Sozialen Einrichtungen fehlen die Freiwilligen

Wichtig für eine abwechslungsreiche Betreuung: Die Freiwilligendienstleistenden sind immer schwieriger zu finden. Außerdem macht es das Vergabe-System der Plätze gerade für kleinere Städte problematisch. Foto:  dpa

Werra-Meißner. Knapp vier Jahre nach der Abschaffung der Wehrpflicht werden die freiwilligen Helfer knapp.

„Wir können theoretisch acht Plätze für Bundesfreiwilligendienstleistende (kurz Bufdis) anbieten. Meistens haben wir aber nur einen“, sagt Gabriele Schröder, Sprecherin des Klinikums Werra-Meißner. „Es bewerben sich viel weniger Freiwillige als zuvor noch Zivis. Aber auch das Vergabe-System der Stellen vom Bundesamt macht das Einstellen unmöglich.“

Am 1. Juli 2011 trat die Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland in Kraft und schaffte damit gleichzeitig den Zivildienst ab. Um dies zu kompensieren, wurde der Bundesfreiwilligendienst eingeführt.

Laut Schröder hätten seitdem aber gerade kleinere Städte einen Nachteil: „Es gibt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) eine Ampel und nur wenn die auf „grün“ steht, können wir einen Freiwilligen einstellen.“ Das Problem sei, dass in kleineren Städten dann oft keine Bewerber vorhanden seien. „Und wenn wir dann später Bewerber haben, dann können wir diese meist nicht einstellen, weil das Budget vom Bundesamt erschöpft ist“, so Schröder. In großen Städten seien dagegen immer Bewerber da. Leider gebe es kein Recht auf Plätze für Freiwilligendienstleistende.

Peter Schloßmacher, Pressesprecher beim BAFzA in Köln, sagt dazu: „Das Budget für Bufdis beträgt 167 Millionen Euro und ist gedeckelt. Dazu kommt, dass der Freiwilligendienst arbeitsmarktneutral ist, man also auch ohne die Freiwilligen auskommen muss.“ Und zu der Verteilung der Plätze: „Es gibt 20 Zentralstellen, die die Plätze für die Bufdis zuweisen. Es sind natürlich auch welche darunter, die nach dem Windhundprinzip vorgehen, also wer zuerst anfragt, bekommt auch den Zuschlag.“ Es gebe aber auch Stellen, die vorausschauender planen.

Von Maximilian Bülau

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