Regierungspräsident zur Waldbegehung mit Hessen-Forst

Regierungspräsident Klüber erkundigt sich in Sontra über Aufforstung des Waldes

Wie Buchensterben vorsich geht, erklärt (von links) Dr. Thomas Rysavy dem Kassler RP Hermann-Josef Klüber. Mit vor Ort Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt, Dietrich Bräuer und Revierförster Alexander Göllner.
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Wie Buchensterben vorsich geht, erklärt (von links) Dr. Thomas Rysavy dem Kassler RP Hermann-Josef Klüber. Mit vor Ort Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt, Dietrich Bräuer und Revierförster Alexander Göllner.

Zum Auftakt seiner fünftägigen Tour durch Nord- und Osthessen hat Kassels Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber sich in Sontra über die Wiederaufforstung des Waldes informiert.

Sontra – Die erste Station seiner fünftägigen Tour unter dem Titel „RP vor Ort“ durch Nord- und Osthessen führte den Kassler Regierungspräsidenten Hermann-Josef Klüber am Montag in das Waldrevier Sontra.

Vom Leiter des Forstamtes Wehretal, Dr. Thomas Rysavy, sowie Dietrich Bräuer und Revierförster Alexander Göllner ließ sich der RP die Grundzüge von Aufforstung und des geplanten Waldumbaus, samt den damit verbundenen Herausforderungen für den Forst, aber auch die Kommunen, erklären. Erste Station an dem herbstlich kühlen Morgen war eine Windwurffläche im Wald oberhalb von Heyerode. Der ehemalige Fichtenbestand ist dort verschwunden, stattdessen wachsen auf der beräumten Freifläche bereits früher gepflanzte Douglasien und zwischen Brombeeren und Himbeeren kämpfen sich Birken, Weiden, Eschen, Fichten, Lärchen und Kiefern durch die Konkurrenz. „Wir hoffen, das hier ein artenreicher Mischwald entsteht“, sagt Revierförster Alexander Göllner.

Auf einer gegenüberliegenden Kuppe will Hessen-Forst auf einem halben Hektar 4500 Eichen pflanzen. Trotz intensiver Bejagung von Wild müssen die Setzlinge über Jahre geschützt und gepflegt werden – Kosten von circa 30 000 Euro pro Hektar Eichenwald.

Wegen der hohen Kosten, aber auch der fehlenden Manpower, die Aufforstung und klimastabileren Waldumbau mit sich bringen, sei eine flächendeckende Aufforstung gar nicht möglich, erklärte Göllner dem RP. In dem 1650 Hektar großen Sontraer Waldrevier sind allein 52 Hektar Wald durch Sturm, Trockenheit und Käferbefall vernichtet.

Eine Tatsache, die auch die Stadt Sontra in den nächsten Jahren finanziell fordern wird. Hatte die Kommune vor den Trockenjahren bis zu 60 000 Euro Einnahmen aus dem Kommunalwald, stehen allein 2022 fünfstellige Beträge für die Kultur- und Jungstandpflege an. Bereits in den letzten Jahren gab es kaum Einnahmen. „Aber es geht nicht nur ums Geld, es geht auch um Nachhaltigkeit“, sagte Sontras Bürgermeister Thomas Eckardt.

Eine weitere Etappe der Waldbegehung war ein Buchenwald oberhalb von Mitterode, wo Revierförster Göllner dem RP das komplexe Buchensterben versuchte zu erklären. (Stefanie Salzmann)

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