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Gesang, Geselligkeit, Gemeinschaft: Der Männerchor Ulfen steht vor dem 153. Jahr

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Von: Harald Triller

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Der intakte Vorstand des MGV Ulfen vor dem 153. Jahr (von links): Michael Rimbach, Reinhold Jahn, Hermann Bodenstein, Winfried Drössler, Willi Eckhardt, Hans Gründer, Rainer Göpel, Eduard Michael und Wolfgang Fey.
Der intakte Vorstand des MGV Ulfen vor dem 153. Jahr (von links): Michael Rimbach, Reinhold Jahn, Hermann Bodenstein, Winfried Drössler, Willi Eckhardt, Hans Gründer, Rainer Göpel, Eduard Michael und Wolfgang Fey. © Harald Triller

Vereine halten unsere Gesellschaft zusammen. Seit Jahren haben sie mit Problemen zu kämpfen. Und dann kam auch noch Corona. Wir porträtieren besondere Vereine wie den MGV Ulfen.

Ulfen – Die akribische Planung war abgeschlossen, das Sängerjubiläum anlässlich des 150-jährigen Bestehens bis ins kleinste Detail vorbereitet, die Mitglieder, egal ob aktiv oder passiv, blickten bereits erwartungsfroh auf die festlichen Tage vom 13. bis zum 15. Mai 2020.

Und die großartige Resonanz stimmte die Beteiligten des MGV Ulfen ebenfalls freudig, denn für die dreitägige chormusikalische Jubiläumsveranstaltung hatten sage und schreibe 20 Gastchöre und Musikgruppen ihr Mitwirken angekündigt.

Dann aber, wenige Tage vor dem Startschuss, musste eine Vollbremsung eingeleitet werden. „Wir haben schweren Herzens die Entscheidung getroffen, und den 150. Vereinsgeburtstag aus Sicherheitsgründen wegen der Coronapandemie abgesagt“, erklärt der Vorsitzende Winfried Drössler, der noch immer, fast drei Jahre später sein Bedauern zum Ausdruck bringt.

„Wenn du all das, was du in haarkleiner und zeitintensiver Vorbereitung auf die Beine gestellt hast, quasi im Handstreich absagen musst, dann ist das ein Gefühl, als würde dir jemand die Tür vors Gesicht schlagen.“

Vorsitzende sorgen für gute Gemeinschaft

Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt hat im Vorfeld des Jubiläums gleichermaßen treffende als auch nette Worte an den MGV adressiert und ihn als Musterbeispiel für einen intakten Verein bezeichnet, der das kulturelle Leben im Sontraer Land wesentlich bereichert.

„Den Verantwortlichen, die über eine so lange Zeit mit Mut, Tatkraft und Ideenreichtum den Fortbestand gesichert und die Tradition erhalten haben, gebührt unsere Anerkennung“, bescheinigt das Stadtoberhaupt dem Chor ein wichtige Addition, „denn Gesang plus Geselligkeit ergeben Gemeinschaft.“

Und diese großartige Gemeinschaft basiert auf einer absolut intakten Führungsriege, die vom Vorsitzenden Winfried Drössler angeführt wird. Sein Stellvertreter Hans Gründer steht ihm unterstützend zur Seite, die Kassengeschäfte fallen ins Ressort von Willi Eckhardt, Hermann Iba ist dessen „Vize“, Wolfgang Fey erledigt die schriftlichen Dinge und wird von Uwe Stunz vertreten, und als Notenwarte fungieren Rainer Göpel und Reinhold Jahn.

„Altes bewahren, Neues wagen“

Darüber hinaus haben die Stimmen der beiden Ehrenvorsitzenden Eduard Michael und Hermann Bodenstein noch immer viel Gewicht. Und jederzeit genießt Chorleiter Michael Rimbach, der das gute Miteinander als ganz wichtige Notwenigkeit einstuft, Mitspracherecht.

Michael Rimbach ist es auch, der bei der Auswahl der Liedliteratur sein gefühlvolles Händchen und seine jahrzehntelange musikalische Erfahrung erkennen lässt: „Unsere Devise lautet, Altes bewahren, Neues wagen“, sieht der Dirigent darin den (Noten)Schlüssel des Erfolges.

„Wir singen Lieder von Boney M., den Amigos, den Dorfrockern, aber auch von Udo Jürgens, wobei wir bei den Titeln auf textintensive Inhalte achten, um unsere Zuhörer auf anspruchsvolle Weise mit auf die chormusikalischen Reisen zu nehmen“, rührt Michael Rimbach fast ungewollt, aber wirksam, die Werbetrommel.

„Unser Ziel ist es fraglos Spaß und Freude als feste Säule zu vermitteln. natürlich wollen wir auch die Tradition, das alte und gute deutsche Kulturgut nicht vernachlässigen“, sagt Winfried Drössler und lobt gleichermaßen sein Vorstandsteam, „weil es komplett einen guten Job macht.“

Veranstaltung lockte Menschen von 18 bis 80 an

Und diesen Spaß, das verspricht Michael Rimbach, werde er fördern. Chöre stehen am Scheideweg, es sei jetzt wichtig, den Weg zur Jugend zu suchen, um neue Gemeinsamkeiten entstehen zu lassen, so die Worte von Wolfgang Fey, der an die Veranstaltung im alten Dreschschuppen der Jugendlichen erinnert.

„Ja, das war ein Vergnügen, das Leute zwischen 18 und 80 anlockte und gezeigt hat, dass es klappen kann“, denkt Hans Gründer im Gegenzug an die Unterstützung der Jugendlichen bei der Auftaktveranstaltung nach der Pandemie unter freiem Himmel auf dem örtlichen Schulhof.

Michael Rimbach: „Wir müssen auf den Zug aufspringen, bevor er endgültig und ohne uns die Haltestelle verlässt“, hätte das Schlusswort nicht passender ausfallen können, denn es sei klar, dass ohne das Beschreiten von anderen Wegen das deutsche chormusikalische Kulturgut auf der Strecke bleibt. Wörtlich: „Nur, wenn wir das schaffen können wir sagen, mein Verein ist etwas Besonderes.“

(Harald Triller)

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