Lebensgefährlich verletzt

Schüsse in Sontra: Mann steht wegen versuchten Mordes vor dem Kasseler Landgericht

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Versuchten Mord wirft die Staatsanwaltschaft einem 44-jährigen Mann aus Göttingen vor, der an einem Parkplatz in Sontra den Verlobten seiner Tochter mit Schüssen lebensgefährlich verletzt haben soll.

Der Angeklagte, ein in der Türkei geborener Deutscher, war mit der Verbindung seiner Tochter zu dem 24-jährigen Kurden aus Sontra nicht einverstanden gewesen. Die Tat vom 11. Februar wird seit Mittwoch vor dem Landgericht Kassel unter großem Interesse der Medien und der Öffentlichkeit verhandelt. Polizei sichert das Gebäude, der Zuschauerraum im großen Schwurgerichtssaal ist fast voll, Mitglieder beider Familien sind gekommen. 

Laut Staatsanwalt Andreas Thöne hat sich die Bluttat, die die Mordmerkmale Heimtücke und niedere Beweggründe erfülle, so abgespielt: Gegen 17.10 Uhr war der Angeklagte zu einem Gebetshaus in Sontra gekommen. Er bat den 24-Jährigen zum Gespräch auf die Straße, angeblich um ihn zum Verzicht auf die geplante Hochzeit zu bewegen.

Am Rand eines Parkplatzes an der Schlossstraße, so die Anklage, zog der 44-Jährige plötzlich eine Pistole und eine Druckluftwaffe aus der Jacke und eröffnete beidhändig das Feuer. Der Kurde wurde von zwei Pistolenschüssen in den Bauch getroffen, mehrere Projektile der Druckluftwaffe verletzten ihn an Brust, Kopf und Hals. Trotzdem konnte der junge Mann Richtung Gebetshaus davonrennen. 

Der Angeklagte verfolgte ihn, gab dabei weitere Schüsse ab, ein Projektil der Luftdruckwaffe verletzte den Flüchtenden im Nacken. Der Kurde brach nach 200 Meter zusammen, wurde von seinem Bruder gefunden, der die Rettung alarmierte. Ohne die sofortige Notoperation im Klinikum Eschwege wären die Verletzungen tödlich gewesen – das bestätigte gestern auch ein Beamter der Kripo Eschwege.

Der Angeklagte war wenige Stunden nach der Tat nach einem Verkehrsunfall in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden.

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