Gelebte Freundschaft

Sontra und das französische Vimoutiers sind seit genau 50 Jahren verschwistert

Sontras damaliger Bürgermeister Adam Besand (Zweiter von rechts) und Vimoutiers’ damaliger Bürgermeister Jean Dumeige (links) bei der Unterzeichnung der Städtepartnerschaft im April 1971. Mit dabei war damals auch Friedrich Wilkening, der als Übersetzer agierte (rechts). REPRO: MAURICE MORTH
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Sontras damaliger Bürgermeister Adam Besand (Zweiter von rechts) und Vimoutiers’ damaliger Bürgermeister Jean Dumeige (links) bei der Unterzeichnung der Städtepartnerschaft im April 1971. Mit dabei war damals auch Friedrich Wilkening, der als Übersetzer agierte (rechts).

Sontra und seine französische Partnerstadt Vimoutiers sind seit genau 50 Jahren verschwistert. Wir werfen einen Blick auf die Anfänge dieser deutsch-französischen Freundschaft.

Sontra – Es war der Élysée-Vertrag von Januar 1963, der von den Präsidenten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichnet wurde, der Deutsche und Franzosen ermutigte, erste Schritte in Richtung Städtepartnerschaften zu gehen. In diesem Jahr wollten die Städte Vimoutiers und Sontra das 50. Jubiläum ihrer Verschwisterung feiern – dann kam Corona.

Die ersten Kontakte

Die Städtepartnerschaft geht vor allem zurück auf freundschaftliche Beziehungen, welche die Landwirte des ehemaligen Landkreises Rotenburg, zu dem die Stadt Sontra damals noch zählte, zu den landwirtschaftlichen Organisationen des Departements Orne in der Normandie unterhielten, erinnert sich Friedrich Wilkening (81), der Ehrenvorsitzende des Partnerschaftskomitees aus Sontra.

Friedrich Wilkening, Ehrenvorsitzender des Partnerschaftskomitees aus Sontra.

Erste Besuche fanden bereits im August 1968 statt, als Dominique Letondot, der Leiter der landwirtschaftlichen Fortbildungsstelle, sich mit mehreren seiner Schüler in Sontra aufhielt.

Es folgten viele weitere gegenseitige Besuche in Deutschland und Frankreich, etwa von Sontras damaligem Bürgermeister Adam Besand, Stadtverordneten, Schülern und der Freiwilligen Feuerwehr. Mit dabei war damals schon Friedrich Wilkening, der als junger Englisch- und Französischlehrer als Dolmetscher diente.

Partnerschaftsfeier

Die Verschwisterung der beiden Städte wurde am Wochenende des 17. und 18. Aprils 1971 offiziell in Vimoutiers im Nordwesten Frankreichs begangen. Zur Sontraer Delegation gehörten damals unter anderem Bürgermeister Adam Besand, Stadtverordnetenvorsteher Alfred Schäfer sowie einige Stadträte, Stadtverordnete, Lehrkräfte sowie eine Abordnung der Schützengilde und der Sontraer Sportschützen.

Auf sie wartete unter anderem ein Festprogramm mit einem Festessen, der Niederlegung eines Kranzes am Ehrenmal, einem ökumenischen Hochamt in der Kathedrale in Vimoutiers mit weit über 100 Teilnehmern und der offiziellen Unterzeichnung der Städtepartnerschaft am 18. April. Wie bedeutend diese Verschwisterung gerade nach den Gräueln zweier Weltkriege war, verdeutlichen die Worte von Vimoutiers’ damaligem Bürgermeister Jean Dumeige: „Wir können die leidvollen Kriegsjahre nicht vergessen, aber wir haben die Pflicht, mutig am Frieden zu wirken und Bande der Freundschaft zu knüpfen, damit der Jugend eine friedvollere Zukunft beschieden sein möge.“

Bürgermeister Besand betonte im Gegenzug, dass ihn angesichts der zurückliegenden Jahrzehnte alles zu tun ermutige, was dem Frieden und nichts als dem Frieden diene.

Gegenbesuch im Juli

Der Gegenbesuch der französischen Delegation erfolgte im Juli 1971 anlässlich des Schützen- und Heimatfestes. Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 10. Juli 1971, fand im Bürgerhaus in Sontra die offizielle Feier statt, bei der die Urkunden gegengezeichnet wurden. Auf dem Barbaraplatz fand damals ein Konzert des 5. Heeresmusikkorps und der Trompeter des französischen Spahiregiments statt. „Das schöne Wetter war mit von der Partie und das Bier floss in Strömen“, erinnert sich Friedrich Wilkening.

Die Feierlichkeiten in Sontra im Juli 1971.

In der Bahnhofstraße fand darüber hinaus eine besonder Ehrung statt: Die damals neue, durch das Grün- und Festgelände der Breitwiese führende Straße wurde in Vimoutiersstraße umbenannt. Darüber hinaus gelang es dem Festausschuss, für Sonntag einen etwa 1,4 Kilometer langen Festzug mit 54 Wagen zusammenzustellen. Insgesamt weilten über 150 französische Gäste in Sontra.

„Die Feuerwehr, die Schüler, die Fußballer, die Musiker, die Radfahrer, die Offiziellen und Privatleute, alle haben auf ihre Art und Weise über mehrere Jahrzehnte zum Erfolg dieser Partnerschaft beigetragen und diese mit Leben gefüllt“, sagt Friedrich Wilkening. (Maurice Morth)

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