Mit Bürgerbeteiligung

Sontra 2030: Planungen für die Entwicklung der Innenstadt laufen jetzt an

Auch in der Hüttenstraße und der Barbarasiedlung rund um das Ehrenmal Barbarastollen soll sich was tun.
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Auch in der Hüttenstraße und der Barbarasiedlung rund um das Ehrenmal Barbarastollen soll sich was tun.

Wie soll die Innenstadt von Sontra im Jahr 2030 aussehen? Dafür interessierten sich rund 25 Sontraer, die an einem ersten Stadtrundgang zur Stadtentwicklung teilnahmen.

Sontra – Am Donnerstag nahmen rund 25 Bürger die Zigarrenfabrik, die Villa Hesse, die Niedermühle und die Niederstadt genauer in Augenschein, ehe sie sich fußläufig die Brau- und Herrengasse sowie den Marktplatz ansahen. Der einleitende Rundgang zum „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek)“ endete an der Regenbogenschule. Mit der ersten Stippvisite ist unter dem Titel „Sontra 2030“ der Entwicklungsprozess für die Innenstadt im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren in Hessen“ eingeläutet worden.

Durch die Aufnahme in das Programm des Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen können bis 2028 öffentliche und private Personen für ihre Vorhaben in der Altstadt, im Bereich Neues Tor sowie in der Barbarasiedlung und im Bahnhofsareal Förderanträge stellen.

Uwe Höger vom Planungsbüro „AKP und Foundation 5+“ aus Kassel hat mit seinem Team am Donnerstagabend die ersten Analysen und die Vorgehensweise des Projekts vorgestellt. Mit dabei auch Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Bis Herbst sollen alle Informationen vorliegen, sodass das Isek in Abstimmung zwischen der Stadt und dem beauftragten Planungsbüro „AKP und Foundation 5+“ aus Kassel verfasst werden kann. Das Konzept beinhaltet eine Analyse der aktuellen Situation, aufbauend auf der studentischen Arbeit aus dem Jahr 2018. Grafisch dargestellt wurde, dass die Bevölkerung im Fördergebiet im Vergleich zum Jahr 2010 um zwölf Prozent gewachsen ist, auf 1240 Einwohner. Unterdessen ist die Gesamtbevölkerung in der Kernstadt Sontra nur um 0,4 Prozent (circa 7800 Einwohner) gewachsen. Geplant ist im Winter 2020/2021, die Konzeptinhalte mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen und dem Hessischen Wirtschaftsministerium zu besprechen. In der Stadtverordnetenversammlung ist im kommenden Jahr mit einer Entscheidung zu rechnen.

Zuvor ist aber die Meinung der Bürger gefragt. Am 28. September (18 Uhr) lädt die Stadt ins Bürgerhaus ein, dabei sollen die Bürger ihre Ideen in Projektwerkstätten miteinbringen. Folgende Themenschwerpunkte werden bearbeitet: Wohnen in der Stadt, Freiraumentwicklung, Soziale Nutzung und Angebote sowie die Innenstadtentwicklung mit Blick auf den Handel und den Verkehr. Es ist angedacht, dass ein Gremium „Lokale Partnerschaft“ mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft bei der Erstellung und Umsetzung des Konzepts mitwirkt.

„Für uns ist es ganz wichtig, dass wir uns auf dem Markt als attraktive Stadt für Einwohner und Gewerbetreibende positionieren“, sagte Eckhardt in seiner Begrüßung. Dabei ging er kurz auf den strukturellen Wandel der letzten Jahrzehnte ein und nannte das Ende des Bergbaus im Jahr 1955, die Schließung des Lignotock-Werks (2005) und den Abzug der Bundeswehr im Jahr 2008. Nun sei es an der Zeit die sich ergebende Chance in Form der Autobahn A 44 zu nutzen, sagte der Verwaltungschef, der mit seinem Leitsatz „Tradition bewahren, Zukunft gestalten“ die Bürger aufforderte mitanzupacken: „Unser Prozess wird von den Bürgern leben, die hinter dem Projekt stehen und es mit Leben füllen.“

Von Marvin Heinz

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