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Sontraer Schulleiterin geht in Ruhestand

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Von: Julia Henniges

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Leiterin Susanne Herrmann-Borchert verlässt Ende Januar die Adam-von-Trott-Schule in Sontra.
Leiterin Susanne Herrmann-Borchert verlässt Ende Januar die Adam-von-Trott-Schule in Sontra. © Julia Stüber

Susanne Herrmann- Borchert strahlt, wenn sie von den vergangenen Jahrzehnten als Leiterin der Adam-von-Trott-Schule in Sontra erzählt.

Sontra – Jetzt, nach rund 20 Jahren, wird sie zum Ende des Monats in den Ruhestand gehen. „An manchen Tagen, wenn viel los ist, dann vergesse ich das manchmal fast schon“, sagt sie.

Viele besondere Momente sind ihr aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben. Zum Beispiel das Konzert der bekannten Gruppe „Sportfreunde Stiller“, die auf dem Schulgelände 2007 auftraten – die Schulband „Punksheep Company“ hatte damals bei einem Wettbewerb eines Radiosenders gewonnen. Zusammen begeisterten sie die vielen Fans in Sontra.

Auch an die Erstellung des Schulkonzepts – das unter anderem auf eine lebendige Gemeinschaft, aber auch auf individuelle Perspektiven setzt – erinnert sie sich gerne zurück. „Das hat uns als Team im Kollegium vereint“, sagt die Lehrerin für Biologie und Chemie. Besonders stolz ist die Leiterin auch auf den Schulgarten und -wald. „Hier können die Schüler ganz praktisch die Umwelt entdecken. Und alles, was man mit den Händen macht, bleibt auch im Kopf und im Herzen.“

Doch nicht immer war alles während dieser Zeit einfach. Die Umsetzung von G8 – also die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur –, der Rückgang zu G9 oder auch die Frage, ob die Oberstufe weiterhin bestehen soll, prägten die Arbeit von Herrmann-Borchert. Und natürlich stellt auch die Coronakrise die Schule vor viele Herausforderungen. „Vor allem der Distanzunterricht belastete die Schüler und Lehrer.“

Ob gute oder auch weniger gute Zeiten – in 20 Jahren hat sich auch das Schulleben insgesamt verändert. „Die Digitalisierung kann vieles anschaulicher machen, Tablets werden genutzt, Informationen können schnell herangezogen werden“, sagt Herrmann-Borchert.

Außerdem werde mehr auf kooperative Lernformen gesetzt – Schüler müssten beispielsweise mehr selbst recherchieren und sich selbst einbringen. „Die Aktivierung der Schüler hat insgesamt zugenommen.“

Jetzt macht die 63-Jährige Platz für neue Ideen, für frischen Wind an der Schule, wie sie selbst sagt. Privat möchte sich die Waldkapplerin voll und ganz auf ihre Familie konzentrieren. Reisen, der große Garten, das Haus auf Vordermann bringen, weiterhin viel Sport treiben – Herrmann-Borchert hat sich schon einige Projekte für den Ruhestand vorgenommen.

Eine große Verabschiedung von der Schule am 31. Januar wird es nicht geben. „Durch die Omikron-Variante kann man das nicht verantworten. Wir werden es klein halten.“ Aber im Sommer, wenn sich die Situation hoffentlich wieder etwas entspannt hat, soll doch groß gefeiert werden. „Das ist mir auch sehr wichtig. Ich habe hier so gerne mit den tollen Kollegen und Schülern gearbeitet.“

Jetzt muss die 63-Jährige langsam ihr Büro räumen – hier haben sich mit den Jahren viele persönliche Dinge angesammelt. Und so werden auch die Bilder aus der Pfalz, die sie so gerne bereist, einen neuen Platz finden müssen. Das Bild von Adam von Trott, das gleich hinter dem Schreibtisch hängt, wird wohl auch für den nächsten Schulleiter erhalten bleiben – der steht übrigens noch nicht fest. (Von Julia Stüber)

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