Tier stirbt nach der Operation

Tierquälerei kostet Kater das Leben: Unbekannter schießt mit Luftgewehr auf Willy

+
Kater Willy, links das Projektil, das wohl längere Zeit in seinem Körper steckte.

Im Werra-Meißner-Kreis hat ein unbekannter mit einem Luftgewehr auf eine Katze geschossen. Diese verstarb zwei Wochen später.

  • Kater nach Schuss aus einem Luftgewehr verstorben
  • Strafanzeige wurde gestellt
  • Täter sind nicht bekannt

Das berichtet die Tierärztin Dr. Michaela Seifert (Weidenhausen), die das Tier operiert hat. „Die Besitzer sind sehr traurig, Willy war ihnen enorm ans Herz gewachsen“, berichtet die Veterinärmedizinerin. Die Katze war zwar schon alt, was sicherlich zum Ableben nach der Verletzung beigetragen habe. „Aber das entschuldigt nie und nimmer, wenn irgendjemand mit einem Luftgewehr auf ein Tier rumballert“, sagt sie.

Tierärztin Dr. Michaela Seifert.

Projektil könnte schon zwei Wochen im Körper gesteckt haben

Willy sei eigentlich ein Freigänger gewesen, habe sich aber in den drei Tagen vor seinem Tod, der in der Nacht zu Donnerstag eintrat, schon nicht mehr aus der Wohnung bewegt. 

„Wir wussten erst nicht, wieso es dem Kater schlecht geht, aber beim Röntgen habe ich dann das Projektil gefunden, die womöglich schon zwischen ein oder zwei Wochen im Körper steckte“, so Seifert.

Infrage kommen Katzenhasser oder Jugendliche

Das Geschoss wurde zwar rausoperiert und Willy mit einer Infusion stabilisiert, doch das half nicht mehr. In der Nacht zu Donnerstag starb der Kater. Stellt sich die Frage, wer so etwas tut. Dr. Michale Seifert kennt aus ihrer langjährigen Erfahrung insbesondere zwei Tätergruppen, die infrage kommen. 

„Zum einen die sogenannten jungen Wilden – also Jugendliche, die einfach aus Spaß mit dem Luftgewehr rumballern –, zum anderen notorische Katzenhasser. Das sind oft ältere Menschen, die sich darüber ärgern, wenn sie in ihrem Garten Hinterlassenschaften von Katzen finden.“

Strafanzeige wurde gestellt

Verhindern, berichtet die Tierärztin, kann man solche Taten ohnehin nicht. „Und auch die Schuldigen sind oft schwer zu ermitteln, obwohl auch in diesem Fall Strafanzeige gestellt wurde. Man kann nur hoffen, dass solche Menschen ausfindig gemacht werden. Das könnte andere daran hindern, dasselbe zu tun“, so Seifert. 

Ferner hält sie es für sinnvoll, derartige Fälle publik zu machen, um den ein oder anderen potenziellen „Schützen“ vielleicht dahingehend zu sensibilisieren, dass natürlich auch Katzen Lebewesen sind. Für Willy käme die Einsicht zu spät, für viele seiner Artgenossen vielleicht nicht.

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren

Übrigens: Wie Jörg Künstler, Pressesprecher der hiesigen Polizeidirektion, berichtet, wird das Töten eines Wirbeltieres „ohne einen vernünftigen Grund“ gemäß Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.

Ähnliche Falle von Tierquälerei gab es bereits:

Tierarzt findet Projektile im Körper: Unbekannter schoss zum zweiten Mal auf Kater Flecki - Es muss ein echter Katzenhasser sein, der da in Bad Zwesten sein Unwesen treibt: Katze Flecki aus dem Kurort wurde bereits das zweite Mal Opfer eines heimtückischen Schützens.

Schrecken der Silvesternacht - Elke und Dr. Wolfgang Hellmann aus Frankenau steht der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben: Randalierer hatten ihren Gnadenhof an Silvester mit Böllern zwei Stunden lang attackiert. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.