Landesentwicklungsplan 2020

Sorge im Kreis: Bürgermeister kritisieren Landesentwicklungsplan 2020

Mit Logo und einheitlichem Erscheinungsbild: Bürgermeister Thomas Eckhardt präsentiert die neue Ortseingangstafel der Berg- und Hänselstadt in der Fuldaer Straße.
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Innenstädte und Gemeinden stärken: Das will auch Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt, der erst vor fast zwei Jahren das neue Fußgängerleitsystem für die Sontraer Innenstadt vorstellte. Die Städte Sontra ebenso wie Hessisch Lichtenau sind vom Landesentwicklungsplan besonders betroffen.

Die Zuordnung der Gemeinden zu den Versorgungszentren Witzenhausen, Hessisch Lichtenau, Eschwege und Sontra soll verändert werden.

Werra-Meißner – Die Zuordnung der Gemeinden zu den Versorgungszentren Witzenhausen, Hessisch Lichtenau, Eschwege und Sontra soll verändert werden. Das geht aus dem Entwurf des Landesentwicklungsplans 2020 des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Wohnen hervor. Besonders betroffen werden Sontra und Hessisch Lichtenau sein.

Auswirkungen wird das auf die Finanzierung von Arztpraxen, Freizeitangebote, den öffentlichen Nahverkehr sowie weitere Einrichtungen in den Mittelzentren haben. Denn von diesem Status hängen die Zuweisungen von Bund und Land ab.

Der Entwurf des Landesentwicklungsplans des hessischen Ministeriums stößt im Kreis vor allem deshalb auf Unverständnis, weil bestehende Strukturen nicht berücksichtigt werden, so die Bürgermeister Michael Heußner (Hessisch Lichtenau) und Thomas Eckhardt (Sontra). Mit der Neuordnung wird der ländliche Raum geschwächt und nicht gestärkt, sagt Heußner.

Der Entwurf sieht den Abzug von sechs Gemeinden vor: Hessisch Lichtenau könnten alle vier zu versorgende Gemeinden aberkannt werden. Bei Sontra wären es zwei von vier. Damit gehen eine Herabstufung und finanzielle Einbußen einher. Das kann auch Zuweisungen betreffen, bestätigt Landrat Stefan Reuß.

Kein Verständnis hat daher Michael Heußner. Er sieht Verknüpfungen zwischen Orten nicht berücksichtig: „Wir stellen für die umliegenden Kommunen ein Hallenbad zur Verfügung, wir halten mit der rund 700 000 Euro teuren Drehleiter ein Hubrettungsgerät auch für die umliegenden Städte und Gemeinden vor, wir finanzieren die Straßenbahn jedes Jahr mit 307 000 Euro.“ Einzelbeispiele, sagt Heußner, die jedoch zeigten, warum dem Mittelzentrum Hessisch Lichtenau mindestens der bisherige Versorgungsraum Großalmerode und Waldkappel zugeordnet bleiben müsse.

Als Katastrophe für alle beteiligten Kommunen bezeichnet Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt die drohende Neuordnung. Seit 2006 habe der Interkommunale Zweckverband – bestehend aus Sontra, Herleshausen und Nentershausen – gemeinsame Angebote geschaffen. Dazu zählen das Gesundheitsversorgungszentrum und das Gewerbegebiet Husarenpark, beides in Sontra angesiedelt. Aber auch die Schulen in Sontra werden von den Schülern aus den aktuellen Versorgungsgebieten genutzt. (von Hanna Maiterth)

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