Wehretal: Bündnis aus FWG, CDU, FDP setzte sich mit seinen Vorschlägen durch

SPD verliert in Wehretal alle Spitzenposten

Norbert Claus
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Norbert Claus ist neuer Vorsitzender der Wehretaler Gemeindevertretung.

Mit der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung von Wehretal am Montagabend in Reichensachsen hat sich die Verschiebung des Kräfteverhältnisses aus der Kommunalwahl vom 14. März dieses Jahres bestätigt.

Wehretal - Das Bündnis aus FWG, CDU und FDP (zusammen 13 Sitze) hat den Wehretaler Sozialdemokraten (10 Sitze) in durchgehend geheimer Abstimmung alle entscheidenden Ämter abgenommen und für sich gewonnen. Über viele Jahre hat die SPD in Wehretal über die absolute Mehrheit verfügt und auch alle entscheidenden Positionen im Parlament besetzt.

Die Hintergründe

Dr. Claus Wenzel von der FWG erklärte: „Wir wollten es eigentlich nicht machen, wie die SPD in der Vergangenheit und alle Posten besetzen, aber der gute Ton hätte er erfordert, dass die SPD mit uns im Vorfeld das Gespräch sucht.“ Das sei nicht geschehen. Daher habe die FWG mit der CDU verhandelt, habe der SPD aber den Vorsitz des Sozialausschusses angeboten.

Aus Sicht der SPD habe es keine Veranlassung gegeben, in direkten Kontakt mit der FWG zu treten. Man habe lediglich in der Verwaltung abgefragt, wen die FWG für verschiedene Posten ins Rennen schicke, so SPD-Fraktionschef Wolfgang Weiner. „Uns war wichtig, als stärkste Fraktion den Parlamentsvorsitz zu bekommen.“ Die SPD müsse sich nach Jahren der absoluten Mehrheit jetzt umstellen. „Aber darin sehen wir auch eine Chance.“

Der Vorsitzende

Mit einer Mehrheit von zwölf zu zehn Stimmen wurde Norbert Claus von der FWG zum neuen Vorsitzenden der Gemeindevertretung gewählt und löst damit den bisherigen Parlamentschef Ralf Schlarbaum (SPD) ab. SPD-Fraktionschef Wolfgang Weiner hatte unmittelbar vor der Abstimmung noch mal an „den guten demokratischen Brauch“ erinnert, dass die stärkste Fraktion den Vorsitz für sich beansprucht. Schlarbaum hatte bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten habe und seine Arbeit werde in Wehretal geschätzt. „Innehalten und überlegen“ sollten die gewählten Vertreter. „Bitte geben Sie Ralf Schlarbaum Ihre Stimme“, sagte er zum Abschluss seiner Rede.

Die anderen Fraktionen verzichteten auf einen Redebeitrag vor der Abstimmung, die SPD hingegen auf Applaus beziehungsweise eine Gratulation nach Verkündung des Wahlergebnisses zugunsten von Norbert Claus. Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde Ralf Schlarbaum schließlich zum stellvertretenden Vorsitzenden des Wehretaler Parlamentes gewählt.

Der Gemeindevorstand

Ebenfalls in geheimer Abstimmung wurde der neue Gemeindevorstand gewählt. Auch hier setzte sich das Bündnis aus FWG, CDU und FDP durch. Die Erste Beigeordnete ist Dorothea Henkelmann (CDU), die zugleich Alterspräsidentin des Parlamentes ist. Des Weiteren gehören dem neuen Vorstand Jürgen Schade (FWG) Harald Letsch (CDU), Ralf Möller (FWG) sowie Christa Angerhausen und Marco Illing von der SPD an.

Die Verbandsvertreter

Ähnlich wie um den Vorsitz der Gemeindevertretung wurde auch um die Posten der Vertreter in den Verbandsversammlungen gerungen. Auch hier konnte sich die SPD mit ihren Wahlvorschlägen nicht durchsetzen. Im Abfallzweckverband Werra-Meißner wird Norbert Claus die Gemeinde vertreten. Als Vertreter für den Abwasserverband Wehretal-Sontratal wurde Achim Rauschenberg (FWG) gewählt, für die Verbandsversammlung des Meißner-Verbandswasserwerkes Dr. Claus Wenzel (FWG). Bürgermeister Timo Friedrich und Bernd Becker sitzen in der Verbandsversammlung Ekom 21.

Die Ausschüsse

Auf Antrag der FWG werden die Ausschüsse (Haupt- und Finanzausschuss, Kultur und Soziales sowie Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss) im sogenannten Benennungsverfahren über die Fraktionen bestimmt werden. Entsprechend der Sitzverteilung stehen FWG und SPD jeweils drei Sitze zu, die CDU bekommt einen Sitz in jedem Ausschuss.

Eröffnung

Dorothea Henkelmann, die als Alterspräsidentin die Sitzung am Montagabend eröffnete, hatte in ihre Rede die „vielen neuen Gesichter“ im Parlament willkommen geheißen und an alle appelliert, über Parteigrenzen hinweg respektvoll miteinander umzugehen und die Mischung von „jungen Ideen und alten Erfahrungen“ zu nutzen. „Ich wünsche uns allen Zielstrebigkeit, Ideenreichtum, Leidenschaft, Empathie und Freude an der Gestaltung und Erhaltung unserer Heimat.“, sagte die an Jahren älteste Abgeordnete. Stefanie Salzmann

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