mit Schulden beladen. Der Fall sorgt derzeit für Aufsehen, erst recht nachdem Comedian Kaya Yanar in seiner Sendung „Geht’s noch?!“ darüber berichtet hat.

Daria Welticke ist in Langenhain aufgewachsen und lebt heute in Bonn, weswegen ihr Fall beim dortigen Amtsgericht liegt. Sie hat nach eigenen Angaben das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn und erzählt den Fall des Erbes so: Die Großmutter von Weltickes ehemaligem Partner verstarb im November 2009. Das Erbe für ihren Sohn schlug sie gemeinsam mit dem Vater ihres Kindes schon einen Monat später aus. Knappe zwei Jahre dauerte es, bis das Familiengericht ihr mitteilte, dass die Erbausschlagung abgelehnt wird und daher ein Ergänzungspfleger entscheiden müsse. „Als Begründung hieß es damals, ich würde nicht im Sinne meines Kindes handeln“, sagt sie im Gespräch mit der WR. Nur wenige Wochen später habe der Ergänzungspfleger das Erbe für den heute Fünfjährigen angenommen.

Dass das Haus mit Schulden beladen sei, hat Welticke von der Verwandtschaft des Kindsvaters erfahren. Dessen Mutter habe ihr direkt geraten, das Erbe auszuschlagen. Ein Großonkel habe sie extra in Bonn besucht und von vielen Schulden und jahrelang nicht gezahlten Steuern berichtet. Dass die Angehörigen selbst auf das Erbe schielen, glaubt sie auf Nachfrage aber nicht. Die genaue Höhe der Schulden würde sie auch erst erfahren, wenn sie als Besitzerin ins Grundbuch eingetragen werde.

Der Kontakt zu Kaya Yanar entstand, nachdem Welticke ihre Geschichte bei Facebook veröffentlicht hatte. „Weil ich selbst manchmal im Fernsehen auftrete, habe ich Leute aus der Branche in meiner Freundesliste und die haben den Kontakt dann vermittelt“, sagt sie. Nach einem Ortstermin in Diemerode, bei dem ein Makler den mit 55 000 Euro angegebenen Wert des Hauses als „zu hoch“ einschätzte, ließ sich der RTL-Comedian in der vergangenen Woche einen Termin bei der Direktorin des Bonner Amtsgerichtes, Birgit Niepmann, geben. Die sagte in der am Freitagabend ausgestrahlten Sendung: „Die Ausschlagung braucht, um wirksam zu sein, die Genehmigung des Familiengerichtes. Sie (Welticke, Anm. d. Red.) hat auf keines der gerichtlichen Schreiben reagiert.“ Was die Erbausschlagung angehe, sei der Zug wohl abgefahren, rechtlich gebe es keine weiteren Möglichkeiten. „Alles gelogen“, sagt Welticke gegenüber unserer Zeitung. Ihr Anwalt sei mit dem Fall weiter beauftragt. Fortsetzung folgt wohl.

Der Beitrag ist hier auf der Seite von RTL kostenpflichtig zu sehen.

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