29 Fälle bei Bank im Werra-Meißner-Kreis

Ex-Sparkassenmitarbeiter angeklagt: Mann soll 436.000 Euro veruntreut haben

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Anklage wegen Betrugs: Sparkassenmitarbeiter soll fast eine halbe Million Euro veruntreut haben.

Dem Mann wird gewerbsmäßiger Betrug in 29 Fällen vorgeworfen. Der Schaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf 436.000 Euro.

Gegen den Mitarbeiter der Sparkasse Werra-Meißner, der wohlhabende Kunden um eine größere Geldsumme betrogen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Kassel jetzt Anklage erhoben.

Dem Mann wird gewerbsmäßiger Betrug in 29 Fällen vorgeworfen. Der Schaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf 436.000 Euro.

„Das sind die Fälle, die wir zweifelsfrei nachweisen können“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Andreas Thöne. Nach Abschluss der internen Ermittlungen hatte die Sparkasse im April von einem Schaden ihrer Kunden „von ziemlich genau einer Million Euro“ gesprochen. Dass in der Anklage der Staatsanwaltschaft von „nur“ 436.000 Euro die Rede ist, hat nach Informationen unserer Zeitung seine Richtigkeit. Die Staatsanwaltschaft wird die Anklage wohl teilen. Ein fünfter, anders gearteter Fall, wird aller Voraussicht nach separat verhandelt.

Betrug: Wohlhabende Kunden im Visier

Erstmals äußert sich die Staatsanwaltschaft genauer zum Vorgehen des Ex-Sparkassenberaters* zwischen dem 15. April 2014 und dem 9. Januar: „Zum Kundenstamm des Beraters zählten unter anderem äußerst wohlhabende Kunden, zu denen der Angeschuldigte im Verlauf seiner jahrelangen Tätigkeit ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben soll“, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Kassel. 13 Fälle der Anklage betreffen eine über 80-jährige Kundin, die einen Teil ihres Vermögens in Goldbarren und -münzen anlegen wollte. Der Angeschuldigte soll dafür Gold bei der Hessischen Landesbank bestellt, tatsächlich aber von vornherein geplant haben, es für eigene Zwecke zu verwenden.

So seien circa 195.000 Euro zusammengekommen. In 14 weiteren Fällen steht der Angeschuldigte in Verdacht, zwei weiteren Kunden Gold im Wert von 73.000 Euro bzw. 98.000 Euro verkauft zu haben. Unter dem Vorwand, im Auftrag einer Kundin zu handeln, soll sich der Angeschuldigte darüber hinaus von einer Mitarbeiterin des Kreditinstituts 30.000 Euro und 40.000 Euro ausgehändigt haben lassen. Als Motiv sieht die Staatsanwaltschaft „eine auf Dauer angelegte Einkommensquelle von einigem Gewicht“.

Dem Mann werden außerdem Urkundenfälschung und die Fälschung beweiserheblicher Daten zur Last gelegt. Mit einem Prozessbeginn vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kassel könne innerhalb der nächsten sechs Monate gerechnet werden, sagte Thöne auf Anfrage. 

Ermittlungen seit Januar

Zur Klärung der Betrugsfälle wurden drei Prüfungsorganisationen eingesetzt. Der Verwaltungsrat hat einen Wirtschaftsprüfer bestellt, die Sparkasse ein externes Prüfungsinstitut und die interne Revision hat ebenfalls Überprüfungen angestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte seit Januar. Alle betroffenen Kunden wurden bereits in voller Höhe entschädigt.

Lesen Sie außerdem: Unberechenbare Droge forderte schon ein Todesopfer im Werra-Meißner-Kreis*

Von Tobias Stück

*werra-rundschau.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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