Schläge und Tritte führen zu Jugendhaft: Männer aus Sontra verurteilt

Eschwege. Zwei 23 und 21 Jahre alte Männer aus Sontra sind am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Eschwege wegen Körperverletzung verurteilt worden. Sie sollen im Januar in Sontra einen Mann auf offener Straße zusammengeschlagen haben. Das vermutete Motiv: Vergeltung für eine Aussage bei der Polizei.

Der Jüngere der beiden, vom Gericht als Haupttäter ausgemacht, erhielt eine Jugendfreiheitsstrafe von einem Jahr. Der zweite Angeklagte kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Bei ihm ging das Gericht von einer Beteiligung im minderschweren Fall aus. Er erhielt sechs Monate und zwei Wochen nach dem Erwachsenenstrafrecht. Zudem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Das Gericht unter Vorsitz von Elke Sprenger sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten am frühen Abend des 19. Januar in Sontra einen 24-Jährigen auf offener Straße angegriffen und diesen gemeinsam mit zwei anderen, nicht bekannten, Tätern geschlagen und getreten haben. Dieser erlitt durch die Attacke Prellungen und eine leichte Gehirnerschütterung. Als Motiv vermutete das Gericht Vergeltung dafür, dass das Opfer die Angeklagten bei der Polizei in einem Drogendelikt beschuldigt hatte.

Der 21-Jährige verkündete zu Beginn der Verhandlung, sich zu den Vorwürfen nicht zu äußern. Sein ebenfalls angeklagter Freund gab an, mit dem Vorfall nichts zu tun zu haben. Beide waren bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Weil der jüngere der Beiden sich nach einem Urteil aus dem Oktober vergangenen Jahres wegen gefährlicher Körperverletzung noch in der Bewährungszeit befand, sah das Gericht keine Möglichkeit eine weitere Bewährung zu verhängen und blieb beim Strafmaß nur knapp unter den von Staatsanwalt Müller geforderten 15 Monaten.

Die Verteidiger Kevin Faber und Thomas Fröhlich hatten für ihre Mandanten Freisprüche gefordert. In ihren Augen gab es erhebliche Zweifel an der Schuld der jungen Männer. Es sei nicht nachvollziehbar, warum dem Opfer mehr Glauben geschenkt werde, als den Angeklagten. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. (lad)

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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