André Bernhardt seit 30 Jahren im Führungsdienst

Sontras Stadtbrandinspektor führt ein Leben für die Feuerwehr

Seit 2007 ist André Bernhardt Stadtbrandinspektor in Sontra: Dabei hatte der 53-Jährige nach eigenem Bekunden in jungen Jahren eigentlich gar kein Interesse an der Freiwilligen Feuerwehr.
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Seit 2007 ist André Bernhardt Stadtbrandinspektor in Sontra: Dabei hatte der 53-Jährige nach eigenem Bekunden in jungen Jahren eigentlich gar kein Interesse an der Freiwilligen Feuerwehr.

Bereits seit 30 Jahren bekleidet André Bernhardt leitende Positionen bei den Einsätzen der Feuerwehr in Sontra. Dabei war aller Anfang schwer.

Sontra - „Ich hatte als Jugendlicher eigentlich kein Interesse an der Feuerwehr, aber mein Vater war bei der Wehr in Sontra sehr aktiv und hat mich mit zehn Jahren mit ein bisschen Nachdruck in die Richtung geschoben“, sagt Bernhardt. Das war 1977. Was folgte, war eine Laufbahn mit Ämtern wie Gruppenführer und Wehrführer, ehe Bernhardt, der zeit seines Lebens in Sontra lebt, 2007 zum Stadtbrandinspektor ernannt wurde.

„Die Feuerwehr ist wirklich ein sehr großer Teil meines Lebens geworden. Ohne sie wüsste ich fast nicht, was ich machen sollte“, sagt der 53-Jährige. Fragt man Bernhardt nach seinem Antrieb, so viel Kraft und Zeit für das Ehrenamt zu opfern, lässt die Antwort nicht lange auf sich warten: „Ich bin Feuerwehrmann, weil ich Menschen, Tiere und Sachwerte retten möchte. Hinzu kommt die Herausforderung durch die Einsätze, denn jeder ist anders.“ Die Einsätze, an die er sich auch nach Jahren noch immer erinnern könne, seien vor allem die schweren Verkehrsunfälle. „Das Schlimmste dabei ist für mich immer, wenn die Person während der Rettung im Auto stirbt. Da macht man sich schon seine Gedanken, ob man nicht irgendwas hätte anders machen können – obwohl wir natürlich unser Bestmögliches geben“, sagt der 53-Jährige.

Natürlich würden viele der Ehrenämtler dadurch, dass sie Dinge sehen würden, die viele andere Menschen nie zu Gesicht bekommen würden, ein Päckchen mit sich herumtragen. „Aber es gibt auch vieles Positives, zum Beispiel, wenn es uns gelingt, Personen zu retten, und niemand zu Schaden kommt“, sagt Bernhardt.

Aber zu den Aufgaben des Stadtbrandinspektors gehört noch mehr als die Einsätze: Fast täglich würden Verwaltungsaufgaben anfallen, bei denen er aber durch das gesamte Rathaus gut unterstützt werde. „Dazu muss ich sagen, dass ich mit Dirk Linhose auf jemanden vertrauen kann, der weit mehr ist als mein bloßer Stellvertreter“, sagt Bernhardt. Gemeinsam mit dem gesamten Wehrführerteam der Freiwilligen Feuerwehr Sontra habe man sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Einheit zusammengefunden.

Ein Glück ist für den Vater dreier Töchter auch sein Arbeitgeber: Seit 32 Jahren arbeitet er mittlerweile bei VW in Baunatal in der Qualitätssicherung für Getriebe. „Mein Arbeitgeber stellt mich jederzeit für das Feuerwehramt frei, ich kann mein Funkgerät direkt am Arbeitsplatz mit dabei haben, um schnell reagieren zu können. Nur so klappt es, das alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt Bernhardt.

Besonders prägend seien für ihn auch seine vier Auslandseinsätze mit der Bundeswehr gewesen. „630 Tage insgesamt“, sagt Bernhardt.

Von 1999 bis 2002 war er als Reservist mit seiner damaligen Panzereinheit aus Brandenburg Bestandteil der KFOR, der multinationalen Truppe, die nach dem Ende des Kosovokrieges 1999 unter der Leitung der Nato für ein sicheres Umfeld im Kosovo zu sorgen hatte. „Ein Auslandseinsatz verändert nachhaltig den Blick auf das Leben“, sagt der 53-Jährige. Verändert hat sich auch die gegenwärtige Situation der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland im Vergleich zur Anfangszeit von André Bernhardt: „Es gibt in der heutigen Gesellschaft viel mehr Bedenkenträger als früher. Das führt dazu, dass man sich bei Einsätzen viel mehr hinterfragen muss“, so Bernhardt.

Problematisch sei auch, dass wegen der hohen Vorgaben durch den Technischen Prüfdienst die Unterhaltung viel, viel teurer für die Kommunen in Deutschland geworden sei. „Das ist ein Problem, denn irgendwann werden wir an den Punkt kommen, an dem eine Stadt einmal sagen wird, dass sie sich das nicht mehr leisten kann“, so Bernhardt.

Auf die Feuerwehr Sontra würde mit der Fertigstellung der A 44 eine riesige Aufgabe zukommen: „Wir sind für die Autobahn dann von kurz hinter Wehretal bis weit nach hinter Ulfen zuständig und haben vier Tunnel zu betreuen“, so Bernhardt.

Mut mache ihm, dass sich in der Truppe nach „ruppigen“ Anfangsjahren ein Zusammenspiel zwischen allen Stadtteilwehren entwickelt habe, welches „vom Feinsten“ sei. (Maurice Morth)

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