In Sontraer Feriendorf entsteht Erstaufnahmelager für 500 Flüchtlinge

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Das Feriendorf in Sontra: Hier sollen demnächst 500 Flüchtlinge einziehen.

Sontra. Im Sontraer Feriendorf entsteht eine Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 500 Flüchtlinge. Das bestätigt Michael Conrad, Sprecher des RP Kassel, auf Anfrage.

In den über 40 Bungalows sollen jeweils 12 Personen unterkommen. Wann erste Flüchtlinge dort untergebracht werden, ist bislang unklar. Laut Regierungspräsidium soll die winterfeste Unterkunft ab Samstag, 10. Oktober bezugsfertig sein.

Aktualisiert um 19.50 Uhr.

Derzeit hält sich noch eine Schulklasse auf dem Gelände auf, sobald diese abgereist ist, beginnen die vorbereitenden Umbauarbeiten, zu denen auch eine komplette Umzäunung des Areals gehört. „Wir sind von der Nachricht total überrascht worden“, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt sichtlich berührt. Im Gegensatz zu Asylbewerberunterkünften ist eine Erstaufnahmeeinrichtung in der Verantwortung des Regierungspräsidiums, dass sich um Umbau, Unterbringung und Sicherheit kümmert. Trotzdem kommen auf die Stadt viele Aufgaben zu. 

Im Rathaus denkt man über eine Busverbindung in die Innenstadt und einen weiteren Supermarkt nach. Eckhardt hofft, kurzfristig einen Betreiber für ein Lebensmittelgeschäft im ehemaligen Tegut-Markt zu finden. In den nächsten Tagen will er nach Rotenburg fahren und sich dort die Alheimer-Kaserne ansehen, in der ebenfalls hunderte Flüchtlinge leben. Gespräche mit Feuerwehr, Polizei und der Adam-von-Trott-Schule haben bereits stattgefunden. Letztere liegt in unmittelbarer Nähe zum Feriendorf. Um zu verhindern, dass der Schulhof als Passage in die Innenstadt genutzt wird, will die Stadt einen Weg über die Schulstraße extra ausschildern. Das Gelände der zukünftigen Erstaufnahme ist in Privatbesitz, hat jedoch laut Eckhardt erst gestern Morgen den Besitzer gewechselt. Der Mietvertrag des Landes Hessen geht demnach über mehrere Jahre.

Hintergrund

Auf Drängen von Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt lädt das Regierungspräsidium Kassel für Donnerstag, 8. Oktober, zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in das Sontraer Bürgerhaus ein. Beginn ist um 19 Uhr. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke wird dann vor Ort Fragen beantworten. „Ich habe darauf bestanden, erst umfassend die Bürger zu informieren, bevor das Feriendorf belegt wird“, sagt Eckhardt. Derzeit leben in Sontra 58 Asylbewerber. 30 Davon in Wichmannshausen und 16 in der Niederstadt. Seit der vergangenen Woche wird auch die Barbaraschule als Notunterkunft genutzt. Dort sind derzeit 12 Menschen untergebracht.

 

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